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Expansion in Europa Fintech Weltsparen kauft MHB-Bank – und damit die Banklizenz

Das Berliner Start-up hat 100 Millionen Euro von Investoren eingesammelt und geht auf Einkaufstour. Top eins auf der Liste: eine Banklizenz.
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Weltsparen sammelt 100 Millionen Euro ein Quelle: Lukas Schramm
Weltsparen-Gründer

Die Gründer Frank Freund, Tamaz Georgadze und Michael Stephan (von links).

(Foto: Lukas Schramm)

FrankfurtMit 100 Millionen Euro in der Tasche kann man schon mal einkaufen gehen. Tamaz Georgadze ist jetzt in Frankfurt fündig geworden. Wie der Geschäftsführer und Mitgründer des Finanz-Start-ups Weltsparen dem Handelsblatt bestätigt, hat seine Anlageplattform gerade die MHB-Bank übernommen. Die Verträge seien unterzeichnet, nur die Finanzaufsicht und die EZB müssten den Deal noch freigeben.

Die Lizenz der Bank soll helfen, die Expansion in Europa voranzutreiben und die Dienstleistungen gegenüber den Kunden und Partnerbanken auszuweiten. Die Firma Weltsparen, die im Ausland als „Raisin“ firmiert, ist Anfang 2013 gestartet und vermittelt Tages- und Festgeldkonten – insbesondere von Banken im europäischen Ausland. Seit vergangenem Jahr werden auch ETF-Portfolios angeboten. Vor einem Monat hat die Berliner Firma 100 Millionen Euro von Investoren eingeworben.

Die Übernahme der MHB-Bank bezeichnet Georgadze als „logische Konsequenz“ und erklärt: „Wir bewegen uns in einem komplett regulierten Bereich und können flexibler agieren, wenn wir selbst eine Banklizenz haben.“ Die kleine Transaktionsbank mit 39 Mitarbeitern führt bereits die Verrechnungskonten, auf die Weltsparen-Kunden ihre Anlagebeträge einzahlen. Ihr bisheriger Eigentümer war seit 2005 ein Unternehmen des US-Finanzinvestors Lone Star.

Dass ein Fintech eine Bank übernimmt, ist ungewöhnlich, bisher lief es meist andersherum. Doch Sandra Ficht, Digitalisierungsexpertin bei Capgemini Invent, sieht einen klaren Vorteil für die Start-ups: „Für Fintechs, die über ausreichend Kapital verfügen, kann die Übernahme einer Bank praktisch sein, denn so gelangen sie schnell an eine Banklizenz und müssen sich selbst nicht den aufwendigen Prozessen zur Erlangung der Lizenz unterwerfen.“

Georgadze sieht vor allem im Geschäft mit den Partnerbanken Vorteile: Dank der Banklizenz sollen Banken ihr Einlagengeschäft künftig einfacher an Weltsparen auslagern können. Für die Kunden werde sich beim Anlageprozess aber nichts ändern, sagt er.

Auch Girokonten seien nicht geplant: „Damit könnten wir keinen Mehrwert schaffen. Das Problem der Kunden liegt im Anlagebereich“, so der Gründer. Weltsparen darf seine ETF-Portfolios künftig auch im Ausland anbieten. Die bisherige Erlaubnis gilt nur für Deutschland.

Die MHB-Bank arbeitet mit etwa zehn Fintechs zusammen. „Weltsparen war das erste und bis heute größte“, sagte Bankvorstand Reiner Guthier dem Handelsblatt. Zu den weiteren gehören der Kreditvermittler Creditshelf und Crowdfunding-Anbieter wie Exporo und Bergfürst.

Ob es da Kooperationsmöglichkeiten für Weltsparen gibt? „Kredite würden nicht zu unserem Geschäftsmodell als Anlageplattform passen“, sagt Georgadze. „Vorstellbar wäre, dass wir unseren Kunden in Kooperation mit Kreditanbietern neue Investitionsmöglichkeiten bieten, aber dazu gibt es noch keine konkreten Pläne.“

Die Unabhängigkeit der Bank gegenüber anderen Fintechs sieht Guthier nicht gefährdet. „Ich gehe davon aus, dass unsere anderen Partner von der Übernahme profitieren, da wir mit dem neuen Know-how besser auf die technischen Bedürfnisse der Fintechs eingehen können.“

Georgadze plant, dieses Geschäft der Bank auszubauen. In den vergangenen Jahren hat das Geldhaus Verluste verzeichnet, doch der neue Eigentümer gibt sich optimistisch: „Wir gehen davon aus, dass wir die Bank profitabel machen können.“ Zum Kaufpreis äußerte er sich nicht.

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