Finanzierung KfW und Fintech starten Pilotprojekt für kommunales Crowdlending

Die KfW und das Fintech CrowdDesk planen die Schwarmfinanzierung für Kommunen. Auf einer Plattform können Gemeinden um das Geld ihrer Bürgern werben.
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Finanzierung: KfW und Fintech starten Projekt für Crowdlending Quelle: dpa
KfW

Die Förderbank kooperiert mit CrowdDesk um alternative Finanzierungsformen in die Diskussion zu bringen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Kinofilm „Stromberg“, der Name des Heimatstadions des 1.FC Nürnberg und die „PebbleWatch“ haben eines gemeinsam: Sie alle sind durch Crowdfunding finanziert worden. Eine Vielzahl von Menschen – die Crowd – hat diese Projekte finanziell unterstützt – und damit ihre Umsetzung erst ermöglicht.

Nun sollen auch Kommunen Geld aus der Crowd einsammeln können ohne bei einer Bank vorstellig werden zu müssen. Die KfW hat zusammen mit dem Fintech CrowdDesk eine Kooperation für kommunales Crowdlending an den Start gebracht.

Über die Plattform „LeihdeinerStadtGeld“, die von CrowdDesk betrieben wird, erhalten damit auch Kommunen die Möglichkeit ihre Vorhaben zu präsentieren und dafür von ihren Bürgern Kleinstkredite zu erhalten.

Mögliche Projekte könnten die Sanierung einer Grundschule, der Neubau eines Kindergartens oder die bessere Ausstattung der örtlichen Feuerwehr sein.

„Die Kooperation zwischen CrowdDesk und KfW soll dabei helfen, Crowdlending auch zu einem festen Bestandteil des Finanzierungsbaukastens eines jeden Kämmerers zu machen“, sagt Johannes Laub, Mitgründer und Geschäftsführer von CrowdDesk. Zusammen mit der KfW wolle man die Diskussion über alternative Finanzierungsformen voranbringen.

Beim klassischen Crowdfunding können Unterstützer im Erfolgsfall auf eine Gewinnbeteiligung hoffen – so wie im Fall des Kinokassenschlagers „Stromberg“. Andere Projekte ähneln dagegen eher einer Spenden-Aktion. So hat der Name Max-Morlock-Stadion für die Fans des 1. FC Nürnberg vor allem einen ideellen Wert.

Anders bei „LeihdeinerStadtGeld“: Hier vergeben die Bürger einen Kredit an ihre Kommune, die Höhe bestimmt dabei jeder selbst. „Die Bürger genießen die Vorzüge eines marktüblichen Zinses und mit Ende der Kreditlaufzeit die Rückzahlung des Bürgerkredits“, erklären die Initiatoren von „LeihdeinerStadtGeld“.

Doch natürlich muss sich niemand diese Zinsen auszahlen lassen. „Wenn sie die Gemeinde besonders unterstützen möchten, können sie auf die Zinszahlungen ganz oder teilweise verzichten“, heißt es weiter.

Das geliehene Geld erhalten Anleger in jedem Fall zurück, verspricht die Plattform. Denn Kommunen können nicht Pleite gehen. Zur Not springt bei Zahlungsschwierigkeiten das Land ein.

Egal ob mit Zinsertrag oder ohne: KfW-Vorstandmitglied Ingrid Hengster sieht vor allem zwei Chancen: „Die Bürger erhalten die Möglichkeit zur sinnstiftenden Investition vor Ort und eine alternative, festverzinsliche Geldanlage.“

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