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Finanz-App Banking-App Numbrs gewinnt die Allianz als Partner – braucht aber noch Kunden

Die Finanz-App Numbrs gewinnt einen neuen Partner, bei der Zahl der Kunden tut sich indes wenig. Neue Produkte sollen die App attraktiver machen.
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Numbrs gewinnt die Allianz als Partner – braucht aber noch Kunden Quelle: dpa
Smartphone

Per App können Verbraucher überall ihre Finanzen verwalten.

(Foto: dpa)

FrankfurtWenn Martin Saidler von seiner Finanz-App Numbrs berichtet, sind ihm zwei Dinge besonders wichtig: „Wir haben keine Zeile Programmcode von außen eingekauft“, sagt er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Und: „Wir sind keine Bank und wir wollen auch keine Bank werden.“

Dieses Credo verbreitet der 51-jährige Unternehmer schon seit Jahren – beinahe wie einen persönlichen Werbeslogan. Beides soll zum Ausdruck bringen: Numbrs legt großen Wert auf Unabhängigkeit und auf Neutralität.

Bei Kooperationspartnern scheint das gut anzukommen: An diesem Donnerstag verkündet Numbrs die Zusammenarbeit mit dem Versicherer Allianz. Damit gebe es nun rund 30 Partnerschaften, so Saidler. Bei der Zahl der Nutzer dagegen scheint sich wenig zu tun.

Im Kern ist Numbrs eine sogenannte Multibanking-App. Kunden können dort mehrere Bankkonten einbinden. So erhalten sie einen Überblick über ihre Finanzen und können diese verwalten. Die App wertet die Einnahmen und Ausgaben auf den Konten aus, kategorisiert sie und leitet aus bestimmten Ausgaben Spartipps ab.

Wird etwa eine Bankgebühr vom Konto abgebucht, schlägt Numbrs die Eröffnung eines neuen Bankkontos vor und stellt dann im sogenannten Money Store fünf Angebote von Partnern zur Auswahl bereit, ähnlich funktioniert es bei Versicherungspolicen. „Wir zeigen den Kunden an, wie viele Versicherungsverträge sie selbst haben und wie sie damit im Vergleich zu ähnlichen Kunden dastehen“, so Saidler.

Eine Empfehlung zu einzelnen Produkten – Versicherungspolicen, Girokonten, Kreditkarten und Ratenkredite – gibt Numbrs indes nicht. Hier kommt wieder das Streben des Wahl-Schweizers Saidler nach Neutralität zum Tragen. Sein Unternehmen wähle die Kooperationspartner sorgfältig aus und ermittle die besten Produkte.

Geld verdienen werde Numbrs über Provisionen, die Partner bei Vertragsabschluss zahlen. Einen Interessenkonflikt sieht Saidler darin nicht. „Wir arbeiten jedoch daran, dass wir von allen Partnern einheitliche Provisionen bekommen und werden die Höhe dieser Zahlungen bald auch transparent in der App ausweisen“, so Saidler.

Auf den neuen Partner Allianz sei er „sehr stolz“, sagt der Gründer, die Prüfungen durch einen solchen Konzern müsse man erstmal überstehen. Ab sofort stehe das Produkt „Mein Haushalt” der Allianz Deutschland im Money Store bereit – eine Kombination aus Haftpflicht, Hausrat, Internetschutz und Reisegepäckschutz. Im Laufe des Jahres werde das komplette Reiseversicherungsangebot von Allianz Partners bei Numbrs verfügbar sein.

Laut Rainald Kirchberg, Fachbereichsleiter Bancassurance & Projektmanagement der Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG, soll es bei der Kooperation aber nicht nur um Produktangebote für den Money Store gehen. „Wir wollen gemeinsam schnelle, einfache Antragsprozesse und neue Funktionalitäten für mobile Anwendungen entwickeln“, sagt er.

Noch nicht alle Produkte der Partner freigeschaltet

Insgesamt hat Numbrs laut Saidler nun vertragliche Vereinbarungen mit „30 führenden Banken und Versicherungen“. Noch sind jedoch nicht alle Produkte der Partner freigeschaltet.

So finden sich im Money Store nur Angebote von rund 15 Unternehmen. Es würden kontinuierlich neue Produkte hinzugefügt, so der der Numbrs-Chef. Noch nicht umgesetzt ist der Plan für Sparprodukte: Das sei jedoch weiterhin geplant und er spreche aktuell mit einer Reihe von Partnern.

In welche Richtung das gehen könnte, zeigt eine Liste der Partner, die dem Handelsblatt vorliegt. Darauf steht auch das Fintech Raisin, das in Deutschland die Zinsplattform Weltsparen betreibt, über die Kunden Tages- und Festgeldkonten abschließen können.

Die Numbrs-App wird seit 2014 in Deutschland angeboten. Die Zahl der Nutzer nennt das Unternehmen nicht. Inzwischen seien über die App jedoch 1,5 Millionen Bankkonten eingebunden worden, sagt Saidler. Allerdings: Diese Zahl nannte er auch schon Anfang 2017. Im gleichen Zeitraum sind die Downloadzahlen der App laut dem Unternehmen von 1,5 Millionen auf mehr als 2,0 Millionen gestiegen.

Das lässt den Rückschluss zu, dass zwischenzeitlich zwar neue Kunden gewonnen wurden, andere das Angebot aber nicht mehr nutzen. Numbrs erklärt das damit, dass es zwischenzeitlich auf Marketing verzichtet habe und sich ganz auf die technische Weiterentwicklung der App konzentrierte.

Am Markt gibt es mehrere ähnliche Apps, sie heißen beispielsweise Outbank und Finanzblick. Eine Kontoübersicht und Spartipps gibt auch das Fintech Finanzguru, dort können Nutzer aus der App heraus allerdings keine Zahlungen auf ihren Konten auslösen.

Um die Kontoinformationen dauerhaft verarbeiten und Zahlungen auslösen zu dürfen, benötigt Numbrs ab Mitte September eine Registrierung und Erlaubnis bei einer europäischen Finanzaufsicht. Hintergrund ist die zweite Zahlungsdiensterichtlinie PSD2.

Saidler hat sich für Luxemburg entschieden. Günstig sei das aber nicht gewesen. „Die Regulierung hat uns zwei Millionen Euro gekostet“, sagt er. Noch stehe die finale Zustimmung der Aufseher aus.

Aktuell hat Numbrs nach Aussage von Saidler rund 150 Mitarbeiter. Kontrolliert wird das Unternehmen zu einem großen Teil von Saidler, der nach eigener Aussage noch mehr als 70 Prozent an der Firma hält. Zudem gebe es 50 weitere Privatinvestoren, darunter Sir Ronald Cohan, Pierre Mirabaud, Marius Nacht und der Staatsfonds Dubai.

Risikokapitalgeber lehnt der Gründer wegen der Gefahr der Weiterleitung der Geschäftsgeheimnisse ab. Bisher seien 160 Millionen Schweizer Franken in das Unternehmen geflossen.

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