Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

EU-Austritt Großbritanniens Finanzmetropole Frankfurt profitiert womöglich weniger vom Brexit als gedacht

Wegen des Brexits wollen viele Finanzunternehmen Jobs in die EU verlagern. Doch statt Frankfurt macht womöglich eine andere europäische Stadt das Rennen.
Kommentieren

„Frankfurt muss als Standort jetzt nachlegen“

New YorkAls Folge des Brexits verlagern viele Finanzunternehmen Jobs von London auf das europäische Festland. Deutschland drohen bei dem Rennen um diese Stellen jedoch Rückschläge, wie aus einer Bloomberg-Umfrage unter Branchenvertretern in Frankfurt hervorgeht.

Besonders Paris hat sich zuletzt als einer der größten Konkurrenten der Main-Metropole herauskristallisiert. Zudem hätten sich mehrere Unternehmen dazu entschieden, ihre Mitarbeiter an verschiedene Standorte innerhalb der EU zu versetzen, statt ein neues Zentrum aufzubauen. Das könnte sich als Nachteil für Frankfurt erweisen, sagte Hubertus Väth, Geschäftsführer der Lobby-Organisation Frankfurt Main Finance (FMF).

So plant die Bank JP Morgan, Jobs von Großbritannien in mehrere EU-Länder zu verlagern, dabei soll unter anderem die Präsenz in Paris und Madrid ausgebaut werden. Die Bank of America will anfangs 200 Mitarbeiter aufs europäische Festland umziehen lassen – nach Frankfurt, aber auch nach Paris.

„Es ist ein deutliches Warnsignal, dass die meisten Banken die Arbeitsplätze breit innerhalb Europas streuen, um sich alle Standortoptionen offenzuhalten“, sagte Väth. „Das birgt aus deutscher Sicht das Risiko, sicher geglaubte Gewinne wieder zu verlieren.“

Und auch der Umzug der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) von London nach Paris – statt nach Frankfurt – wird seiner Meinung nach „ohne Zweifel“ Stellen kosten. Er verwies zudem auf das „direkte, intensive und persönliche Werben des französischen Präsidenten“. So hatte die „Financial Times“ kürzlich berichtet, der Vermögensverwalter Blackrock werde nach Gesprächen mit Emmanuel Macron einen Teil des Geschäfts in Paris ansiedeln.

Paris Europlace, die Finanz-Lobbygruppe der französischen Hauptstadt, schätzt, dass bis zu 10.000 Arbeitsplätze von London nach Paris verlagert werden und 30.000 weitere Jobs als indirekte Folge entstehen könnten.

Noch aber zeigen sich Beobachter optimistisch, dass auch Frankfurt aus dem Brexit einen Vorteil ziehen kann. FMF-Geschäftsführer Hubertus Väth erwartet, dass über einen Zeitraum von fünf Jahren bis zu 10.000 Arbeitsplätze im Raum Frankfurt entstehen werden.

In ähnlicher Größenordnung bewegt sich die Prognose der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Sie rechnet mit mindestens 8000 neuen Stellen über einen Zeitraum von mehreren Jahren.

Etwas darunter liegen die Zahlen von Oliver Wagner, dem Geschäftsführer des Verbands der Auslandsbanken in Deutschland. Er geht davon aus, dass in den kommenden zwei Jahren 20 Finanzunternehmen Teile ihres Geschäfts nach Frankfurt bringen werden. Zusammen würden sie 3000 bis 5000 neue Jobs dorthin verlagern – im Schnitt 150 bis 200 pro Institut.

Frankfurt werde wahrscheinlich nicht bloß Mitarbeiter aus London aufnehmen, sondern könnte auch von komplett neu entstandenen Arbeitsplätzen profitieren, sagte Wagner. „Da zunächst das Back-und Middle-Office aufgebaut wird, werden Unternehmen sicherlich auch vor Ort einstellen.“

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • Bloomberg
Startseite

Mehr zu: EU-Austritt Großbritanniens - Finanzmetropole Frankfurt profitiert womöglich weniger vom Brexit als gedacht

0 Kommentare zu "EU-Austritt Großbritanniens: Finanzmetropole Frankfurt profitiert womöglich weniger vom Brexit als gedacht"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.