Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Finanzaufseher verteidigen Geldhäuser Bankgebühren? „Das Normalste der Welt“

Die Finanzaufsicht verteidigt Gebühren für Bankkunden. Ein gesundes Geldhaus müsse aufwandsgerechte Preise verlangen, meint Bafin-Chef Felix Hufeld. Kleinere Geldhäuser will man bei der Regulierung entlasten.
Update: 09.05.2017 - 12:25 Uhr 17 Kommentare
Die Finanzaufsicht will die Regeln für kleinere Banken in Deutschland vereinfachen. Quelle: Reuters
Bafin-Chef Hufeld

Die Finanzaufsicht will die Regeln für kleinere Banken in Deutschland vereinfachen.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDie deutsche Finanzaufsicht Bafin will weniger strenge Regeln für kleine Geldhäuser. „Wir haben ein Maß an Regulierung erreicht, das kleinere Banken über Gebühr und – mit Blick auf ihr Risikoprofil – unnötig belastet“, sagte Bafin-Präsident Felix Hufeld am Dienstag. „Das sollten wir ändern – ohne allerdings Abstriche bei der Stabilität zu machen.“

Alle Kreditinstitute, auch kleine, müssten mit ausreichend Eigenkapital und Liquidität ausgestattet sein, so Hufeld. Dennoch stelle sich die Frage, für welche unter ihnen eingeschränkte Regeln gelten könnten – zum Beispiel mit Blick auf Eigenkapitalanforderungen. Die bisherigen Vorschläge der EU-Kommission gehen der Bafin dabei nicht weit genug. Sie will gemeinsam mit der Bundesbank, dem Bundesfinanzministerium und der deutschen Kreditwirtschaft in etwa einem Monat einen Vorschlag für entsprechende Erleichterungen vorlegen.

Nirgendwo sonst in der EU gibt es so viele kleine Kreditinstitute wie in Deutschland. So sind als regionale Geldhäuser allein knapp 400 Sparkassen und fast 1000 Volks- und Raiffeisenbanken aktiv – teils mit weniger als 50 Mitarbeitern. Auch Banklobbyisten sind seit längerem dafür, kleine Häuser weniger hart anzufassen.

Hufeld verteidigte zudem die Banken, die in letzter Zeit Gebühren für Bankdienstleistungen eingeführt oder erhöht haben. „Wer Kunde einer gesunden Bank oder Sparkasse sein will, muss akzeptieren, dass das Institut aufwandsgerechte Preise verlangt und neue Ertragsquellen erschließt, wenn alte versiegen.“ Sobald der konjunkturelle Rückenwind abflaue, „könnte der Druck auf die Institute noch einmal deutlich steigen“.

Zahlreiche Sparkassen, private und genossenschaftlichen Banken haben in den vergangenen Monaten die Preise für die Kontoführung angehoben und teils Preise für einzelne Dienstleistungen erstmals eingeführt – bis hin zu Gebühren für Barabhebungen am Geldautomaten.

Die Bafin fordere aber keine höheren Gebühren, betonte Hufeld, sondern stabile Geschäftsmodelle. Schließlich müssten die Kreditinstitute damit rechnen, dass angesichts der Niedrigzinsen in der Euro-Zone ihre „Zinsüberschüsse in erklecklicher Form abschmelzen“. Darauf müssten Banken reagieren, unter Umständen auch durch höhere Gebühren. Die Aufseher würden mit Sorge beobachten, ob Banken schnell genug reagieren würden.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Aufseher greift bei Basiskonten ein
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Finanzaufseher verteidigen Geldhäuser - Bankgebühren? „Das Normalste der Welt“

17 Kommentare zu "Finanzaufseher verteidigen Geldhäuser: Bankgebühren? „Das Normalste der Welt“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Herr Hofmann, ich sage ja nicht, daß einem Gebühren -oder auch demnächst belastete Negativzinsen?- gefallen müssen, sie ergeben sich aber quasi zwangsläufig aus einem Zinsumfeld, daß von der Notenbank gestaltet wird.

    Natürlich nur, um die (Kern-) Inflation anzufachen und uns vor Deflation zu bewahren und die Wirtschaft im Euroland anzukurbeln. Selbstredend. :)

  • Danke, Herr Horn!!!

