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Euribor-Manipulation Londoner Gericht macht Ex-Deutschbanker den Prozess

In London hat der Euribor-Prozess gegen den früheren Deutschbanker Andreas Hauschild begonnen. Er war in Italien mit einem Europäischen Haftbefehl festgenommen worden.
Update: 16.09.2019 - 15:41 Uhr Kommentieren
Ehemalige Angestellte des Hauses sollen den Euribor manipuliert haben. Quelle: AFP
Deutsche Bank

Ehemalige Angestellte des Hauses sollen den Euribor manipuliert haben.

(Foto: AFP)

London Mit einiger Verspätung muss sich Andreas Hauschild nun für seine Rolle im Euribor-Skandal verantworten. An diesem Dienstag hat der Prozess vor dem Londoner Southwark Crown Court begonnen. Der frühere Deutschbanker hatte sich zunächst der britischen Justiz entzogen, war aber im vergangenen Jahr in Italien aufgegriffen worden.

Hauschild habe dem bereits verurteilten ehemaligen Star-Händler der Deutschen Bank, Christian Bittar, geholfen, den Referenzzins der Eurozone zu manipulieren, sagte Staatsanwalt James Waddington zum Prozessauftakt.

Der 54-Jährige soll in den Jahren 2005 und 2006 als Managing Director der Deutschen Bank in Frankfurt mit Händlern verschiedener Banken zusammen versucht haben, den Euribor-Zins zum eigenen Vorteil zu beeinflussen. Der Referenzzinssatz der Euro-Zone wurde damals aus den Eingaben von 48 Panel-Banken täglich ermittelt und ist der Leitzins für unzählige Finanzprodukte.

Hauschild war damals in Frankfurt für die Meldungen der Deutschen Bank verantwortlich. Laut Staatsanwaltschaft hat er seine Eingaben eng mit Ex-Deutsche-Bank-Händler Bittar abgestimmt, dem Londoner Kopf der Verschwörung. Der Angeklagte habe es für legitim gehalten, die Eingaben der Bank an die eigenen Handelsinteressen anzupassen, solange sie sich im Rahmen der Meldungen aller 48 Banken bewegten, sagte Waddington. Hauschild bestreitet jede Schuld.

Im November 2015 hatte das Serious Fraud Office (SFO), die britische Staatsanwaltschaft, insgesamt elf Händler der drei europäischen Großbanken angeklagt. Vier Deutschbanker, darunter Hauschild, waren nicht zum Prozess erschienen, sondern in Deutschland geblieben. Das Frankfurter Oberlandesgericht hatte die Vorwürfe gegen sie für verjährt erklärt. Doch seit Februar 2016 war auf Betreiben aus London ein Europäischer Haftbefehl gegen das Quartett in Kraft.

Während drei der Deutschbanker weiter auf freiem Fuß in Deutschland sind, wurde Hauschild im August 2018 auf einer Italien-Reise festgenommen. Seitdem sitzt er in London in Gewahrsam, zunächst in Untersuchungshaft, später dann mit elektronischer Fußfessel unter Hausarrest. Der offizielle Vorwurf lautet auf Verschwörung zum Betrug. Der Prozess gegen Hauschild soll fünf Wochen dauern.

Mehr: Mehrere andere Verschwörer sind bereits 2018 und 2019 in verschiedenen Prozessen bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Zwei wurden freigesprochen.

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