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EY-Studie Bankkunden müssen mit höheren Gebühren rechnen

Knapp jede fünfte Bank will die Preise für private Kunden anheben, zeigt eine neue Studie. Zahlreiche Geldhäuser haben Konten aber bereits verteuert.
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EY-Studie: Bankkunden müssen mit höheren Gebühren rechnen Quelle: dpa
Frankfurter Skyline

Bei einer Umfrage unter 120 Geldhäusern gaben 16 Prozent an, in diesem Jahr an der Gebührenschraube zu drehen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die deutschen Verbraucher müssen zusehends mehr für Bankdienstleistungen bezahlen. 16 Prozent der deutschen Kreditinstitute wollen noch in diesem Jahr die Gebühren anheben oder haben das bereits getan. Bei 13 Prozent geht es um das Girokonto.

Zehn Prozent heben die Preise für Überweisungen an, jeweils vier Prozent für Kreditkarten sowie für das Abheben von Bargeld. Das hat eine Umfrage der Beratungsfirma EY unter 120 Geldhäusern in Deutschland ergeben.

Damit reagieren die Geldhäuser auf die dauerhaft niedrigen Zinsen in der Euro-Zone und den Negativzins der Europäischen Zentralbank (EZB). Die EZB hatte die Strafzinsen für Bankeneinlagen kürzlich von minus 0,4 auf minus 0,5 Prozent gesenkt.

Zwar gibt es Freibeträge für die Kreditinstitute, sie rechnen dennoch mit hohen Belastungen. „Viele Banken hatten auf eine Zinswende gehofft – davon kann inzwischen keine Rede mehr sein“, sagt Robert Melnyk, Leiter Banken und Kapitalmärkte bei EY. Die Banken stünden vor der Herausforderung, trotz des Niedrigzinsniveaus profitabel zu arbeiten.

Mit weiteren Gebührenerhöhungen setzt sich ein Trend der vergangenen Monate fort. Zahlreiche Kreditinstitute haben zuletzt Girokonten verteuert. Eine Umfrage des Verbraucherportals Biallo unter 1300 Geldhäusern kam kürzlich sogar zu dem Schluss, dass gut 400 davon ihre Preise für Girokonten in diesem Jahr erhöht haben. Das waren 128 von knapp 400 auskunftswilligen Sparkassen und 264 von gut 900 Volks- und Raiffeisenbanken. Der Rest entfiel auf Sparda-, PSD- und Direktbanken sowie auf Privatbanken mit Filialen vor Ort.

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„Wir rechnen mit weiteren kräftigen Preisanpassungen in den nächsten Wochen und Monaten“, warnte Portal-Gründer Horst Biallo. „Damit versuchen die Geldhäuser, zurückgehende Erträge aufgrund der niedrigen Zinsen auszugleichen.“

Melnyk erwartet gleichwohl vorerst nicht, dass Onlinebanken, die auf Filialen verzichten, sich von ihren Gratiskonten verabschieden. Onlinebanken hätten aufgrund ihrer Kostenstruktur die Möglichkeit, „einen längeren Atem zu haben, um Gratiskonten anzubieten“, sagte er.

Die EY-Experten stellen zudem fest, dass die Banken verstärkt Kosten drücken wollen. So gaben 63 Prozent der Geldhäuser an, dass Kostensenkungen für sie eine große Rolle spiele. Vor einem Jahr lag der Anteil bei 44 Prozent.

Deutlich wird auch eine andere Bewegung: Die Geldhäuser wollen bei der Kreditvergabe an Unternehmen vorsichtiger werden. 47 Prozent der Banken werden in den kommenden sechs Monaten restriktiver Darlehen ausreichen. Der Hintergrund ist die Konjunkturabkühlung: Mehr als zwei Drittel der Banken gehen davon aus, dass sich die Wirtschaftslage in Deutschland in den kommenden zwölf Monaten leicht oder stark eintrübt.

Mit diesen Instrumenten bestimmt die EZB die Geldpolitik in Europa

Mehr: Immer mehr Banken und Sparkassen erhöhen ihre Gebühren für Privatkunden. Der Trend dürfte sich noch verschärfen – und günstigen Onlinebanken helfen.

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