Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Deutsche Bank

Die Ermittlungen fanden in der Zentrale des Geldhauses in Frankfurt statt.

(Foto: dpa)

Finanzsektor Geldwäsche-Verdacht gegen Deutsche Bank – Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Staatsanwaltschaft prüft, ob die Deutsche Bank verdächtige Transaktionen der Danske Bank gemeldet hat. Es geht um 12,5 Millionen Euro.
Update: 25.09.2019 - 17:25 Uhr Kommentieren

Frankfurt Der Deutschen Bank steht neuer Ärger wegen ihrer früheren Geschäftsbeziehung zur Danske Bank ins Haus: Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen das Kreditinstitut wegen des Verdachts auf Beihilfe zur Geldwäsche. Dabei geht es um Transaktionen der estnischen Filiale der Danske Bank. Die Deutsche Bank bestätigte, Besuch von Staatsanwälten und Beamten des Bundeskriminalamts bekommen zu haben.

„Die Deutsche Bank hat den Sachverhalt bereits selbst umfassend aufgearbeitet“, sagte ein Sprecher. Das Institut habe die angeforderten Unterlagen soweit möglich freiwillig herausgegeben und werde weiter mit der Staatsanwaltschaft kooperieren.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt bestätigte, dass sie gegen eine „Frankfurter Großbank“ ermittle. Da die Bank kooperiere und Unterlagen freiwillig herausgebe, sei eine formelle Durchsuchung nicht nötig gewesen. Die Maßnahmen, über die die „Süddeutsche Zeitung“ zuerst berichtet hatte, begannen diesen Dienstag und dauerten auch diesen Mittwoch an.

Die Behörden ermitteln gegen die Bank wegen des Verdachts auf Beihilfe zur Geldwäsche, sagte ein Vertreter der Staatsanwaltschaft dem Handelsblatt. Es gehe um die Frage, ob die Bank Geldwäscheverdachtsanzeigen zu spät oder gar nicht abgegeben habe. Untersucht würden Transaktionen im Volumen von 12,5 Millionen Euro. Der Tatzeitraum, der untersucht werde, erstrecke sich auf die Jahre 2014 bis 2018. In dem Zusammenhang wird dem Vernehmen nach gegen einen früheren Mitarbeiter der Bank ermittelt.

Die Deutsche Bank war zwischen 2007 und 2015 Korrespondenzbank der Danske Bank und der estnischen Filiale der Danske Bank. Über die estnische Niederlassung soll das dänische Institut verdächtige Gelder aus Osteuropa in alle Welt geschleust haben. Dabei benötigte das Institut die Hilfe ausländischer Banken.

Die Deutsche Bank hatte ihre Geschäftsbeziehung zu Danske 2015 beendet. Bis dahin hatte sie aber Transaktionen im Volumen von 150 Milliarden Euro für die Estland-Filiale weitergeleitet. Das war der Löwenanteil der Summen an – zumindest verdächtigen – Zahlungen die in dieser Zeit in den Westen flossen.

Das Problem für das Frankfurter Institut: auch nach 2015 bestand für die Bank noch die Pflicht, verdächtige Transaktionen den Behörden zu melden. Die Bank habe im Januar 2019 eine Geldwäscheverdachtsanzeige abgegeben, die sich auf Transaktionen der Vergangenheit bezog, so die Staatsanwaltschaft. Das erklärt den untersuchten Zeitraum, der bis 2018 reicht und damit über die Geschäftsbeziehung mit der Danske Bank hinausgeht.

Die Ermittlungen sind für das Geldhaus gefährlich. Schließlich ist offen, ob sich die US-Behörden des Falls annehmen werden, was weitere Strafen nach sich ziehen könnte: Die meisten Danske-Transaktionen leitete die Deutsche Bank über ihre US-Tochter weiter. Die Finanzaufsicht Bafin verdonnerte die Bank bereits im vergangenen Jahr dazu, ihre Geldwäschekontrollen weiter zu verbessern.

Nach wie vor stellt sich die Frage, ob der Deutschen Bank nicht früher hätte auffallen müssen, dass ungewöhnlich hohe Summen über die kleine estnische Danske-Filiale in den Westen transferiert wurden.

Leichnam des früheren Danske-Chefs in Estland gefunden

Unterdessen wurde der frühere Chef der Danske Bank in Estland, Aivar Rehe, tot aufgefunden. Ein Sprecher der estnischen Polizei bestätigte entsprechende Berichte. Rehe war seit Montag vermisst worden.

Rehe leitete die Filiale der Danske Bank in Estland von 2007 bis 2015. In genau dieser Zeit waren die verdächtigen Zahlungen über das Geldhaus gelaufen. In mehreren Ländern, darunter in den USA, wird gegen das Institut ermittelt. Rehe sei dabei nicht als Verdächtiger geführt worden, sondern als ein Zeuge, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Mehr: Die Bankenaufsicht drängt die Deutsche Bank, den Interessenkonflikt eines Aufsichtsrats zu lösen: Jürg Zeltner soll sich für einen Job entscheiden.

Startseite

Mehr zu: Finanzsektor - Geldwäsche-Verdacht gegen Deutsche Bank – Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt

0 Kommentare zu "Finanzsektor: Geldwäsche-Verdacht gegen Deutsche Bank – Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.