Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Experten raten zum bundesweit einheitlichen Online-Auftritt Landesbanken testen Direktbank-Angebot

Not macht erfinderisch. Das erkennen derzeit die Landesbanken, die mit der Gründung einer eigenen Direktbank liebäugeln. Dringend brauche man eine Direktbank, befand WestLB-Vorstandsmitglied Norbert Emmerich vor Kurzem.

HB DÜSSELDORF. Damit entdeckt Emmerich Tagesgeld und Termingeldangebote als Zukunftsfelder, die erfolgreiche Direktbanken wie die Diba bereits seit Jahren für sich besetzt halten. Das Problem der Sparkassen ist sattsam bekannt. „Diba & Co machen den Sparkassen mit ihren Tagesgeldkonten tüchtig Konkurrenz. Früher zahlten die Leute ihr Geld brav auf die Sparbücher, heute fließen große Summen auf das jeweils lukrativste Tagesgeldkonto“, urteilt Peter Barkow, der für HSBC Trinkaus & Burkhardt die Direktbanken beobachtet.

Der große Vorteil von bundesweit agierenden Direktbanken: Sie bieten – anders als die vielen selbstständigen, regional zersplitterten Sparkassen – ein Produkt bundesweit unter einem einheitlichen Namen an. So wirbt Diba für ihr Tagesgeldkonto mit Star-Basketballer Dirk Nowitzki um die lukrativste Kundengruppe: junge, flexible und gut verdienende Menschen mit Internetanschluss. Das ist die Gruppe, die von dem in die Jahre gekommen Slogan „Wenn’s um Geld geht – Sparkasse“ nicht mehr erreicht werden. Waren Sparbücher vor Beginn des Internetzeitalters der Sparstrumpf der Nation, werden Direktbankkonten immer populärer. Nach Schätzungen des Marktführers Diba liegen derzeit rund 62 Milliarden Euro auf den Tagesgeldkonten der Direktbanken.

Während die WestLB offenbar noch an einem Konzept für eine Direktbank bastelt, ist die Bayerische Landesbank (BayernLB) bereits einen Schritt weiter. Ihre Deutsche Kreditbank (DKB) geht bundesweit in die Offensive und hat als reine Internetbank eine Pilotphase im Testgebiet Berlin bereits abgeschlossen. Nach Aussagen der BayernLB gewinnt die DKB monatlich 5 000 bis 10 000 Neukunden. Vor allem die ostdeutschen Sparkassen fühlen sich von einem derartigen Angebot bedroht. Das zeigt auch das Dilemma der Landesbanken und der Sparkassen. Eine Direktbank könnte die Kunden aus den Filialen fern halten und so das angestammte Geschäft schädigen. Trotzdem befürworten viele im Sparkassenlager die Einführung eines solchen Angebots. „Auf der Marketingseite sind ’Leuchtturmprojekte’ vorstellbar, bei denen wir bundesweit mit einheitlichen Konditionen auftreten könnten“, sagte Gustav Adolf Schröder, Chef der Sparkasse Köln-Bonn, dem Handelsblatt kürzlich.

Sollten sich die öffentlich-rechtlichen Banken tatsächlich zum Aufbau von Direktbanken aufraffen, empfehlen Experten dies dann aber auch mit einer einizgen Marke zu tun und nicht mit mehreren Instituten. In Branchenkreisen heißt es, das klügste wäre es, den Internetbroker der Sparkassen „S-Broker“ auszubauen und ihn in „S-Direkt“ umzutaufen.

Die Konditionen auf den Tagesgeldkonten sind angesichts der niedrigen Leitzinsen der europäischen Zentralbank (EZB) derzeit nicht mehr so aufregend. So musste Marktführer Diba auf die andauernde Niedrigzinsphase zuletzt mit eine Senkung der Tagesgeldkonditionen von 2,5 Prozent auf 2,25 Prozent reagieren. Dies ist aber im Vergleich zum durchschnittlichen Sparbuchzins von 1,01 Prozent immer noch beachtlich.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%