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Finma IWF fordert mehr Vor-Ort-Kontrollen der Schweizer Bankenaufsicht

In der Schweiz werden Banken immer häufiger von Wirtschaftsprüfern kontrolliert. Der IWF warnt vor einem möglichen Interessenskonflikt.
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Die Finanzmarktaufsicht Finma solle mehr Vor-Ort-Kontrollen durchführen, so der IWF. Quelle: dpa
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Die Finanzmarktaufsicht Finma solle mehr Vor-Ort-Kontrollen durchführen, so der IWF.

(Foto: dpa)

Zürich Delegieren ist eine Kunst: Nun hat der Internationale Währungsfonds (IWF) die Schweiz getadelt, weil sie Teile der Bankenaufsicht Wirtschaftsprüfern überlässt, anstatt sich selbst darum zu kümmern. Hintergrund ist eine nationale Besonderheit. Ob sich Schweizer Banken etwa an Geldwäscheregeln halten oder ihre IT-Systeme im Griff haben, kontrollieren die Aufseher der eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Finma häufig nicht selbst.

Stattdessen übernehmen zugelassene Wirtschaftsprüfungsfirmen diese Rolle. Dieses „duale System“ ist den Experten des Internationalen Währungsfonds ein Dorn im Auge. Sie warnen vor möglichen Interessenkonflikten. Denn die Prüfung übernehmen bei Großbanken meistens die „Big Four“ – also ebenjene Wirtschaftsprüfungskonzerne, die von den Banken selbst für Beratungsdienste engagiert werden.

Deshalb solle die Finma „mehr Vor-Ort-Kontrollen durchführen, besonders bei den größten Banken“, heißt es im IWF-Länderbericht, der am Montag veröffentlicht wurde. Doch verfügt die Finanzaufsicht überhaupt über die notwendigen Kapazitäten? „Die Schweiz hat ein sehr, sehr großes Finanzsystem, und die Finma ist eine kleine Organisation“, sagte IWF-Berater Paul Mathieu.

„Ich würde nicht sagen, dass sie zu klein ist, aber wir haben zur Schaffung zusätzlicher Ressourcen aufgerufen, damit sie ihren wachsenden Aufgaben nachkommen kann.“ Die Finma beschäftigt rund 500 Mitarbeiter. Davon sind etwa 100 mit der Bankenaufsicht betraut. Zum Vergleich: Allein die UBS, die größte Bank des Landes, beschäftigt weltweit circa 67.000 Mitarbeiter. Insgesamt gibt es in der Schweiz etwa 250 Banken.

Verantwortlich für die Aufstellung der Aufsicht ist aber nicht die Finma selbst, sondern die Politik in Bern. Und dort schlug das Pendel zuletzt in die andere Richtung: Bürgerliche Parteien wollten die Kompetenzen der Behörde beschneiden, nachdem Vertreter der Finanzbranche die Aufsicht als „zu umfangreich“ kritisiert hatten.

Nun nahm der IWF die Schweizer Bankaufseher gegen Einmischung in Schutz: „Die Unabhängigkeit der Finma ist für die starke internationale Reputation des Schweizer Finanzplatzes entscheidend“, heißt es im IWF-Bericht. Die Finma selbst wollte sich zu dem Bericht bisher nicht äußern.

Grundsätzlich stellen die IWF-Experten der Schweiz aber ein gutes Zeugnis aus. Das Land sei bei der Stabilisierung des Finanzsektors seit der Finanzkrise weit vorangekommen. „Schweizer Finanzinstitute sind gut kapitalisiert und liquide“, heißt es in der Analyse. Die Banken seien auch für schwere Schocks gewappnet.

Doch es bleiben Risiken. Vor allem der Immobilienmarkt bereitet dem IWF Sorgen. Schon länger warnen sowohl die Finanzmarktaufsicht als auch die Notenbank vor einer Überhitzung. Der IWF empfiehlt nun den Einsatz zusätzlicher Instrumente zur Minderung der Risiken.

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