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Finanzvertrieb AWD streicht Großbritannien-Geschäft zusammen

Der zum Schweizer Versicherer Swiss Life gehörende Finanzvertrieb AWD hat wegen der Finanzkrise deutlich weniger verdient. Als Konsequenz wird nun das defizitäre Großbritannien-Geschäft zusammengestrichen.

HB HANNOVER. Die auf Hypothekenvermittlung spezialisierte Sparte Home Finance und andere Randbereiche sollen verkauft werden, teilte AWD in Hannover mit. Dort wolle sich das Unternehmen künftig auf die Vermögensverwaltung und die betriebliche Altersvorsorge konzentrieren. In Großbritannien schreibt AWD seit einiger Zeit rote Zahlen.

Der Konzernüberschuss rutschte im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 53,2 Prozent auf 6,5 Millionen Euro ab. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) gab um 63,0 Prozent auf 7,1 Millionen Euro nach. Der Umsatz sank um 10,2 Prozent auf 157,2 Millionen Euro. Auf dem deutschen Markt legte der Umsatz um 4,7 Prozent auf 94,1 Millionen Euro zu. Das EBIT ging jedoch um 7,7 Prozent auf 15,6 Millionen Euro zurück.

Die Übernahme des zehntgrößten deutschen Finanzvertriebs Deutsche Proventus AG hat AWD eigenen Angaben zufolge abgeschlossen. In den vergangenen Wochen sei der verbliebene Anteil von 49,4 Prozent erworben worden, hieß es. AWD-Chef Carsten Maschmeyer kündigte an, er wolle die Konsolidierung in der Branche nutzen, um die Position von AWD auf dem Markt auszubauen.

Im Zuge der Sanierung des Großbritannien-Geschäfts sollen rund 400 Stellen gestrichen werden. Der Geschäftsbereich Home Finance, der nun aufgegeben werden soll, mache 40 bis 50 Prozent des Geschäfts in Großbritannien aus. Maschmeyer sprach von einem „harten Schnitt“. AWD habe seine Handlungsstärke und Finanzkraft genutzt, um in Großbritannien „aufzuräumen“.

Der Finanzdienstleister rechnet damit, dass die Restrukturierungskosten das Ergebnis mit rund 27 Mio. Euro einmalig belasten werden. Zusammen mit den Verlusten in Großbritannien werde das Konzernergebnis im laufenden Jahr um rund 40 Mio. beeinträchtigt. AWD rechne daher 2008 mit einem nur leicht positiven Ergebnis. Im vergangenen Jahr hatte AWD einen Überschuss von 57,4 Mio. Euro erzielt. AWD werde für das Geschäftsjahr 2008 wahrscheinlich keine Dividende an die Aktionäre zahlen. Für 2007 betrug die Dividende 1,50 Euro je Aktie. AWD ist eine Tochter des Schweizer Versicherungskonzerns Swiss Life.

Die Turbulenzen an den Finanzmärkten und Rezessionsängste führten in den ersten neun Monaten 2008 zu einem Gewinneinbruch bei AWD. Der Überschuss sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 46,5 Prozent auf 24,3 Mio. Euro. Der Umsatz ging um 12,5 Prozent auf 493 Mio. Euro zurück. Während die Erlöse im wichtigsten Markt Deutschland leicht stiegen, verzeichnete AWD neben Großbritannien auch in Österreich einen Rückschlag.

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