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Ermittlungszeitraum 2013 bis 2018 Auch Vorstandsbüro durchsucht – Ermittler prüfen Geldwäscheverdacht bei Deutscher Bank

Die Ermittlungen gegen Beschäftigte der Deutschen Bank treffen auch Vorständin Matherat. Auch ihr Büro wurde durchsucht. Morgen soll die nächste Razzia folgen.
Update: 29.11.2018 - 17:19 Uhr Kommentieren

Das steckt hinter der Razzia bei der Deutschen Bank

Frankfurt Bei den Ermittlungen wegen möglicher Geldwäscheverstöße gegen Mitarbeiter und Kunden der Deutschen Bank haben die Steuerfahnder auch mehrere Vorstandsbüros durchsucht. Darunter ist auch das Büro der für Regulierung und Compliance zuständigen Vorständin Sylvie Matherat, wie das Handelsblatt von zwei mit dem Sachverhalt vertrauten Personen erfuhr.

Bisher stehen aktuelle oder frühere Vorstände aber nicht unter Verdacht, wie zu hören ist. Die Steuerfahnder ermitteln konkret gegen zwei Mitarbeiter – 50 und 46 Jahre alt. Die Betroffenen arbeiten nach Handelsblatt-Informationen für die Compliance-Abteilung und das Private-Wealth-Banking des Instituts. Die Bank und die Staatsanwaltschaft kommentierten diesen Sachverhalt nicht.

Die Ermittlungen reichen bis in die Gegenwart – sie „beziehen sich mindestens auf einen Zeitraum von 2013 bis 2018 und laufen seit August 2018“, sagte Nadja Niesen, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt dem Handelsblatt. Bislang hatte die Staatsanwaltschaft noch keinen Zeitraum genannt.

Die Staatsanwaltschaft hat den Verdacht, dass die Deutsche Bank Kunden bei der Gründung von Offshore-Gesellschaften in Steuerparadiesen behilflich war und dabei Gelder aus Straftaten überwies, ohne dass die Bank Geldwäscheverdachtsanzeigen erstattete. Seit dem Vormittag läuft aus diesem Grund eine groß angelegte Razzia der Fahnder.

In Justizkreisen war zu hören, dass die Staatsanwaltschaft die Razzia am morgigen Freitag fortsetzen wird. Der Fall sei so umfangreich, dass sehr intensive Durchsuchungen notwendig seien, hieß es. Die Bank kommentierte das nicht.

In einer ersten Reaktion auf die Vorfälle sagte ein Sprecher der Deutschen Bank lediglich: „Wir waren der Ansicht, dass wir den Behörden alle relevanten Informationen zu den Panama Papers bereitgestellt hatten. Selbstverständlich werden wir eng mit der Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main kooperieren, da auch uns daran gelegen ist, alle Verdachtsmomente aufzuklären. Wir haben in den vergangenen Jahren stets bewiesen, dass wir mit den Behörden vollumfassend kooperieren. Und das werden wir auch weiter so halten.“

Michael Hendricks, Rechtsanwalt und Experte für Managerhaftungsfälle, sagt, für ihn stehe der Vorstand in der Pflicht. „Es ist die vornehmste Aufgabe eines Vorstands, für ein wirksames Compliance-System zu sorgen. Offenbar funktioniert das bei der Deutschen Bank nicht. Das ist erschreckend, weil die Bank immer wieder auffällig wird“, sagt Hendricks.

Aus seiner Sicht hat der Vorstand gegen seine Pflichten verstoßen und muss dafür in die Pflicht genommen werden – und zwar der gesamte Vorstand. „Das ist eine Gesamtaufgabe“, sagt der Jurist. Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank müsse nun mögliche Ansprüche gegen den Vorstand prüfen. „Dazu ist der Aufsichtsrat gezwungen. Andernfalls macht er sich selbst angreifbar, die Rechtsprechung ist da eindeutig“, sagt Hendricks.

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