Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Europäische Zentralbank Hoffnungen der Banken auf eine Zinswende geraten ins Wanken

Die niedrigen Zinsen der EZB setzen die Erträge der Banken unter Druck. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht.
Kommentieren
Die Ratingagentur Fitch geht inzwischen davon aus, dass die EZB die Zinsen nicht vor 2020 erhöhen wird. Quelle: Bloomberg
Mario Draghi

Die Ratingagentur Fitch geht inzwischen davon aus, dass die EZB die Zinsen nicht vor 2020 erhöhen wird.

(Foto: Bloomberg)

Frankfurt
Für Europas Banken war 2018 kein gutes Jahr. Ein toxischer Cocktail an schlechten Nachrichten verdarb die Stimmung gründlich. Der schwelende Handelskrieg zwischen China und den USA, der heftige Streit zwischen der EU und der italienischen Regierung, die Angst vor einem harten Brexit und die Furcht vor einer empfindlichen Abkühlung der Konjunktur in Europa erschütterten das Vertrauen der Investoren.

Seit Anfang Januar fielen die Kurse der im Euro-Stoxx-Bankenindex versammelten Aktien um 28 Prozent. Besonders hart traf es die Deutsche Bank, die fast die Hälfte ihres Börsenwerts verlor, und die Commerzbank mit einem Minus von knapp 45 Prozent.

Eine Hoffnung blieb den Banken allerdings: Die Europäische Zentralbank deutete an, dass sie im Herbst des kommenden Jahres erstmals seit der Finanzkrise wieder die Zinsen anheben könnte. Das wäre nach dem Auslaufen des Anleihekaufprogramms das endgültige Ende der ultralockeren Geldpolitik mit ihren Minuszinsen, die die Margen der Banken auffressen.

Seit März 2016 müssen die Institute einen Strafzins von 0,4 Prozent auf das Geld bezahlen, das sie bei der EZB parken. Monatlich überweisen Europas Geldhäuser deshalb rund 450 Millionen Euro an die Notenbank, rechnet der Bundesverband deutscher Banken vor. Im Jahr wären das weit über fünf Milliarden Euro.

Kein Wunder, dass die Erwartungen, die sich an die erhoffte Zinswende im kommenden Jahr knüpften, so groß waren. Doch diese Hoffnung gerät zusehends ins Wanken. Die Ratingagentur Fitch geht inzwischen davon aus, dass die EZB die Zinsen nicht vor 2020 erhöhen wird. Der Grund: schwächere Wachstumsaussichten für die Euro-Zone und anhaltend niedrige Inflationsraten. Ähnlich beurteilt die Commerzbank die Lage.


Wie viel für die Institute auf dem Spiel steht, zeigt das Beispiel der Deutschen Bank. Einer der wichtigsten Gründe für die massiven Verluste an der Börse mit einem neuen Rekordtief für die Aktie bei 7,25 Euro ist die Angst der Investoren, dass durch die harte Sanierung immer mehr Erträge verloren gehen. Seit 2015 sind die Einnahmen der Frankfurter um rund 20 Prozent eingebrochen.
Eine Zinserhöhung durch die EZB könnte zumindest ein Stück weit Entlastung schaffen. Schon der ehemalige Vorstandschef der Deutschen Bank, John Cryan, hat Anfang dieses Jahres vorgerechnet, dass nach einer Zinserhöhung in der Währungsunion um einen Prozentpunkt die Erträge im ersten Jahr um 1,4 Milliarden Euro steigen würden.

Im zweiten Jahr wären es sogar 1,6 Milliarden Euro. Unter Cryans Nachfolger Christian Sewing hat sich vieles in der Bank geändert, die Hoffnung auf die segensreiche Wirkung steigender Zinsen aber ganz sicher nicht.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Europäische Zentralbank - Hoffnungen der Banken auf eine Zinswende geraten ins Wanken

0 Kommentare zu "Europäische Zentralbank: Hoffnungen der Banken auf eine Zinswende geraten ins Wanken"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.