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Finanzsektor Ratingagentur Fitch droht Commerzbank mit schlechterer Bonitätsnote

Die Ratingagentur Fitch sieht den erneuten Konzernumbau der Commerzbank kritisch und warnt vor den Risiken der neuen Strategie.
Update: 07.10.2019 - 17:39 Uhr Kommentieren
Radikaler Sparkurs der Commerzbank. Quelle: dpa
Skyline von Frankfurt

Radikaler Sparkurs der Commerzbank.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Experten der Ratingagentur Fitch hatten am Montag eine gute und eine schlechte Nachricht für die Commerzbank. Die gute lautete: Die Bonitätswächter bestätigten das langfristige Rating mit „BBB+“. Allerdings senkten die Fitch-Analysten gleichzeitig den Ausblick auf „negativ“ von „stabil“.

Fitch begründet den Schritt mit dem langwierigen Konzernumbau und der niedrigen Profitabilität der Commerzbank. Deutschlands zweitgrößte Privatbank habe nur wenig Spielraum für Fehler, die Bilanz des Managements bei früheren Umbauprogrammen sei durchwachsen, und das Geldhaus spüre den harten Wettbewerb auf dem deutschen Bankenmarkt.

Außerdem fürchtet die Ratingagentur, dass der geplante Verkauf der polnischen Tochter M-Bank komplizierter als erwartet werden wird. Grund für diese Befürchtung ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs, der im seit langem schwelenden Streit über Franken-Kredite vor Kurzem den polnischen Bankkunden Rückendeckung gab.

Rund 700.000 Polen hatten vor Jahren Immobilienkredite in Schweizer Franken aufgenommen, um von den günstigeren Zinsen in der Schweiz zu profitieren. Nach dem Ausbruch der Finanzkrise verteuerte sich der Franken jedoch gegenüber dem Zloty drastisch, die Belastungen für die Kreditnehmer stiegen erheblich. Tausende Polen klagen, um aus den teuren Krediten herauszukommen.

Die Commerzbank muss die profitable M-Bank verkaufen, um den geplanten Umbau zu finanzieren.

Die Commerzbank hatte Ende September einen Umbau verkündet, dem 4300 Stellen und 200 der 1000 Filialen zum Opfer fallen. Trotz der neuen Strategie wird die Commerzbank auch in den kommenden Jahren ihre Kapitalkosten nicht verdienen. Für die nächsten drei Jahre prognostiziert das Institut eine Eigenkapitalrendite von zwei bis vier Prozent. Ab 2023 soll die Rendite dann bei mehr als vier Prozent liegen.

Die neuen Prognosen seien ein Indiz für den anhaltenden Druck auf das Geschäftsmodell der Bank, heißt es in der Fitch-Studie. Nach dem geplanten Verkauf der M-Bank sei das Geschäft der Commerzbank noch stärker auf Deutschland konzentriert, kritisieren die Bonitätswächter.

Auf dem Heimatmarkt seien aber die Margen unter Druck und der Wettbewerb intensiv. Außerdem stehe der Kreditzyklus vor einer Wende, was höhere Rückstellungen für Darlehensausfälle bedeuten könnte.
Mit „BBB+“ schätzt Fitch die die Kreditwürdigkeit der Commerzbank schlechter ein als die vieler Konkurrenten.

Das Rating entspricht aber noch immer dem sogenannten Investmentgrade, was eine gute Bonität signalisiert und für viele Fondsmanager eine Voraussetzung für Anleihekäufe ist. Damit wird die Commerzbank etwas besser eingestuft als der große Nachbar Deutsche Bank, den Fitch mit „BBB“ noch eine Stufe niedriger bewertet. Der Aktienkurs der Commerzbank fiel am Montag um 0,5 Prozent.

Mehr: Furcht vor der Krise – In der gesamten Finanzbranche stehen unpopuläre Entscheidungen bevor.

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