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Finanzstandort Paris will enger mit dem Finanzplatz Frankfurt zusammenarbeiten

Bislang waren die beiden Finanzzentren Paris und Frankfurt Konkurrenten. Das soll sich nach dem Willen einer prominenten französischen Politikerin ändern.
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Die französische Politikerin Valérie Pécresse wünscht sich ein Austauschprogramm zwischen deutschen und französischen Bankern. Quelle: dpa
Frankfurter Bankenskyline

Die französische Politikerin Valérie Pécresse wünscht sich ein Austauschprogramm zwischen deutschen und französischen Bankern.

(Foto: dpa)

Frankfurt Valérie Pécresse hat viele Sorgen. „Wir brauchen dringend Jobs, bei uns liegt die Arbeitslosigkeit bei 8,8 Prozent“, klagt die Gouverneurin der Ile de France, jener französischen Region, zu der die Hauptstadt Paris gehört. Bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze setzt die Politikerin, die unter Präsident Nicolas Sarkozy Bildungs- und Hochschulministerin war, auf die Finanzbranche – und auf eine Kooperation mit Frankfurt.

Bislang waren die beiden kontinentaleuropäischen Finanzmetropolen erbitterte Konkurrenten beim Kampf um Banken und Banker, die der Brexit aus Großbritannien vertrieben hat. So sicherte sich Paris beispielsweise den Zuschlag für die aus London abgewanderte europäische Bankenaufsicht EBA.

„Aber jetzt haben wir eine neue Phase erreicht“, meint Pécresse. „Wenn wir eine konkurrenzfähige europäische Finanzbranche erreichen wollen, müssen wir zusammenarbeiten“, argumentiert die Politikerin, die vor kurzem die rechtskonservative Partei „Les Republicains“ verlassen hat, um mit ihrer eigenen Gruppierung „Libre“ einen liberaleren Kurs einzuschlagen.

Schnellere Zugverbindung zwischen Frankfurt und Paris

Um ihren ökonomischen Zielen näherzukommen hat sich Pécresse auf den Weg nach Frankfurt gemacht, und sich dort am Freitag mit Bankern, Professoren und dem Oberbürgermeister der Finanzmetropole, Peter Feldmann, zu treffen.

Kooperationen zwischen den beiden Finanzzentren kann sich die französische Politikerin zum Beispiel bei den Themen, Regulierung, künstliche Intelligenz und nachhaltige Finanzierungen (Green Finance) vorstellen. „Auf diesem zukunftsträchtigen Gebiet hat Europa noch einen Vorsprung vor den US-Banken“, argumentiert die Französin.

Außerdem will sie einen Vorschlag des Pariser Bankiers Philippe Oddo umsetzen, dessen Geldhaus 2015 die Frankfurter BHF Bank übernommen hat. Oddo und Pécresse wünschen sich ein deutsch-französisches Austauschprogramm, allerdings nicht für Schüler oder Studenten, sondern für Banker und andere Fachkräfte.

Und noch einen gemeinsamen Wunsch haben die Politikerin und der Banker: Endlich eine schnelle Zugverbindung, die die Reisezeit zwischen Frankfurt und Paris auf unter drei Stunden senkt. „Das wäre ein enormer Fortschritt“, meint Pécresse.

Mehr: An einer Übernahme von Deutschlands großen Banken besteht im Ausland derzeit wohl kein Interesse. So hat die niederländische Großbank ING ihr Interesse an der Commerzbank wieder verloren, wie das Handelsblatt berichtete.

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