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Finanzsektor Helaba kündigt „spürbaren Personalabbau“ an

Schwierige Marktbedingungen belasten die Landesbank Hessen-Thüringen. Sie startet ein Sparprogramm und will auch Stellen streichen.
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Auf der Ebene unterhalb des Vorstands will die Bank die Zahl der Bereiche halbieren. Quelle: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt
Gebäude der Helaba

Auf der Ebene unterhalb des Vorstands will die Bank die Zahl der Bereiche halbieren.

(Foto: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt)

Frankfurt Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) steht vor einer Zeitwende: Das Geldhaus, das ohne Blessuren durch die Finanzkrise gekommen ist, startet ein Sparprogramm und will auch Stellen streichen. Vorstandschef Herbert Hans Grüntker peilt einen „spürbaren Personalabbau“ an. Wie viel der rund 6100 Jobs im Konzern wegfallen sollen, sagte er aber nicht. Auf der Ebene unterhalb des Vorstands will die Bank die Zahl der Bereiche halbieren. Das Handelsblatt hatte zuvor über die Umbaupläne berichtet.

Für die Helaba ist der Umbau eine drastische Veränderung. Die Landesbank hat bisher lediglich in geringem Umfang Stellen abgebaut und zuletzt sogar mehrfach Zukäufe getätigt. Zudem kündigte das Management den Umbau an, während die Helaba noch gut verdient. 2018 hat die Bank einen Gewinn von gut 440 Millionen Euro vor Steuern erzielt, nur etwas weniger als ein Jahr zuvor. Im ersten Halbjahr 2019 betrug das Vorsteuerergebnis sogar 325 Millionen Euro, was aber maßgeblich an einer kürzlich erfolgten Übernahme lag.

Grüntker begründete den Umbau mit dem schwierigeren Rahmenbedingungen für Banken. Die Helaba wolle trotz schärferer Regulierung, negativer Zinsen und hartem Wettbewerb weiter wachsen, sagte er. Die Kosten dürften aber dauerhaft nicht weiter steigen. Die Kosten-Ertrags-Relation will die Landesbank bei deutlich unter 70 Prozent halten, die Eigenkapitalrentabilität soll bei fünf bis sieben Prozent liegen. Angesichts der jüngsten Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank müssen sich alle Geldhäuser sich auf dauerhaft negative Einlagenzinsen einstellen.

Deshalb drückt die Helaba bei ihrem Sparplan mit dem Namen „Scope – Wachstum durch Effizienz“ aufs Tempo. „Ziel ist es, dass diese angestrebte Organisationsstruktur bereits im ersten Quartal 2020 in Kraft treten kann“, so Grüntker. Das Geschäftsmodell der Landesbank soll sich indes nicht ändern.

Die Helaba finanziert international Immobilien, das Immobiliengeschäft ist auch der größte Ertragsbringer der Landesbank. Zudem fungiert sie für einen Großteil der deutschen Sparkassen als Zentralinstitut. Die Anpassungen betrafen nicht das „bewährte Geschäftsmodell“ der Helaba, erklärte Grüntker weiter.

Im Gegensatz zu den beiden anderen großen Landesbanken, der BayernLB und der Stuttgarter LBBW, ist die Helaba mehrheitlich in Sparkassenhand. Deshalb gilt sie neben dem Fondsdienstleister Deka, der komplett den Sparkassen gehört, als möglicher Nukleus einer Super-Landesbank. Sparkassenpräsident Helmut Schleweis schwebt vor, alle Landesbanken zu einer Sparkassenzentralbank zu verschmelzen. Es gab zuletzt aber vor allem Widerstand aus Baden-Württemberg, das Land ist an der LBBW beteiligt.

Mehr: Die Landesbank will Prozesse verschlanken und vor allem die Zahl der Geschäftsbereiche reduzieren. Auch die Zahl der Mitarbeiter wird wohl sinken.

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