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Finanz-Start-up Fintech Arabesque setzt auf Nachhaltigkeit – und den Partner Philipp Rösler

Arabesque S-Ray gewinnt drei prominente Finanzfirmen als Investoren. Für Geschäftskontakte soll in Zukunft Philipp Rösler sorgen.
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Der Kupferhersteller hat sich von Arabesque hinsichtlich Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung bewerten lassen. Quelle: dpa
Aurubis

Der Kupferhersteller hat sich von Arabesque hinsichtlich Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung bewerten lassen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Als Andreas Feiner vor sechs Jahren die Barclays Bank verließ, dachte er noch nicht daran, einmal ein Finanztechnologie-Start-up zu gründen. Heute wird seine Firma Arabesque S-Ray weltweit von Finanzinstituten und Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen genutzt.

Wie Feiner dem Handelsblatt bestätigt, haben jetzt vier prominente Geldgeber rund 18 Millionen Euro in das Unternehmen investiert: Allianz X, ein Investmentarm des Versicherers Allianz, Commerz Real, ein Unternehmen der Commerzbank-Gruppe, die Deutsche-Bank-Tochter DWS und das Land Hessen. Als strategische Partner sollen sie der Firma mit Sitz in Frankfurt auch helfen, noch mehr Kunden zu gewinnen.

Zunächst hatte Feiner mit drei Barclays-Kollegen die Fondsgesellschaft Arabesque Partners gegründet. Die Besonderheit: Sie wollten in Unternehmen investieren, die nachhaltig wirtschaften.

Um solche Firmen zu finden, entwickelten sie ein Analysetool, das nicht nur auf den eigenen Bekenntnissen der Unternehmen basiert, sondern auch auswertet, was in Zeitungen, sozialen Medien oder von nichtstaatlichen Organisationen über die Firmen geschrieben wird. Inzwischen werden mehr als 30.000 Quellen in 170 Ländern analysiert.

Ihre Auswertungen weckten schnell das Interesse anderer Firmen, denn Nachhaltigkeit hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Megatrend entwickelt. „Eigentlich wollten wir die Daten nur für unseren eigenen Fonds nutzen“, sagt Feiner. „Indem wir sie mit anderen teilen, können wir aber einen viel größeren Beitrag zu nachhaltigem Wirtschaften leisten.“ Deshalb sei Arabesque S-Ray 2017 als Schwesterunternehmen zur Fondsgesellschaft gründet worden.

Der Name Arabesque steht für „Kunst durch Mathematik und Geometrie“. „Damit wollten wir ausdrücken, dass durch die geschickte Datenanalyse etwas Kreatives entstehen kann“, so Feiner.

Aus den gesammelten Informationen erstellt Arabesque S-Ray einen ESG-Score, was für „Environment, Social, Governance“ steht – also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Derzeit analysiere S-Ray mithilfe von Big Data und Künstlicher Intelligenz (KI) weltweit 7000 Firmen. In Deutschland erfüllen aktuell der Kupferproduzent Aurubis, der Versicherungskonzern Talanx und die Maschinenbaugruppe Gesco den ESG-Score zu 100 Prozent.

Mit der Unterstützung der vier Investoren soll Arabesque weiterentwickelt und die Zahl der Mitarbeiter innerhalb eines Jahres auf 70 verdoppelt werden. Für neue Kontakte soll zudem Philipp Rösler sorgen, der ehemalige Bundesminister für Wirtschaft und Technologie. Er ist kürzlich als Partner bei Arabesque eingestiegen und berät auch S-Ray.

Neben Vermögensverwaltern nutzen laut Feiner auch Unternehmen das Tool, um ihre Außenwahrnehmung oder die Nachhaltigkeit ihrer Partner zu prüfen: „Mit drei Dax-Konzernen stehen wir gerade für Projekte in engem Austausch.“

Die Bedeutung des Themas unterstreichen auch die Investoren. „Bewertung von Nachhaltigkeit wird immer wichtiger, um fundierte Anlageentscheidungen zu treffen“, sagt etwa Nazim Cetin, Geschäftsführer von Allianz X. Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir will, dass Frankfurt beim Thema Green Finance „vorne mitspielt“. Zudem könnten der Klimawandel und seine dramatischen Auswirkungen ohne privates Kapital nicht gestoppt werden. „Ein Investor aber muss erkennen können, ob er es mit einer wirklich nachhaltigen Anlage oder mit „Greenwashing“ zu tun hat. Transparente.“ Dabei könne Arabesque S-Ray helfen.

Wie das Handelsblatt aus Finanzkreisen erfuhr, geht des Interesse des Investors DWS an Arabesque noch weiter. Dieser soll sich in Gesprächen über eine Beteiligung an der KI-Plattform des Unternehmens befinden. Diese könnte er dann auch für Analysen nutzen, die über die Bewertung von Nachhaltigkeitskriterien hinausgehen.

Mehr: Nachhaltiges Investieren liegt im Trend – und die Konzerne stehen auf dem Prüfstand. Große Geldverwalter verlangen von Unternehmen mehr Informationen über die Auswirkungen ihrer Geschäfte auf das Klima.

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