EU-Ermittlungen Banken können auf milde Strafen im Libor-Skandal hoffen

Die EU will die Untersuchungen zum Skandal um den manipulierten Referenzzinssatz Libor möglichst schnell abschließen. Glück für die Banken: Sie kommen möglicherweise mit Vergleichen oder sogar völliger Straffreiheit davon.
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Skyline von Frankfurt: In den Bankentürmen dürften die jüngsten Entwicklungen im Libor-Skandal für Erleichterung sorgen. Quelle: dpa

Skyline von Frankfurt: In den Bankentürmen dürften die jüngsten Entwicklungen im Libor-Skandal für Erleichterung sorgen.

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BrüsselDie Banken können bei den Ermittlungen der EU-Kommission wegen des Zinsskandals offenbar auf Milde hoffen. Ein zügiger Abschluss der Untersuchungen habe für EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia Priorität, sagten mehrere mit den Vorgängen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Daher biete die Kommission den ins Visier geratenen Banken umfassende Vergleiche zur Beendigung des Skandals um Zinsmanipulationen an - mit Auflagen, aber ohne Strafzahlungen.

„Almunia will die Sachen bis Jahresende entschieden haben“, sagte ein Insider. Der Kommissar, dessen Amtszeit Ende 2014 endet, erklärte in Paris, dass er anders als die Behörden in den USA und Großbritannien keine Einzellösungen mit den Geldhäusern anstrebe, sondern einen Gesamtvergleich.

Ein Abwenden potenziell heftiger Strafzahlungen in der EU dürfte bei den betroffenen Banken für Erleichterung sorgen. Denn im Zuge der Ermittlungen in den USA und Großbritannien mussten die Schweizer Großbank UBS sowie die britischen Häuser Barclays und Royal Bank of Scotland zusammen bereits 2,6 Milliarden Dollar zahlen. Weltweit sind mehr als ein Dutzend Geldhäuser ins Visier der Finanzaufseher geraten, darunter auch die Deutsche Bank. Händler der Institute sollen jahrelang vor und während der Finanzkrise Referenzzinssätze wie den Libor und den Euribor zu ihren Gunsten manipuliert haben. Dadurch konnten sie Handelsgewinne einstreichen. Ermittler prüfen, wer in den Banken was und wie viel von den Manipulationen wusste.

Die Zinssätze werden einmal täglich ermittelt und sind die Basis für Finanztransaktionen weltweit im Volumen von mehr als 500 Billionen Dollar. Die Sätze beruhen derzeit auf den Angaben der Banken zu ihren Refinanzierungskosten. Das System soll nach dem Willen vieler Regulierer wegen der Manipulationsanfälligkeit geändert werden. Das kann aber noch dauern.

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5 Kommentare zu "EU-Ermittlungen: Banken können auf milde Strafen im Libor-Skandal hoffen"

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  • Reiner Ausdruck des Lobbyismus.

    Die EU hat nichts mit einer Demokratie, nichts mit einem Rechtsstaat gemein. Dies ist auch daran erkennbar, das ihre Beamten keine Gesetze geschaffen haben, die im gesamtenEU-Raum bindend sind.

  • Milde Strafen für diese Betrügereien?
    Das Gegenteil ist erforderlich, härteste Strafen nicht nur für die unmittelbar Handelnden, sondern auch für die verantwortlichen Vorstände!

  • Echt ekelhaft diese Branche. Ich frag mich, ob solche Betrüger sich noch mit gutem Gewissen im Spiegl anschauen können??!!
    Aber scheinbar braucht man als Bankster kein Gewissen mehr

  • Ach so, ich Dummerchen dachte doch tatsächlich, die Libor-Betrüger würden es mit ordentlichen Gerichten zu tun bekommen. Dort könnten sie auch mit Milde rechnen, aber immerhin müssten die Richter irgendwie ihr Gesicht wahren und zumindest kleine Strafen verhängen. Aber sie müssen sich ja nur vor den EU-Kommissaren verantworten. Bankster und EU-Luschen, dieses Pack hält natürlich zusammen.

  • Von den Kraken der EU-Kommission war ja auch nicht zu erwarten, dass sie ihren Lobbyfreunden ins Handwerk pfuschen. Von denen sie natürlich nicht profitieren, ist klar...

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