Finanzstabilität Schweizer Notenbank mahnt UBS und Credit Suisse zum Schuldenabbau

Die Großbanken UBS und Credit Suisse haben ihre Widerstandsfähigkeit gegen Krisen erhöht. Sie sind aber noch nicht am Ziel, mahnt die Notenbank SNB.
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Die SNB drängt auch bei Plänen für eine mögliche Abwicklung auf Fortschritte. Quelle: Reuters
Schweizerische Nationalbank

Die SNB drängt auch bei Plänen für eine mögliche Abwicklung auf Fortschritte.

(Foto: Reuters)

ZürichRund zehn Jahre ist es her, dass die Schweiz während der Finanzkrise die Großbank UBS vor der Pleite gerettet hat. Auf diese Krise reagierten die UBS und die Credit Suisse mit drastischen Umbauten. Laut der Schweizer Notenbank SNB haben beide Institute ihre Widerstandsfähigkeit gegen Krisen im vergangenen Jahr verbessert. Doch dabei seien die beiden Banken noch nicht am Ziel, mahnt die SNB in ihrem jährlichen Stabilitätsbericht.

Demnach haben beide Banken ihre Bilanzsumme seit dem Jahr 2006 halbiert und sich aus riskanten Geschäften zurückgezogen. Außerdem haben sie ihre Kapitalquoten erhöht – und liegen damit laut SNB sogar über dem internationalen Durchschnitt. Ihre Verschuldungsquote („Leverage Ratio“) müssten Credit Suisse und UBS allerdings weitere senken, heißt es in dem Bericht.

Bei den Plänen für eine mögliche Abwicklung drängt die SNB ebenfalls auf Fortschritte. Die Institute sollen auch dann weiter grundlegende Aufgaben übernehmen können, wenn einzelne Einheiten aufgelöst werden müssen. „Die Erfahrung zeigt, dass die Abwicklung einer Bank, besonders einer großen global aktiven Bank, hochkomplex ist“, stellen die Notenbanker fest.

Deswegen müsse die Abwicklung gründlich und umsichtig geplant werden. Beide Institute sollen bis Ende des kommenden Jahres demonstrieren, dass sie einen „glaubwürdigen und funktionierenden Notfallplan besitzen, um im Fall einer Krise weiter systemisch wichtige Aufgaben in Schweiz zu übernehmen“.

Für Javier Lodeiro, Analyst der Zürcher Kantonalbank, kommt die Mahnung der SNB an die Großbanken nicht überraschend – schließlich könne es sich eine Aufsichtsbehörde nicht leisten, sich zufrieden zurückzulehnen. Auch in Zukunft werde die SNB wohl „immer noch ein bisschen mehr“ verlangen. Es gelte die berüchtigte Floskel aus der Fußballwelt, „dass nach dem Spiel vor dem Spiel“ sei.

Gemessen an der schweizerischen Wirtschaft sind UBS und Credit Suisse noch immer Schwergewichte: Ihre Größe entspreche rund 130 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, rechnet die SNB vor. Geraten die Institute in Schieflage, drohen Konsequenzen für die Wirtschaft des gesamten Landes.

Die Erledigung der Hausaufgaben drängt also – zumal die Institute nach jahrelangen Umbauten wieder auf Wachstum setzen. „Credit Suisse und UBS wollen ihr Geschäft ausbauen und mehr Risiko eingehen“, stellt die SNB fest. Beide Häuser hätten ihren Aktionären für die kommenden Jahre höhere Ausschüttungen in Aussicht gestellt.

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