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Finanzpolitik Papst Franziskus erlässt neue Regeln für Vatikanbank

Ein externer Prüfer soll dem skandalgeplagten Kreditinstitut künftig auf die Finger schauen. Nebentätigkeiten sind den Mitarbeitern untersagt.
Update: 11.08.2019 - 18:08 Uhr Kommentieren
Das Oberhaupt der Katholischen Kirche ist als Regierungschef des Vatikan auch für die Belange der Vatikanbank zuständig. Quelle: dpa
Papst Franziskus

Das Oberhaupt der Katholischen Kirche ist als Regierungschef des Vatikan auch für die Belange der Vatikanbank zuständig.

(Foto: dpa)

Vatikanstadt Die Vatikanbank wurde 1942 von Papst Pius XII. gegründet. Und ihr Ziel ist damals wie heute das gleiche: „Schutz und Verwaltung der Güter, die dem Institut von physischen oder juristischen Personen anvertraut werden und die für Werke der Religion und der Nächstenliebe bestimmt sind.“

Doch in der jüngeren Vergangenheit hat die Vatikanbank vor allem mit Skandalen von sich reden gemacht – unter anderem wegen des Verdachts auf Korruption, Geldwäsche und Steuerhinterziehung.

Bereits 2013 hat Papst Franziskus deshalb darüber nachgedacht, die Vatikanbank zu schließen. Stattdessen entschloss er sich zu einer umfassenden Reform. Im Zuge der Änderungen wurden in den vergangenen Jahren Hunderte Konten geschlossen.

 Am Samstag legte Franziskus nun ein neues Statut für das „Istituto per le opere religiose“ (IOR) vor, wie die Bank offiziell heißt. Es sieht unter anderem die Einführung eines externen Revisors vor, der überprüfen soll, ob die IOR-Bilanzen internationalen Standards entsprechen. Die bisherigen drei Stellen interner Revisoren entfallen dafür.

Bei dem externen Prüfer kann es sich um eine Einzelperson oder ein Unternehmen handeln. Der Revisor ist mit weitreichenden Kontroll- und Auskunftsrechten ausgestattet: Er darf alle Bücher und Unterlagen sichten und „jede Information anfordern, die für seine Überprüfung nützlich ist“, heißt es auf der Internetseite des Vatikans. Zudem könne er „Meinungen über das Institut in einem Sonderbericht kundtun“.

Im Zuge des neuen Status wird zudem die Rolle des Aufsichtsrats gestärkt, der mit externen Finanzexperten besetzt ist. Er soll dauerhaft aus sieben und nicht mehr aus fünf Mitgliedern bestehen. In der Kardinalskommission werden dagegen weiterhin fünf Kardinäle vertreten sein, die vom Papst ernannt werden. Im Gegensatz zur bisherigen Regelung dürfen sie in dem Gremium künftig jedoch maximal für zwei fünfjährige Amtsperioden tätig sein. Dasselbe gilt für den verantwortlichen Prälaten, der laut dem Statut „die ethische Dimension“ der Vatikanbank überwachen soll. Das Management muss dem Aufsichtsrat und dem Prälaten jeden Monat schriftlich über die wirtschaftliche Lage Bericht erstatten.

Die Mitarbeiter der Bank, bei denen es sich überwiegend nicht um Geistliche handelt, dürfen künftig keinerlei Nebentätigkeiten mehr nachgehen. Das gilt für bezahlte genauso wie für unbezahlte Aktivitäten.

Die Reform der Vatikanbank, zu deren Kunden unter anderem katholische Institute, Vatikanangestellte und Botschafter beim Heiligen Stuhl gehören, schreitet damit weiter voran.

Im Jahr 2010 schuf Papst Benedikt die Finanzinformationsbehörde AIF, die als Geldwäschemeldestelle und Aufsichtsbehörde fungiert. Seit März ist der Vatikanstaat Teil des europäischen Zahlungsraums Sepa. Das sei ein Meilenstein, sagte AIF-Präsident René Brülhart im Frühjahr.

Die zurückliegenden Reformen des IOR hätten „zum Teil auch Opfer mit sich gebracht“, erklärte der Präsident der Kardinalskommission, Santos Abril y Castelló, am Samstag. Doch es sei der Wunsch des Papstes und des Vatikans, „für Praktiken zu sorgen, die ethisch tragbar sind“.

Mehr: Seit März 2019 ist der Vatikan Teil des europäischen Zahlungsraums Sepa. Ein Meilenstein auch für die Finanzaufsicht im Kampf gegen Geldwäsche.

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