Oliver Bäte

Der Vorstandsvorsitze der Allianz ist an Übernahmen stark interessiert.

(Foto: AP)

Europas größter Versicherer Wie die Allianz durch Übernahmen weiter wachsen will

Die Allianz will ihre Wachstumschancen durch große Übernahmen verbessern. Diese Unternehmen nimmt sie dabei in den Blick.
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MünchenEuropas größter Versicherer, die Allianz, strebt Insidern zufolge große Übernahmen an. Der Grund: Sie will weiter und stärker wachsen. Die Initiative gehe vor allem auf den an Übernahmen stark interessierten Vorstandsvorsitzenden Oliver Bäte zurück.

Die Liste möglicher Ziele ist demnach breit gefasst: Von der Schweizer Zurich und der britischen RSA bis zu Hartford Financial Services in den USA. Auch noch weiter entfernte Vermögenswerte seien denkbar – zum Beispiel in China.

Noch befinden sich die Übernahmepläne in einem frühen Stadium. Die Allianz arbeite bislang informell mit einigen Beratern zusammen, sagen die Insider. Eine Sprecherin bestätigte dies: Die Gesellschaft ziehe Übernahmen in Betracht, die zur Strategie und Kultur der Allianz passen und deren Preis angemessen sei. Endgültige Entscheidungen würden aber nur vom Vorstand gemeinsam gefällt.

Übernahmepläne sind für die Versicherungsbranche momentan nicht untypisch. Es ist tendenziell viel Kapital vorhanden, die Erträge sind aufgrund der niedrigen Zinsen aber vergleichsweise gering. Zum Beispiel hat der französische Konkurrent Axa die Allianz bei einem 15,2-Milliarden-Dollar-Deal für XL Group in diesem Jahr bereits ausgestochen.

Das zog Spekulationen nach sich: Die Allianz könne nun versuchen, im Gegenzug die Schweizer Zurich – deren Wert bei rund 46 Milliarden Dollar liegt – zu übernehmen, vermuteten viele. Das würde die Erträge der Allianz stützen, Kosteneinsparungen bringen und den Versicherungsriesen in Schlüsselmärkten wettbewerbsfähiger machen.

„Die strategische Begründung ist überzeugend“, sagte Citigroup-Analyst James Shuck zu den Spekulationen. Die Geschäfte der beiden Unternehmen würden sich gut ergänzen. Selbst wenn die Allianz eine Prämie von 20 Prozent auf den Aktienkurs von Zurich zahlen müsse, lohne sich ein solcher Deal noch. Er könne das Ergebnis der Allianz um zehn Prozent steigern und weitere zehn Milliarden Euro an Kapitalsynergien bieten, schätzt Shuck. „Der Deal wäre in der Branche beispiellos und würde die globale Wettbewerbsfähigkeit verändern.“

Trotz der vielen Meinungen zu dieser Fusion ist sie derzeit nicht sehr wahrscheinlich. Es gebe bislang keine formelle Annäherung der Allianz an die Zurich, sagten die Insider. Das Management von Zurich, einschließlich Konzernchef Mario Greco, sprach sich in der Vergangenheit öffentlich gegen Megafusionen aus.

Diese Partner stehen auf der Wunschliste der Allianz

Daher muss sich die Allianz wahrscheinlich anderweitig nach fusionswilligen Partnern umsehen. Zu den weiteren von den Insidern genannten Zielen gehören die australische QBE Insurance Group, die auf den Bermudas angesiedelten Gesellschaften Argo Group International und Aspen Insurance sowie die in London ansässige Gesellschaft Aviva und der Asset-Management-Arm der schwedischen Nordea Bank.

Vertreter von Zurich, RSA, Hartford, Aviva, Aspen, Nordea Bank, QBE und Argo kommentierten diese Überlegungen nicht.

Ein Wunschkonzert werden die Übernahmepläne wohl nicht. Auch die Konkurrentin American International Group kündigte in diesem Jahr die Übernahme von Validus Holdings für 5,4 Milliarden Dollar an. Eine Nachricht, die die Allianz unter Druck setzt, um nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Feindliche Übernahmen aber schließt Allianz-Chef Oliver Bäte grundsätzlich aus. Ein unwilliger Verkäufer würde jedes Vorhaben noch komplizierter machen, als es ohnehin schon ist – und so den Preis in die Höhe treiben.

  • Bloomberg
  • lmm
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  • Bisher hat Herr Bäte immer nur vollmundige Versprechungen gemacht die er nicht einhalten konnte. Extern findet er keine Übernahmekandidaten, intern verursacht er nur Chaos durch seine ständig wechselnden Entscheidungen. Massive und unsinnige Kosten- und Stellenreduzierungen tragen auch nicht zur Produktivität bei. Große Ländergesellschaften werden beschnitten, alle Macht in der Holding gebündelt. Die Digitalisierung wird als goldenes Kalb vorweggetragen. Nur weiß niemand wie diese aussehen, geschweige funktionieren soll.
    Er sieht sich eher als eitler Sonnengott, denn als Konzernlenker.

  • Bisher hat Herr Bäte immer nur vollmundige Versprechungen gemacht die er nicht einhalten konnte. Extern findet er keine Übernahmekandidaten, intern verursacht er nur Chaos durch seine ständig wechselnden Entscheidungen. Massive und unsinnige Kosten- und Stellenreduzierungen tragen auch nicht zur Produktivität bei. Große Ländergesellschaften werden beschnitten, alle Macht in der Holding gebündelt. Die Digitalisierung wird als goldenes Kalb vorweggetragen. Nur weiß niemand wie diese aussehen, geschweige funktionieren soll.
    Er sieht sich eher als eitler Sonnengott, denn als Konzernlenker.

  • Bisher hat Herr Bäte immer nur vollmundige Versprechungen gemacht die er nicht einhalten konnte. Extern findet er keine Übernahmekandidaten, intern verursacht er nur Chaos durch seine ständig wechselnden Entscheidungen. Massive und unsinnige Kosten- und Stellenreduzierungen tragen auch nicht zur Produktivität bei. Große Ländergesellschaften werden beschnitten, alle Macht in der Holding gebündelt. Die Digitalisierung wird als goldenes Kalb vorweggetragen. Nur weiß niemand wie diese aussehen, geschweige funktionieren soll.
    Er sieht sich eher als eitler Sonnengott, denn als Konzernlenker.

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