Faule Kredite Commerzbank verkauft Immobilienkredite mit Verlust

Mit einem Verlust von 85 Millionen Euro hat die Commerzbank Immobilienkredite über 2,9 Milliarden Euro verkauft. Die teilweise faulen Kredite gehen an ein Konsortium aus JPMorgan und Lone Star sowie an Investor Oaktree.
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Die Commerzbank will ihren Bestand an gewerblichen Immobilienkrediten in ihrer internen „Bad Bank“ abbauen. Quelle: dpa
Die Commerzbank-Zentrale in Frankfurt am Main

Die Commerzbank will ihren Bestand an gewerblichen Immobilienkrediten in ihrer internen „Bad Bank“ abbauen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Commerzbank kommt beim Abbau ihrer Bestände an riskanten oder faulen Gewerbeimmobilien-Krediten mit großen Schritten voran. Die zweitgrößte deutsche Bank wurde zwei Pakete mit europäischen Krediten, die mit insgesamt 2,9 Milliarden Euro in den Büchern standen, mit einem Verlust von nur 85 Millionen Euro los.

„Beide Verkäufe sind eine Bestätigung unserer wertschonenden Abbaustrategie“, betonte der für die interne „Bad Bank“ zuständige Bereichsvorstand Sascha Klaus am Mittwoch im Intranet der Commerzbank. Der bisher 17,5 Milliarden Euro große Bestand an Immobilienkrediten in der Abbaueinheit schrumpft damit auf einen Schlag um 17 Prozent. Von rund drei Milliarden an faulen Krediten bleiben nur noch 1,7 Milliarden Euro übrig.

Ein 2,2 Milliarden Euro schweres Bündel von Krediten, die die Bank in 15 europäischen Ländern vergeben hatte, geht an die US-Bank JPMorgan und den Finanzinvestor Lone Star, die gemeinsam schon das spanische Portfolio der Commerzbank geschluckt hatten.

In der Regel übernimmt die Bank in diesen Fällen die ordentlich bedienten Darlehen, der Investor kümmert sich um die nicht mehr oder nur mit Verzögerungen bedienten Darlehen. Ursprünglich hatte die Commerzbank sogar Kredite über 2,7 Milliarden Euro angeboten.

Wie Fitch durch die deutsche Bankenlandschaft pflügt
Deutsche Banken
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Banken können sich aus Sicht der Ratingagentur Fitch künftig in einer Krise kaum noch auf staatliche Unterstützung verlassen. Als Konsequenz daraus verpasste Fitch als erste der drei großen Ratingagenturen Mitte Mai Dutzenden Geldhäusern in einem Rundumschlag schlechtere Noten für ihre Kreditwürdigkeit. Ein schlechteres Langfrist-Rating macht die Refinanzierung für die Institute tendenziell teurer.

Die Fitch-Skala hat 23-Stufen und beginnt bei der Bestnote AAA und reicht bis zu D = Kreditausfall.

Commerzbank
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Am härtesten erwischt es die Commerzbank. Ihre Kreditwürdigkeit wird von der US-Ratingagentur gleich um vier Stufen auf jetzt BBB gesenkt. Damit liegt sie nur noch zwei Stufen über Ramsch-Niveau.

Der Grund für die strengere Bewertung: Das Institut kann wie alle Geldhäuser nach den neuen EU-Regeln nicht mehr wie in der Finanzkrise darauf setzen kann, vom Staat gerettet zu werden.

Die Agentur macht ihr aber Hoffnung auf eine bessere Note in den nächsten 12 bis 18 Monaten, wenn sie ihre Rendite bis dahin verbessert. Bisher hinke sie beim Gewinn „trotz gradueller Verbesserungen hinter der Konkurrenz zurück“.

Deutsche Bank
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Die bisher gleichauf mit der Commerzbank eingestufte Deutsche Bank wird mit „A“ eine Stufe schlechter bewertet. Die Deutsche Bank hat damit ihren Vorsprung etwa auf die Rivalen UBS und Credit Suisse verloren.

Fitch bestätigte die Einstufungen für die britische Barclays („A“), die französischen Großbanken Société Générale („A“) und BNP Paribas („A+“).

Unicredit Bank - Hypo-Vereinsbank
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Die Muttergesellschaft der Hypo-Vereinsbank muss ebenfalls eine Herabstufung verkraften, für die Unicredit Bank AG geht es um zwei Stufen abwärts auf „A-“.

Aareal Bank
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Der Immobilienfinanzierer Aareal Bank trägt jetzt noch die Note „BBB“ für seine langfristigen Verbindlichkeiten, von zuvor „A-“.

Bayern LB
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Selbst mit Landesbanken und Instituten aus dem öffentlichen Sektor, die dem Staat oder Ländern gehören, geht die Ratingagentur härter ins Gericht. Dennoch stufte die Agentur auch die Bayerische Landesbank herab auf „A-“, da eine staatliche Unterstützung noch möglich, aber weniger wahrscheinlich sei.

LBBW
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Gleiches gilt für die Landesbank Baden-Württemberg, die ebenfalls jetzt nur noch mit „A-“ bewertet wird.

Der Finanzinvestor Oaktree bekam den Zuschlag für ein 700 Millionen Euro schweres, recht kleinteiliges Portfolio fauler Immobilienkredite in Deutschland, das die Commerzbank loswerden wollte. Reuters hatte bereits im Mai über die Pläne berichtet. Es ist der dritte Verkauf von Immobilienkredit-Paketen, den die Commerzbank stemmt. Zuvor hatte sie jeweils ihr Portfolio in Großbritannien und Spanien komplett veräußert, ebenfalls mit nur kleinen Verlusten.

Die Commerzbank profitiert davon, dass sich große Investoren auf der Suche nach höheren Renditen auch an riskante Transaktionen heranwagen. „Der Markt hat sich in den letzten Monaten speziell in Benelux und Osteuropa weiter belebt“, sagte Klaus. Auch in Deutschland ließen sich faule Kredite wieder leichter losschlagen.

Die Commerzbank entlastet damit auch ihre Bilanz. Mit dem Verkauf sinke der Kapitalbedarf um 105 Millionen Euro, die Kapitalpuffer werden größer. Insgesamt liegen in der vor drei Jahren eingerichteten internen „Bad Bank“ noch Immobilien- und Schiffskredite im Volumen von 30 Milliarden Euro. Bis Ende des nächsten Jahres sollen weniger als 20 Milliarden davon übrig sein.

  • rtr
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