Europäische Banken RBS und Crédit Agricole auf Kurs, Monte dei Paschi im Rückwärtsgang

Die britische Großbank zahlt wieder eine Dividende, die französische Crédit Agricole übertrifft die Erwartungen – nur die älteste Bank der Welt macht immer noch Sorgen.
Kommentieren
RBS und Crédit Agricole sind auf Kurs Quelle: dpa
Royal Bank of Scotland

Aktionäre der Royal Bank of Scotland können erstmals seit Jahren wieder mit einer Dividende rechnen.

(Foto: dpa)

London/DüsseldorfErstmals seit gut einem Jahrzehnt beteiligt die Royal Bank of Scotland (RBS) ihre Aktionäre wieder am Gewinn. Nach einem Vorsteuergewinn in Höhe von 1,8 Milliarden Pfund im ersten Halbjahr will die Großbank zwei Pence pro Aktie als Zwischendividende ausschütten. Allerdings ist die Auszahlung noch abhängig vom endgültigen Vergleich mit dem US-Justizministerium.

Die schwarzen Zahlen kommen überraschend: Analysten hatten wegen einer Milliardenstrafe mit einem Nettoverlust von 741 Millionen Pfund gerechnet. Die Bank hatte im Mai einen 4,9 Milliarden Dollar teuren Vergleich mit den US-Behörden im Streit um den Verkauf fauler Hypothekenpapiere erzielt. Da die bisherigen Rückstellungen nicht ausreichten, belastete der Vergleich das Ergebnis nun mit einer Milliarde Pfund.

Die Grundsatzeinigung mit dem US-Justizministerium ist aber noch nicht in trockenen Tüchern. Sofern der Streit wie erwartet endgültig zu den Akten gelegt wird, will RBS eine Zwischendividende von zwei Pence je Aktie zahlen – die erste Gewinnausschüttung an die Aktionäre seit Anfang 2008. Davon profitiert vor allem der britische Staat, der nach der Teil-Verstaatlichung in der Finanzkrise noch 62 Prozent an der einst größten Bank der Welt hält.

Auch die französische Großbank Crédit Agricole sorgte für eine Überraschung: Sie steigerte im zweiten Quartal ihren Nettogewinn um 6,4 Prozent auf 1,44 Milliarden Euro und übertraf mit dem Anstieg deutlich die Erwartungen der Analysten. Die Einnahmen der Bank stiegen um 9,8 Prozent auf 5,17 Milliarden Euro. Grund dafür waren gute Geschäfte im Investmentbanking und der Vermögensverwaltung – aber auch der italienischen Tochter.

Anders das Bild bei einem anderen Kreditinstitut aus Italien: Die älteste Bank der Welt, die italienische Monte dei Paschi, verzeichnete im zweiten Quartal einen Rückgang bei Gewinn und Einnahmen verzeichnet. Der Nettogewinn fiel auf 100,9 Millionen Euro nach 187,6 Millionen Euro im Vorquartal. Nach jahrelangen Verlusten wegen fauler Kredite und Missmanagement waren es dem Unternehmen im ersten Jahresquartal noch gelungen, wieder einen Gewinn zu schreiben.

Das 1472 gegründete Institut aus der Toskana wurde mit dem Geld der Steuerzahler vor dem Zusammenbruch bewahrt. Im Rahmen eines Rettungsplanes wurde mit der EU vereinbart, Filialen zu schließen. Spätestens im Jahr 2021 soll sich der italienische Staat zurückziehen. Ob dies tatsächlich geschieht, ist allerdings offen. Im Mai hatte die rechtsextremen Partei Lega angekündigt die krisengeschüttelte Bank doch nicht reprivatisieren zu wollen.

  • rtr
  • wik
Startseite

0 Kommentare zu "Europäische Banken: RBS und Crédit Agricole auf Kurs, Monte dei Paschi im Rückwärtsgang"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%