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Euribor-Prozess Ex-Deutschbanker Hauschild steht in London mit Fußfessel unter Hausarrest

Er war im Italienurlaub festgenommen worden. Nun steht Ex-Deutschbanker Andreas Hauschild in London wegen „erheblicher Fluchtgefahr“ unter Hausarrest.
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Ehemalige Angestellte des Hauses sollen den Euribor manipuliert haben. Quelle: AFP
Deutsche Bank

Ehemalige Angestellte des Hauses sollen den Euribor manipuliert haben.

(Foto: AFP)

LondonDer frühere Deutsche-Bank-Händler Andreas Hauschild steht bis zu seinem Prozessbeginn in London unter Hausarrest und muss eine elektronische Fußfessel tragen. Das entschied der Southwark Crown Court am Mittwoch. Der Richter setzte den ersten Prozesstag auf den 24. Juni 2019 fest.

Es bestehe eine „erhebliche Fluchtgefahr“, sagte der Richter. Hauschild muss seinen Pass und Personalausweis der Staatsanwaltschaft aushändigen. Er muss jede Nacht von 23.30 Uhr bis sechs Uhr morgens an einer bestimmten Adresse verbringen und sich täglich bei der lokalen Polizeiwache melden. Auch muss er eine Kaution von 700.000 Pfund hinterlegen.

Hauschild war im August mit einem Europäischen Haftbefehl in Mailand festgenommen worden. Er war einer von elf Händlern, die in London wegen Manipulation des Euribor, des Referenzzinssatzes der Eurozone, angeklagt waren. Hauschild soll mit dem damaligen Starhändler der Deutschen Bank, Christian Bittar, unzulässige Absprachen getroffen haben. Bittar hatte sich der „Verschwörung zum Betrug“ schuldig bekannt und war im Sommer zu fünf Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden.

Zusammen mit drei Kollegen von der Deutschen Bank hatte Hauschild sich vor Prozessbeginn der britischen Justiz entzogen und war in Deutschland geblieben. Das Frankfurter Oberlandesgericht hatte eine Auslieferung der vier Deutschen verhindert.

Nach dem Urteil gegen Bittar und weitere Angeklagte war Hauschild im August in den Urlaub nach Italien gereist und dort von der Polizei aufgegriffen worden. Seitdem saß er in Untersuchungshaft in Mailand. Sein Kampf gegen die Auslieferung blieb erfolglos. Am vergangenen Freitag wurde er nach London geflogen.

Der Richter verhängte die strikten Auflagen für den Hausarrest, nachdem ein anderer Angeklagter, der frühere Barclays-Händler Philippe Moryoussef, sich in diesem Jahr kurz vor seinem Prozessbeginn nach Paris abgesetzt hatte. Der Richter sagte, er wolle Hauschild nicht mit Moryoussef in einen Topf werfen. Aber er warnte Hauschild, dass ein Verstoß gegen die Auflagen eine schwere Straftat sei. Er würde dann wie Moryoussef in Abwesenheit verurteilt.

Die Frage ist, warum Hauschild nicht in Deutschland geblieben ist. Laut Staatsanwaltschaft hat er im Sommer versucht, den Europäischen Haftbefehl aufzuheben. Die Behörde habe ihm mitgeteilt, dass er in Kraft bleibe. Dennoch wagte Hauschild seine Italienreise. „Ich habe keinen Zweifel, dass er in dem Glauben reiste, vor einer Festnahme sicher zu sein“, sagte der Richter. „Wie falsch er lag“.

 

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