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Finanzierungsplattform Reederei Maersk investiert in Berliner Fintech Modifi

Eine Finanzierungsrunde in Höhe von 5,5 Millionen Euro haben bereits viele Finanz-Start-ups abgeschlossen. Doch ein solcher Investor ist ungewöhnlich.
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Die dänische Containerschiffsreederei Moller-Maersk ist die größte der Welt. Quelle: AFP
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Die dänische Containerschiffsreederei Moller-Maersk ist die größte der Welt.

(Foto: AFP)

Frankfurt Wenn es um neue Finanzierungsrunden geht, haben deutsche Finanz-Start-ups die Latte zuletzt sehr hoch gehängt – 100 Millionen Euro für die Anlageplattform Raisin, 110 Millionen für das Versicherungs-Start-up Wefox, 260 Millionen für die Smartphonebank N26. Dass die Finanzierungsplattform Modifi nun in ihrer zweiten Kapitalrunde 5,5 Millionen Euro eingeworben hat, erscheint dagegen beinahe nicht erwähnenswert. Besonders sind aber die Geldgeber – und der Markt, den das Start-up nun erobern will.

Wie das Handelsblatt von Co-Gründer und Geschäftsführer Nelson Holzner erfuhr, hat Maersk Growth, der Corporate Venture-Arm von A.P. Moller-Maersk, der größten Containerschiffsreederei der Welt, die Finanzierungsrunde angeführt – gemeinsam mit dem internationalen Investor Global Founders Capital. Expandieren will Modifi nun nach Indien.

Die Plattform Modifi (Modern Digital Finance) wurde im November 2018 von Holzner, Sven Brauer und Jan Wehrs gegründet. Die drei gehörten zum Kernteam von Billpay, einem Dienstleister zur Abwicklung von Rechnungszahlungen, den vor zwei Jahren der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna gekauft hat. Über Modifi können Händler einzelne Bestellungen im Wert von 5.000 bis 75.000 Euro vorfinanzieren lassen. Interessant soll das insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen sein, die Waren im Ausland einkaufen, dort aber keinen Zahlungsaufschub bekommen. Auch bei der Absatzfinanzierung will Modifi Unternehmen künftig helfen.

Indien soll erst der Beginn der Expansion sein

Die neue Finanzierungrunde ist die zweite des gerade acht Monate alten Unternehmens. Vor dem Start hatten die Gründer bereits drei Millionen Euro eingesammelt. „Das Investment von Maersk ist ein Ritterschlag für unsere Mission, Handelsfinanzierungen zu digitalisieren“, sagt Holzner. „Wir sind überzeugt, dass diese Partnerschaft zahlreiche Gelegenheiten zur Zusammenarbeit über die reine Finanzierung hinaus bietet.“

Auch Vipul Sardana, Global Head of Trade Finance von Maersk, stellt eine Kooperation in Aussicht: „Wir freuen uns auf die Partnerschaft mit Modifi und darauf, Synergien einer Zusammenarbeit zum Nutzen von bestehenden und zukünftigen Kunden von Maersk Trade Finance auszuloten“, lässt er sich in einer Mitteilung des Fintechs zitieren.

Das Unternehmen hat bereits Niederlassungen in Berlin und Amsterdam. Indien soll laut Holzner erst der Beginn der Expansion sein, weitere Länder sollen folgen. In Indien sei es für europäische Unternehmen besonders schwierig, ein Zahlungsziel auszuhandeln, sagt Holzner. Weiterer Vorteil des Marktes: Solange das Geld an Unternehmen außerhalb Indiens gehe, müsse das Fintech dort keine lokale Lizenz für das Geschäft beantragt werden.

Die Kreditentscheidungen würden in der Regel innerhalb von 48 Stunden getroffen, berichtet der Gründer. Finanziert würden nur solche Bestellungen, bei denen das Fintech sicher sei, dass die Kreditnehmer damit Geld verdienen können. Die Bewertung erfolge per automatisierter Datenanalyse.

„Klinkenputzen“ für steigende Bekanntheit

Im Rahmen der Einkaufsfinanzierung zahlt Modifi das Geld zum Fälligkeitstermin an den Lieferanten und räumt dem Käufer ein Zahlungsziel von 30 bis 120 Tagen ein. Auch Preisnachlasse für schnelle Zahlungen, sogenannte Skonti, können sich Einkäufer sichern, indem sie die fehlende Liquidität von dem Berliner Start-up überbrücken lassen – was sich lohnt, sobald der Skonto höher ist als die Gebühren für die Finanzierung. Diese richten sich nach der Bonität und dem Finanzierungsvolumen.

Ermöglicht wird das Angebot durch eine Partnerschaft mit der Solarisbank, dank deren Banklizenz Modifi das Geschäft betreiben darf und die das Geld für die Finanzierungen bereitstellt. Zahlreiche Unternehmen hat Modifi laut Holzner schon bedient. Um die Bekanntheit zu steigern, sei jedoch weiterhin „Klinkenputzen“ angesagt. Dies funktioniere aber häufig nicht über persönliche Gespräche, sondern gezielte Ansprachen über soziale Netzwerke oder E-Mails – ganz digital eben.

Mehr: Deutsche Finanz-Start-ups sammeln Gelder in Rekordhöhe ein

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