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Finanzkrise Hypo-Vereinsbank in roten Zahlen

Die Hypo-Vereinsbank rutscht erneut tief in die Verlustzone. Im dritten Quartal musste die Tochter der italienischen Großbank Unicredit einen Verlust von 285 Millionen Euro verbuchen. Wie das Gesamtjahr enden wird, lässt sich noch gar nicht abschätzen.
Das Verwaltungsgebäude der Hypo-Vereinsbank. Foto: ap Quelle: ap

Das Verwaltungsgebäude der Hypo-Vereinsbank. Foto: ap

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HB MÜNCHEN. Neuerliche Belastungen aus der Finanzkrise haben die Hypo-Vereinsbank (HVB) wieder in die roten Zahlen gedrückt. Der Verlust habe sich im dritten Quartal auf 285 Mio. Euro belaufen nach einem Gewinn von 83 Mio. im gleichen Vorjahreszeitraum, teilte die Münchener Tochter der italienischen Großbank UniCredit am Mittwoch mit. Hauptgründe dafür waren ein Handelsverlust von 490 Mio. Euro sowie eine mehr als verdreifachte Risikovorsorge für faule Kredite.

Die HVB profitierte dabei - wie andere Banken auch - von den gelockerten Bilanzregeln. Wertpapiere im Volumen von 14,6 Mrd. Euro wurden umgebucht, was zu geringeren Abschreibungen führte. Ohne diese Maßnahme wäre die Bank noch um knapp 700 Mio. Euro vor Steuern tiefer in die Verlustzone gerutscht. Gleichwohl musste die HVB noch Wertberichtigungen von 560 Mio. Euro vornehmen. Die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers kostete zusätzlich 156 Mio. Euro.

Wegen der anhaltenden Turbulenzen an den Börsen kann die Großbank ihr Ergebnis im Gesamtjahr weiterhin nicht einschätzen. Fest steht nur, dass die Risikovorsorge wieder steigen wird.

Der Chef der HypoVereinsbank, Wolfgang Sprißler, sieht wegen der Finanzkrise derzeit noch keine Engpässe bei der Kreditvergabe. „Wir sehen keine Kreditklemme. Die Kreditvolumen steigen sogar leicht“, sagte Sprißler am Mittwoch bei einer Telefonkonferenz. „Ich kann hier nicht sehen, dass wir auf die Bremse treten. Wir werden uns berechtigten, sinnvollen und vernünftigen Investitionsvorhaben unserer Kunden nicht verschließen.“

Ohne Folgen bleibe die Krise aber nicht. So dürften sich Kredite künftig zumindest verteuern. „Die Einstandskosten werden für die Kunden steigen.“ Ein schnelles Ende der Finanzkrise sei nicht abzusehen.

Nach den ersten neun Monaten stand bei der HVB dank eines starken zweiten Quartals nur ein Verlust von 64 Mio. Euro. Dieser geht auf das Investmentbanking zurück. Alle anderen Divisionen schrieben schwarze Zahlen. Der Gewinn der Konzernmutter UniCredit fiel im Quartal um mehr als die Hälfte auf 551 Mio. Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten mit 491 Mio. Euro gerechnet. Die Mailänder sprachen von „dramatischen Bedingungen“ an den Kapitalmärkten.

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