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Finanzsektor Bundesbank fordert europäisches System im Zahlungsverkehr

Im aktuellen Monatsbericht spricht sich die Bundesbank für ein neues europäisches Zahlverfahren aus. Dies sei keine Option, sondern „ein Muss“, heißt es.
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In Deutschland ist die Girocard, besser bekannt unter ihrem alten Namen „EC-Karte“,  weit verbreitet. Quelle: dpa
EC-Karte

In Deutschland ist die Girocard, besser bekannt unter ihrem alten Namen „EC-Karte“, weit verbreitet.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Bundesbank spricht sich für ein neues europäisches Zahlverfahren aus. Angesichts des hohen Wettbewerbsdrucks auch durch Technologiekonzerne sei die „europäische Perspektive nicht nur eine Option, sondern ein Muss“, heißt es im aktuellen Monatsbericht der Notenbank. Bestehende nationale Zahlungslösungen wie die Girocard in Deutschland sollten mit den neuen Echtzeitzahlungen verknüpft werden.

Es sei einerseits „unrealistisch und wirtschaftlich kaum vertretbar“, in vielen Märkten erfolgreich etablierte Systeme und Produkte einfach durch europäische Lösungen zu ersetzen, räumt die Bundesbank ein. Andererseits hätten europäische Marktteilnehmer bereits in Infrastruktur für Echtzeitzahlungen investiert und müssten auch in Zukunft ihre Zahlungsdienstleistungen weiter ausbauen.

Dem Monatsbericht der Bundesbank zufolge werden derzeit zwei Optionen diskutiert: Entweder könnten Geldhäuser künftig grenzüberschreitende Zahlungen mit Bank-Debitkarten über Echtzeitzahlungen, auch „Instant Payments“ genannt, abwickeln. Oder man entwickelt ein komplett neues europäisches Zahlungssystem, das auf Instant Payments basiert.

Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz wirbt bereits seit Längerem für ein einheitliches Zahlungssystem in Europa. Ein solches Zahlverfahren dürfte die heimischen Geldhäuser stärken und sie gegenüber den US-Kreditkartenanbietern Mastercard und Visa unabhängiger machen.

Über deren Karten laufen auch andere populäre Bezahlmethoden wie Apple Pay und Google Pay. Über die internationalen Kartensysteme werden zudem grenzüberschreitende Zahlungen mit EU-Bankkarten abgewickelt. Etliche europäische Länder haben obendrein gar keine eigenen Zahlverfahren mehr.

Anders in Deutschland: Die Girocard, besser bekannt unter ihrem alten Namen „EC-Karte“, ist weitverbreitet, und die Zahl der Transaktionen stieg zuletzt deutlich. Das funktionierende System der Girocard werde man nicht „zerstören“, um ein neues europäisches Zahlungssystem zu schaffen, betonte kürzlich Andreas Krautscheid, einer der beiden Hauptgeschäftsführer des privaten Bankenverbands BdB.

Für Instant Payment gibt es seit Ende 2017 einen europaweiten Standard. „Echtzeit“ heißt, dass der Betrag binnen zehn Sekunden auf dem Konto des Empfängers gutgeschrieben wird. Anschub für Instant Payments soll das sogenannte „Request to Pay“-Verfahren (R2P) leisten, das von EBA Clearing entwickelt wird, einem europäischen Anbieter von Zahlungsinfrastruktur. Wie dieser am Montag mitteilte, haben 24 Banken aus elf Ländern die Unterstützung des Verfahrens zugesagt, darunter die Deutsche Bank, die Commerzbank und die niederländische ING.

„Wir bieten damit einen Kommunikationskanal, über den Banken untereinander in Echtzeit Nachrichten schicken können“, erklärt Erwin Kulk, der die Entwicklung bei EBA Clearing leitet. „Über diesen Kanal können Zahlungsaufforderungen von Bankkunden an Privatleute oder Unternehmen gerichtet und von diesen abgelehnt oder angenommen werden.“ Die genauen Anwendungsfälle könne jede Bank selbst entwickeln. Bis Ende 2020 soll R2P verfügbar sein.

Mehr: Die neue Zahlungsdienstrichtlinie PSD2 soll für mehr Schutz im Netz sorgen. Was Verbraucher darüber wissen sollten, lesen Sie hier.

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