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„European Banking Regulation“ Bafin sieht Fusionen nicht als Allheilmittel für deutsche Banken

Nicht alle Geldhäuser würden den Wandel in den kommenden Jahren überleben, warnt Bankenaufseher Raimund Röseler auf einer Handelsblatt-Konferenz.
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„Es gibt keine Prüfung, bei der wir nichts finden“, sagt Röseler bei der Handelsblatt-Jahrestagung. Quelle: Bernd Roselieb
Raimund Röseler von der BaFin

„Es gibt keine Prüfung, bei der wir nichts finden“, sagt Röseler bei der Handelsblatt-Jahrestagung.

(Foto: Bernd Roselieb)

Frankfurt Zusammenschlüsse von Banken sind nach Ansicht der Finanzaufsicht Bafin keine Antwort auf die Dauertiefzinsen und die neue Konkurrenz durch Technologieriesen wie Apple, Google & Co. „Glaubt wirklich jemand ernsthaft, dass der deutsche Bankenmarkt profitabel würde, wenn wir statt aktuell 1400 Banken nur noch fünf- oder sechshundert hätten?“, so der oberste Bankenaufseher der Bafin, Raimund Röseler, am Montag auf der Handelsblatt-Regulierungskonferenz „European Banking Regulation“ in Frankfurt.

„Der Bankenmarkt wird sich in den kommenden Jahren drastisch wandeln.“ Nicht alle Geldhäuser würden dies überleben, sagte er voraus. Röseler forderte die Banken auf, ihre Geschäftsmodelle zu durchleuchten. „Alles gehört auf den Prüfstand. Und zwar jetzt und nicht irgendwann.“

Geldhäuser müssten Produkte, Vertriebswege und Geschäftsprozesse auf ihre Zukunftstauglichkeit überprüfen und gegebenenfalls anpassen sowie die Chancen der Digitalisierung nutzen.

Der Aufseher zeigte sich überrascht, auf welche Probleme die Bafin bei Überprüfungen der Banken-IT stößt. „Es gibt keine Prüfung, bei der wir nichts finden“, sagt er. Selbst bei Banalitäten finde die Behörde häufig erhebliche Mängel. Auch die Nachhaltigkeit müssten die Institute im Blick behalten.

„Wir erwarten, dass Banken die Risiken, denen sie ausgesetzt sind, managen. Und zwar alle Risiken.“ Und dazu gehörten auch Umweltrisiken und Risiken aus Klimaveränderungen. Diese seien nicht immer so weit weg, wie manche vielleicht noch glauben.

„Grundlegende Reformüberlegungen“ nötig

Zudem will die Bafin die Kreditvergabestandards unter die Lupe nehmen. „Wir werden uns in den nächsten Monaten verstärkt die Portfolien ausgewählter Banken anschauen, die Werthaltigkeit analysieren und auch die Bewertungspolitik zwischen den Banken vergleichen“, kündigte Röseler an.

Handlungsbedarf sieht er auch beim Meldewesen angesichts der zunehmenden Digitalisierung der Finanzbranche. Initiativen auf europäischer Ebene, um den Umfang der Meldedaten um zehn oder zwanzig Prozent zu reduzieren, seien ein erster Schritt, um das Meldewesen schlanker zu machen.

„Aber ich denke, wir brauchen hier viel grundlegendere Reformüberlegungen, die einem digitalen Zeitalter wirklich angemessen sind.“ Röseler kündigte dazu 2020 eine Machbarkeitsstudie an. Sie soll auf einen grundlegenden Wandel des Informationsaustausches zwischen Banken und Aufsicht abzielen.

Mehr: EZB-Bankenaufseher sieht Probleme durch Brexit-Verschiebung

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  • rtr
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