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Finanzsektor Banken wollen keinen „Flickenteppich" mehr im europäischen Zahlungsverkehr

Private Banken diskutieren über Instant Payments als Zahlungsstandard in Europa – das System der Girocard wollen sie aber keinesfalls antasten.
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Wie ließe sich ein neuer Standard im europäischen Zahlungsverkehr mit dem System der Girocard verknüpfen? Quelle: dpa
EC-Karte

Wie ließe sich ein neuer Standard im europäischen Zahlungsverkehr mit dem System der Girocard verknüpfen?

(Foto: dpa)

Frankfurt Die privaten Banken zeigen sich offen dafür, Echtzeitzahlungen – auch „Instant Payments“ genannt – als Grundlage für ein europäisches Zahlungssystem auszuloten. „Wir haben einen „Flickenteppich in Europa“, sagte Andreas Krautscheid, Hauptgeschäftsführer des privaten Bankenverbandes BdB, am Montag.

Es werde darüber gesprochen, welchen Aufwand es bedeute, wenn man grenzüberschreitende Zahlungssysteme auf der Basis von Instant Payment aufbauen würde. Das werde auch innerhalb der deutschen Kreditwirtschaft intensiv diskutiert, so Krautscheid.

Für die deutschen Geldhäuser geht aus Krautscheids Sicht auch darum, wie sich ein neuer Standard mit dem deutschen System der Girocard verknüpfen ließe. Das werde man nicht „zerstören“, um ein neues europäisches Zahlungssystem zu schaffen. Die deutschen Verbraucher zahlen zwar nach wie vor am häufigsten mit Bargeld, nutzen aber zunehmend die Girocard – besser bekannt unter ihrem früheren Namen „EC-Karte“. Die Frage sei, wie das Geschäftsmodell für ein europäisches Zahlungssystem aussehen könne, so Krautscheid.

Hintergrund sind Überlegungen der Bundesbank-Spitze, die hohe Erwartungen an Echtzeitzahlungen knüpft. So forderte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann vergangene Woche, dass es bei Instrumenten wie Instant Payments auch darum gehen müsse, „einer Fragmentierung des Zahlungsverkehrs in Europa entgegenzuwirken“. Burkard Balz, der im Bundesbank-Vorstand für Zahlungsverkehr zuständig ist, wirbt seit Wochen für eine eigene europäische Lösung.

Voraussetzung dafür ist Balz zufolge, dass Kreditinstitute ihre internen Systeme fit für Instant Payment machen. Er hält nationale Ansätze nicht mehr für zeitgemäß und sieht die Gefahr, dass große Tech-Konzerne künftig den Zahlungsverkehr in Europa dominieren. Derzeit spielen zudem beim Geld abheben im europäischen Ausland die Systeme der Kreditkartenanbieter Mastercard und Visa eine große Rolle.

Für Instant Payment gibt es seit Ende 2017 einen europaweiten Standard. Echtzeit heißt, dass der Betrag binnen zehn Sekunden auf dem Konto des Empfängers gutgeschrieben wird. Die meisten deutschen Banken bieten ihren Kunden inzwischen Instant Payments an.

Allerdings werden solche Sofortüberweisungen bislang wenig verwendet. Denn bisher haben Verbraucher in der Regel keinen Vorteil durch Instant Payments, zumal viele Geldhäuser dafür eine extra Gebühr verlangen. Für Firmen besteht das Problem, dass die Beträge auf 15.000 Euro begrenzt sind.

Auch innerhalb der deutschen Kreditwirtschaft wird überlegt, wie sich die Geldhäuser mit ihren Zahlungsdiensten gegen die drohende Konkurrenz der Tech-Konzerne behaupten können. Derzeit stellen die Verbände von privaten und genossenschaftlichen Banken sowie Sparkassen ihre verschiedenen Angebote im Zahlungsverkehr auf den Prüfstand.

Sie untersuchen, ob sie die Angebote miteinander verknüpfen oder zumindest technisch aufeinander abstimmen können. Dabei geht es unter anderem um die Girocard und das Onlinebezahlverfahren Paydirekt. Ob dabei auch Echtzeitzahlungen eine Rolle spielen können, gilt noch nicht als ausgemacht.

Mehr: Die neue Zahlungsdienstrichtlinie PSD2 soll für mehr Schutz im Netz sorgen. Was Verbraucher darüber wissen sollten, lesen Sie hier.

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