Eurohypo-Kauf Commerzbank baut auf Büros und Wohnungen

Die Übernahme der Eurohypo macht die Commerzbank zur größten europäischen Immobilienbank. Hatte sich das Institut bislang auf das deutsche Privat- und Firmenkundengeschäft konzentriert, setzt es nun auf die Immobilienfinanzierung. Der Markt ist in der Tat vielversprechend.
  • Rolf Benders und Christian Potthoff
Commerzbank-Chef Müller vor einem Foto seines eigenen Hochhauses (links). Foto: dpa

Commerzbank-Chef Müller vor einem Foto seines eigenen Hochhauses (links). Foto: dpa

FRANKFURT. Der deutsche Immobilienmarkt erreiche 2005 zwar den Tiefpunkt, stehe aber vor einer Erholung, begründete Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller am Donnerstag die Milliarden-Übernahme in einer Analystenkonferenz. In nahezu allen deutschen Großstädten seien die Käufe von Bürofläche zuletzt wieder gestiegen. Rund 4,56 Mrd. Euro bezahlt Müller an die Allianz und die Deutsche Bank für 66 Prozent der Eurohypo-Anteile. Weitere 32 Prozent hält die Commerzbank bereits. Zur Finanzierung gibt die Bank 57,7 Millionen neue Aktien aus und erhöht damit das Kapital um 1,36 Mrd. Euro.

Der strategische Schwenk kommt nicht ganz freiwillig. Mehr als einmal hatte Müller erfolglos versucht, durch Zukäufe im Privatkundengeschäft zu wachsen. Doch weder bei der Bausparkasse BHW, noch bei der BHF-Bank kam er zum Zuge. Interesse hatte er auch an der Sparkasse Stralsund, der Frankfurter Sparkasse von 1822 und der Direktbank DAB. Damit hätte die Commerzbank in ihrem Kerngeschäft wachsen können.

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Nun versucht Müller, durch Wachstum im bisher weniger beachteten Immobilien-Banking, die kritische Größe zu erreichen. Seit Jahren gilt die Commerzbank als Übernahmekandidat, vor allem für ausländische Banken. Der Kauf der Eurohypo macht sie nun zur Nummer zwei der Branche in Deutschland hinter der Deutschen Bank. „Wir wollen einen aktiven Part im Konsolidierungsprozess spielen“, sagt Müller und benennt die Berliner Bank und die Bankgesellschaft Berlin als potenzielle Übernahmekandidaten. Dafür stehen ihm nach eigener Berechnung knapp drei Mrd. Euro zur Verfügung.

An der Börse reagierte die Commerzbank-Aktie mit einem Kurssprung von zeitweise vier Prozent auf den Vollzug der seit Tagen erwarteten Übernahme. Analysten begrüßten vor allem die Verbesserung der Bilanzstruktur sowie die stärkere Vorhersehbarkeit der Gewinnentwicklung bei der Commerzbank nach dem Zukauf. Bislang war die Commerzbank sehr abhängig vom Ergebnis im Handel, das stark mit dem Auf und Ab an den Märkten schwankt. Die Eurohypo liefert nun einen konstanteren Einnahmestrom.

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