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Finanzaufsicht Die Finanzaufsicht des Vatikans meldet Erfolge gegen Geldwäsche

Seit März 2019 ist der Vatikan Teil des europäischen Zahlungsraums Sepa. Ein Meilenstein auch für die Finanzaufsicht im Kampf gegen Geldwäsche.
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Das verschwiegene Bankhaus wird transparenter. Quelle: Reuters
Päpstliche Schweizergardisten vor dem Gebäude der Vatikanbank

Das verschwiegene Bankhaus wird transparenter.

(Foto: Reuters)

RomDer Vatikan und die Finanzen – jahrzehntelang war dies vor allem eine Geschichte von Skandalen und undurchsichtigen, kriminellen Top-Secret-Geschäften rund um die Vatikanbank IOR. Erst 2010 begann die Aufarbeitung. Papst Benedikt XVI. schuf die Finanzinformationsbehörde AIF, und Papst Franziskus gab der Behörde 2013 ihre Statuten.

Heute ist die AIF sowohl Geldwäschemeldestelle als auch Aufsichtsbehörde und mit der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) vergleichbar, mit der der Vatikan zusammenarbeitet.

Inzwischen kann die AIF effizient arbeiten. Seit dem 1. März ist der Vatikanstaat Teil des europäischen Zahlungsraums Sepa. Das sei ein Meilenstein, sagte der AIF-Präsident, der Schweizer Finanzexperte René Brülhart, am Dienstag bei der Vorstellung des Jahresberichts 2018. Und es zeige die Anstrengungen, die der Heilige Stuhl unternehme, um das eigene Finanzgebaren transparent zu machen.

Auf 28 Seiten Büttenpapier sind die Aktivitäten der Behörde aufgelistet. So gab es 2018 das erste Geldwäsche-Urteil des vatikanischen Gerichtshofes überhaupt. Ihm meldet die AIF Verdachtsfälle, er übernimmt dann die Ermittlungen.

Details und Namen stehen zwar nicht in dem Bericht, dafür waren diese ausführlich in den Lokalblättern zu lesen: Im Dezember wurde der italienische Staatsbürger Angelo Proietti zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt, eine Million Euro seines Vermögens wurde beschlagnahmt. Der Verurteilte, Chef eines Bauunternehmens, hatte ein Konto bei der IOR. Mit Hilfe der neuen Vatikan-Gesetze konnte das durchleuchtet werden und man kam ihm auf die Spur.

Dass die Zahl der Hinweise auf Geldwäsche 2018 von 150 auf 56 zurückgegangen ist, sei ein Zeichen von Normalität, meint AIF-Direktor Tommaso Di Ruzza. In elf Fällen wird nun ermittelt.

„Wir sind sehr zufrieden mit unserem maßgeschneiderten System, das wir aufgesetzt haben, um proaktiv und präventiv Maßnahmen ergreifen zu können“, sagt Brülhart.

Mehr zum Thema: Jahrzehntelang blieb Geldwäsche im Vatikan ungesühnt. Jetzt nimmt der Kirchenstaat den Kampf dagegen auf. Im Mittelpunkt: René Brülhart. Der Geldwäschejäger hat einen der außergewöhnlichsten Jobs in der Finanzwelt.

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