Finanzbranche So gefährdet die politische Krise in Italien die europäischen Banken

Die aufflammende Krise in Italien setzt die Geldhäuser europaweit unter Druck. Experten warnen, Banken könnten in einen negativen Sog geraten.
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Die Pläne der Lega und der 5 Sterne verunsichern die Investoren. Quelle: dpa
Euro-Münzen

Die Pläne der Lega und der 5 Sterne verunsichern die Investoren.

(Foto: dpa)

FrankfurtDIW-Präsident Marcel Fratzscher spricht von einem „Spiel mit dem Feuer“. Finanzmarktexpertin Isabel Schnabel twittert: „Jetzt rächt es sich, dass die Euro-Zone eines ihrer größten Probleme nicht angegangen ist: die gegenseitige Abhängigkeit von Staatsverschuldung und Banken.“

Beide Ökonomen reagierten damit auf Gedankenspiele italienischer Politiker, die auf eine Gefährdung des Zusammenhalts in der Euro-Zone hinauslaufen könnten. Italienische Staatsanleihen gaben deutlich nach, die Aktien europäischer Banken reagierten ebenfalls negativ. Damit ist die Branche wieder eine Geisel der Politik geworden.

„Hoffen wir, dass es nicht zum Schlimmsten kommt“, sagt Analyst Philipp Häßler von Equinet, „die Erfahrung der Finanzkrise hat gezeigt, dass sich im Zweifel kaum eine Bank dem Sog entziehen kann“. Umgekehrt gilt aber auch: Wenn sich die Lage beruhigt und gleichzeitig die Europäische Zentralbank deutlicher auf ein Ende der Niedrigzinsphase hinsteuert, hat die Branche gutes Erholungspotenzial.

Die Zinsen sind aus Häßlers Sicht sehr wichtig. Allenfalls ein zu schneller Anstieg könnte vorübergehend auch Probleme auslösen, ist aber nicht zu erwarten.

Häßler sieht allerdings unabhängig davon die Lage der großen deutschen Geldhäuser skeptisch. „Bei der Commerzbank muss sich erst noch zeigen, ob die Strategie der Kundengewinnung aufgeht“, sagt er. Ähnlich sieht er die Situation beim Branchenprimus: „Die Aktie der Deutschen Bank leidet unter der aktuell schlechten Stimmung und der Unsicherheit bezüglich der zukünftigen Strategie.“

Etwas besser stuft er kleinere Häuser wie die Aareal Bank und die Deutsche Pfandbriefbank ein, wobei deren Aktien allerdings auch schon recht gut gelaufen sind.

Peter Richardson von Berenberg glaubt ebenfalls, dass eine größere Italien-Krise Einfluss auf alle europäischen Banktitel haben würde. Er sieht die gesamte Branche recht kritisch und kann nur lukrative Nischen entdecken. Trotz der Italien-Krise nennt er unter anderem Unicredit als positives Beispiel. Die Bank kommt mit dem Abbau fauler Kredite recht gut voran.

Weitere Lichtblicke sind aus seiner Sicht skandinavische Häuser wie Svenska Handelsbanken und Nordea. Sie gelten seit langem als Vorreiter bei der Modernisierung und der Schaffung effizienter Strukturen. In Deutschland kann er dagegen nicht viel Wert für die Investoren entdecken. Bei der Commerzbank und der Deutschen Bank stehen auch aus seiner Sicht die strategischen Herausforderungen im Vordergrund.

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  • Es ist keine Frage ob der Euro zerfällt, die Frage ist nur wann. Schon jetzt zeigt sich das die Schulden nicht getragen werden können. Also Ende des Euro und Ende der betrügerischen EZB!

  • Wenn die EZB 250 Mrd italienische Schulden streicht, brechen alle Dämme.
    Andere Schuldenkönige werden mit recht, das auch für sich verlangen.
    Eigentlich müßte, quer Beet, allen Eurostaaten Schulden entsprechend ihrem Gewicht
    Schulden erlassen werden. Es beginnt eine neue Wirtschaftslehre. Schulden sind
    Guthaben und ein Pferd kann zum Zentralbankpräsidenten ernannt werden.

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