  • @Herr Marc Hofmann09.05.2017, 15:11 Uhr
    :-) Herr Hofmann, die deutsche Bankenlandschaft besteht aus Großbanken, den Sparkassen, den Genossenschaftsbanken und ein paar Spezilinstituten. Soviel Unterscheidung muss schon sein. Während amn über die Großbanken wohl nicht mehr viel sagen muss, waren es gerade die Sparkssen und Volksbanken, die mit ihrem bodenständigen Geschäftsmodell ganz gut durch die Krise kamen. Diese -im internationalen Vegleich- relativ kleinteiligen Institute haben in der Vergangenheit großteils vom Zinsüberschuss gelebt. Durch die negative Verzinsung der Notenbankliquidität und die "Zinsgestaltung" der Notenbank am Anleihemarkt (Stichwort Anleihekaufprogramme), sind die Zinserertäge aus Anleihen und Krediten jedoch stramm runtergegangen. Jede Neuanlage heute wirft nur noch ein Bruchteil dessen ab, was es vor jahren gebracht hat. Hinzu kommen die Belastungen aus dem Aufsichtsrecht und der Digitalisierung. Folge: die kleinen bodenständigen Banken, schliessen Filialen, bauen personal ab, fusionieren - und müssen sich neuen Ertragsquellen erschliessen. Leistungen, die früher aus dem Zinsüberschuss quesubventioniert wurden, werden heute bepreist.

    Die Bafin hatte bereits in 2015 mal eine Anfrage zu den Auswirkungen der Niedrigzinsen gestartet, diese wird in 2017 wiederholt.

    https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Meldung/2015/meldung_150520_nza.html

    Die Auswirkungen sind, na sa wir, gravierend, und das um so mehr, je länder das Niedrigzinsumfeld anhält. :-)

    https://www.bafin.de/SharedDocs/Downloads/DE/Rede_Vortrag/dl_150918_pk_niedrigzinsumfeld_bbk_bafin.pdf?__blob=publicationFile&v=5

  • Es ist immer wieder angenehm, mit Ihnen, Herr Hoffmann zu "diskutieren".
    Schon spannend, wenn man seit Jahrzehnten in der Branche arbeitet und dann gesagt bekommt, man hat keine Ahnung. *totlach* Also ich sehe jeden Tag die internen Zahlen. Und glauben Sie mir....der Druck ist immens! Da werden keine Milliarden mehr verdient in D.
    Wir sollten mal nen Kaffee trinken gehen. D.h. wenn sie sich vor die Türe trauen bei der ganzen Verschwörung da draussen. ;)

  • @ Herr Max Mustermann09.05.2017, 14:34 Uhr

    Geben Sie es auf. Es hat keinen Sinn. Leute, die von Banken-Finanzmafia schreiben haben keine Ahnung vom Bankgeschäft und wollen die Fakten auch gar nicht hören. Reine Polemik.

  • @Hoffmann
    wenn ihre Rechnung da mal nicht zu einfach ist. die Spanne ist durch die -0,5% schonmal nicht so groß. Und dann rechnen Sie mal alles Kosten, die zumeist Fixkosten sind (Gehälter, Regulatorik, Mieten, Unterhalt......) Und ein Eigenkapitlageber will normalerweise auch etwas haben. Und da ALLES über die IT enschieden wird, dürfen sie nochmal aber Millionen in die Hand nehmen, um die Systeme ständig zu erneuern bzw. an Internetkultur und neue Gewohnheiten anzupassen. Andererseits gibt es viele Geschäftsbereiche von früher schlicht nicht mehr.
    Die Krux ist doch, dass gerade in den USA und auch GB wieder munter spekuliert werden darf. Und die dort erziehlten horrenden Renditen üben dermaßen Druck, gerade auf europäische Banken aus. Sieht man ja auch daran, dass die Deutsche Bank international immer unbedeutender wird.

  • @Marc Hofmann
    Wenn dem so wäre wie Sie sagen, würden wohl kaum die Banken aus dem genossenschaftlichen Sektor und die Sparkassen zur Zeit massiv Kosteneinsparungen durch Fillialschließungen und anderes betreiben, oder geht da auch jeder "Gewinneuro" in Bonizahlungen des Managemets??

  • Das Problem der Gebühren/Kosten für Bankkonten und anderen Dienstleistungen der Banken liegt darin begründet, dass man seit Jahren den Kunden dazu erzogen hat, dass dieser Service kostenlos ist. Für die Banken hat sich das in der Vergangenheit aufgrund der Zinssituation noch gelohnt. Gegen die Erhebung von Kosten ist nichts einzuwenden, sofern sie verhältnismäßig sind und nicht andere Kosten/Verluste quersubventionieren. Die große Aufgabe besteht nun darin den Kunden "umzuerziehen" und das sollte m.E. langsam und schrittweise durchgeführt werden.

  • @Herr Kahrmann
    zu den 0,4 Strafzins können sie noch 0,1% Abgabe an den Einlagensicherungsfonds rechnen. Macht in Summe 0,5% - Einechtes Draufzahlgeschäft. Das muss man bei ein paar Milliarden Einlagen erstmal woanders verdienen - oder einsparen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Alle Kommentare lesen