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Finanzmarktregulierung USA wollen Banken mit Bilanztrick retten

Neue Bilanzregeln könnten Amerikas Banken über Nacht sanieren. Zumindest zum Schein. Über 7 800 von den Folgen der Finanzkrise arg gebeutelten Kleininstitute sollen Verluste aus Krediten künftig auf zehn Jahre verteilen können. Aus Pleitegeiern würden so mit einem Schlag „gesunde“ Banken. Diese Wunderheilungs-Methode ist ein Erfolg von Lobbyisten.
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Amerikas Banken hoffen auf gelockerte Bilanzregeln für Kredite. Quelle: ap

Amerikas Banken hoffen auf gelockerte Bilanzregeln für Kredite.

(Foto: ap)

NEW YORK. Der US-Bankensektor steht vor einer Art Wunderheilung. Den Lobbyisten der Finanzbranche ist es gelungen, eine Änderung der Bilanzregeln in das Finanzmarktregulierungsgesetz zu schmuggeln, die aus schlechten Krediten gute macht. Abgesehen von den Großbanken der Wall Street sollen alle Finanzhäuser der USA in Zukunft Verluste aus toxischen Krediten auf zehn Jahre verteilen können. Die Begründung: So sollen die Institute wieder mehr neue Kredite vergeben können. "Ich glaube, wir brauchen diese Regel für kleinere Banken und den Mittelstand, damit alle wieder auf die Füße kommen", sagte der für die Änderung verantwortlich Abgeordnete Ed Perlmutter aus Ohio.

Die USA stehen derzeit vor dem Abschluss der tiefgreifensten Neuregulierung ihres Bankensystems seit den 1930ern. Der Vermittlungsausschuss der beiden Parlamentskammern wollte am Donnerstag den Gesetzestext endgültig verabschieden, damit Präsident Barack Obama bei den Verhandlungen auf dem G-20-Gipfel in Toronto etwas in der Hand hat. Die Sitzung des Vermittlungsausschusses war bei Redaktionsschluss noch nicht beendet. Streitpunkte waren zuletzt das Verbot des Eigenhandels für Großbanken.

Die von Perlmutter nun vorgeschlagene Änderung der Bilanzregeln könnte viele Institute retten, die trotz Staatshilfen vor dem Zusammenbruch stehen. Immobilienkredite im Volumen von mehreren Billionen Dollar sind derzeit vom Ausfall bedroht. Seit Beginn der Krise sind 248 Institute umgefallen, davon allein 83 in diesem Jahr. Weitere 575 Häuser stehen auf einer roten Liste der Aufsichtsbehörde FDIC. Profitieren würden von der Idee gut 7 800 Institute mit einer Gesamtbilanzsumme von drei Billionen Dollar.

Die Gefahr der Lösung liegt für Kritiker darin, dass sie Banken am Leben erhält und zu weiteren Vergabe riskanter Kredite animiert, so dass sie am Ende doch zusammenbrechen. "Das könnte die Kosten für den Steuerzahlen durch eine vermutlich ansteigende Zahl von Insolvenzen in der Zukunft erhöhen", warnte Finanzminister Tim Geithner vor Beginn der entscheidenden Beratungen des Gesetzes.

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12 Kommentare zu "Finanzmarktregulierung: USA wollen Banken mit Bilanztrick retten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Thomas:
    Was heißt denn, dass man bei uns nicht auf die gleiche idee kommt - die meisten "Kleinen", nämlich Volksbanken und Sparkassen, werden schon seit Jahren anders behandelt - und oft "softer" als die privaten (Groß-)banken.
    So hat erst vor kurzem die EU die billige Staatsgarantie (die sog. Gewährsträgerhaftung) für das Sparkassenlager gekippt. in der politischen Diskussion der möglichen Regulierungsänderungen für banken in Deutschland werden auch schon wieder Ausnahmen für Sparkassen angeregt - weil die ja so wichtig seien für die Versorgung des Mittelstands und der Privatbevölkerung.

  • Na, dann sollten wir aufpassen das man bei uns nicht auf die gleiche idee kommt. Sonst haben wir spätestens in 10 Jahren den gleichen Scheiß oder noch schlimmer.

  • Das Faß läuft über!! Uns bleibt nur noch übrig uns rücksichtslos zu wehren und den oberen 10000 das gestohlene Vermögen mit Gewalt wieder wegzunehmen. Auge um Auge, Zahn um Zahn!!!

  • tiefgreifensten ?

  • Ja, der US-Dollar sind nur noch Papierschnitzel, gestuetzt durch gefaelschte bilanzen.
    Der US-Dollar fuehrt ein Ueberlebenskampf.

  • Die USA - ein imperium im unaufhaltsamen Niedergang

    Es betrügt seine Gläubiger, türkt seine bilanzen, verkauft Subprimes für Premium, druckt hemmungslos ungedeckte Dollars, fordert (europäische) Staats-Schuldenjunkies zu noch mehr Schulden auf und pfeift selber - finanz-, wirtschafts- und militärpolitisch - auf dem letzten Loch.

    Das Spiel scheint aus, wenn man, statt des seriösen Niederstwertprinzips, wie es der ordentliche Kaufmann anzusetzen hat, nur noch lügen, tricksen, fälschen und betrügen kann.

    Wer klug ist, tritt ein paar Schritte zurück, wenn ein Lumpen-imperium zusammenbricht. Die Zeichen dafür sind längst offenbar. Und dies nicht nur bei den neuen bilanzierungsregeln angelsächsischer Provenienz, die - vielleicht aus Selbsterhaltung, vielleicht aus historischem Reflex, der beim Niedermachen und der Enteignung der indianer nachhaltig verinnerlicht wurde - jede Ehrlichkeit verhindern wollen. Es geht ja um viel Geld. Das der US-bürger.

  • Das ist also das System Amerika: Trixen und täuschen was das Zeug hält.

    Aber das kennen wir ja längst aus deren berechnungen für die Wachstumszahlen der einzelnen Jahre. Alles Makulatur. Laßt sie sich die Taschen voll lügen, wenn sie dadurch ruhiger schlafen können.

    Nur: Einmal werden sie wach werden. Aber sie werden aus keinem Albtraum erwachen, der wird dann erst beginnen.

  • Da fragt man sich doch glatt, warum banken überhaupt noch bilanzen erstellen sollen - damit die Wirtschaftsprüfer ihre Pfründe nicht verlieren?

  • Das ist toll - als naechstes strecken wir auch die Staatsschulden und alle bankrotten Staaten werden wieder gesund.

  • Es nicht zu wenig Geld vorhanden, sondern die Gierhälse also die Oberen 10.000 die sich ein System geschaffen haben, dass nur ihnen dient, gönnt der restlichen Menschheit nicht mal den Dreck unter den Fingernägeln. Wegen dieser konstruierten Krise müssen jetzt weltweit 64 Millionen Kindern hungern und sogar sterben, nur dass Sorros und Co. sich immer mehr unter den Nagel reißen. ich bin nicht für Gewalt, aber diese Gier nach Geld und Macht der Oberen 10.000 ist schlimmer als alle Kriege, Aids, Ebula, Lebra, Tb usw. zusammen. Wenn die Menschheit in Zukunft in Ruhe und Frieden leben möchte, dann geht es nur ohne die Oberen 10.000. Also treten wir denen jetzt mal richtig in den Arsch und nehmen denen alles weg und verteilen es gerecht unter den Menschen. Wär das Nix?

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