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Finanzinvestor Doughty Hanson setzt wieder auf deutsche Firmen

Lange Zeit war es um Doughty Hanson still gewesen, bis er zuletzt mit dem Verkauf der restlichen 18 Prozent an der Autowerkstattkette ATU wieder von sich reden machte. Jetzt hat sich der Finanzinvestor angriffslustig gezeigt: Nach Deutschland sollen wieder Milliarden fließen.
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Doughty Hanson ist vor allem durch sein Egagement bei ATU bekannt geworden. Quelle: ap

Doughty Hanson ist vor allem durch sein Egagement bei ATU bekannt geworden.

(Foto: ap)

HB FRANKFURT. Der britische Finanzinvestor Doughty Hanson will in Deutschland nach längerer Abstinenz wieder angreifen. "Wir haben uns in Deutschland in letzter Zeit zurückgehalten. In der nächsten Zeit werden wir aber aller Voraussicht nach wieder aktiver werden", sagte Deutschland-Chef Claus Felder der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Montag veröffentlichten Interview. "Die Chance ist 50:50, dass wir hier in den nächsten zwölf Monaten wieder zukaufen."

In den langen Pausen zwischen den Engagements sieht Felder allerdings ein Erfolgsgeheimnis: "Wir haben schon mehrere Transaktionen abgeschlossen, weil wir nicht ganz oben auf dem Radarschirm waren." Noch seien die Gelegenheiten aber gerade in dem Segment zwischen 300 Mio. und einer Milliarde Euro rar, betonte der Manager. In diesem Bereich ist Doughty Hanson für gewöhnlich unterwegs.

Viele solcher Unternehmen sind in Familienbesitz. Hier hoffen Finanzinvestoren seit Jahren vergeblich auf Gelegenheiten, den Generationswechsel oder eine knappe Kapitaldecke für sich zu nutzen. "Da braucht man einen langen Atem", sagte Felder. "Mittelständler erwarten, dass man auf sie zugeht und langfristig Kontakt hält." Hätten sie sich einmal auf einen Wert für ihr Unternehmen festgelegt hätten, hielten sie daran fest - Rezession hin oder her. Ein Minderheitsanteil, wie ihn KKR vor kurzem an dem Aromen-Hersteller Wild ("Capri-Sonne") erworben hat, ist für den Doughty-Hanson-Mann keine Alternative: "Da ist man nur passiver Beifahrer."

Bei A.T.U hatte Doughty Hanson 2002 zugegriffen - nach fünf Jahren ohne Beteiligung in Deutschland. 2004 wurde die Mehrheit schon wieder an den Rivalen KKR verkauft. Der Bonner Automatisierungs-Spezialist Moeller kam 2005 ins Doughty-Hanson-Portfolio, zwei Jahre später ging er an den Konkurrenten Eaton. Im Schnitt halten Private-Equity-Firmen ihre Beteiligungen fünf bis sieben Jahre.

Felder sieht in den relativ schnellen Weiterverkäufen aber kein Problem. "Es ist kein Wert an sich, ein Unternehmen lange zu halten", erklärte er. "Wer das erste Zeitfenster für einen Verkauf nicht nutzt - und das kann nach zwei, fünf oder sieben Jahren sein -, vergrößert nur sein Portfolio."

Um die notleidenden Autozulieferer macht Doughty Hanson derzeit einen Bogen. "Die Struktur der Branche ist schwierig. Da bekommen sie ihre Marge mehr oder weniger zugewiesen." Viele Zulieferer in Händen von Private Equity hatten im vergangenen Jahr Insolvenz angemeldet oder waren von den Gläubigern übernommen worden. "Uns liegen eher der Maschinenbau und die Konsumgüterbranche", sagte Felder.

Gebremst wird der Übernahme-Hunger der Investoren noch immer von den Banken. Bei Neufinanzierungen seien sie weiterhin sehr wählerisch, berichtete der Manager. Die Flaute auf dem M&A-Markt werde deshalb noch mindestens ein halbes Jahr anhalten. "Der Sommer wird noch ruhig werden." Und auch danach müssten die Finanzinvestoren mehr eigenes Geld in die Hand nehmen als vor der Finanzkrise, was die potenziellen Renditen drückt. "Bei uns waren früher 30 Prozent die untere Grenze, im Moment sind eher 50 Prozent die Norm", sagte Felder.

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1 Kommentar zu "Finanzinvestor: Doughty Hanson setzt wieder auf deutsche Firmen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Da kann man im Sinne der deutschen Firmen nur hoffen, diese Heuschrecken warten noch ein Stück länger.
    Auf solche Verbrecherischen Firmen können wir getrost verzichten. Eine der Ursachen der letzten Krise übrigens!

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