Vorstandsteam der Solarisbank

Leiten die Berliner Bank (v.l.): Andreas Bittner, Roland Folz, Peter Großkopf und Marko Wenthin.

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Fintech Berliner Solarisbank erwägt Börsengang

Das Fintech Solarisbank will nach mehreren Finanzierungsrunden Ende 2019 profitabel sein. Ein Börsengang ist dann denkbar.
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BerlinDas Fintech Solarisbank will bis Ende 2019 die Gewinnschwelle erreichen. Das kündigte Vorstandschef Roland Folz an. „Bis dahin planen wir keine weiteren Finanzierungsrunden, um unseren Anteilseignern alle Optionen offen zu halten“, sagte er. Das könne ein profitables „Weiter so“ sein, aber auch ein Börsengang.

Die Solarisbank ist ein Phänomen unter den Fintechs. Sie gehört zu den wenigen Technologieunternehmen, die eine Vollbank-Lizenz der Finanzaufsicht Bafin besitzen. Das berechtigt sie, normale Bankgeschäfte zu tätigen. Tatsächlich ist sie auch im Einlagengeschäft aktiv und vergibt Kredite. Erst im März hat sie in einer dritten Finanzierungsrunde rund 56,6 Millionen Euro eingesammelt. Die spanische Großbank Banco Bilbao Vizcaya Argentaria SA, Visa Inc., Lakestar und ABN Amros Digital Impact Fund (DIF) kamen damals als neue Eigner an Bord. Damit gehört die Solarisbank zu einer Reihe deutscher Fintechs, die große Geldmengen einsammelten.

„Bilanzseitig haben wir jetzt genügend Spielraum, um Kredite mit einem Gesamtvolumen von 400 Millionen Euro zu vergeben“, erklärte Folz. „Beim Erreichen dieser Marke, womit wir für Ende 2019 rechnen, dürfte sich der Break-Even einstellen.“ Bislang habe die Bank Kredite für einen hohen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag vergeben.

Unter Verbrauchern ist die Solarisbank nicht unbedingt bekannt, denn sie tritt nicht als eigene Marke auf. Stattdessen ermöglicht sie es mit ihrer Infrastruktur ihren Partnern rechtlich konforme Finanzdienste anzubieten – zum Beispiel Konten, Kreditkarten oder Darlehen.

Zu den Partnern zählen der Bank zufolge Anbieter wie AutoScout24, Cringle und Smava. Nimmt dort ein Endkunde beispielsweise einen Kredit auf, kommt dieser tatsächlich von der Solarisbank.

Insgesamt nutzen 65 Partner-Unternehmen die Dienste des Fintechs. „Ich kann mir vorstellen, dass wir noch in diesem Jahr die Schwelle von 100 überschreiten werden“, sagte Folz. Spätestens rechnet er damit im ersten Quartal 2019. Er hat viele Jahre bei der Deutschen Bank gearbeitet, unter anderem als Chief Financial Officer (CFO) für Retail and Business Customers.

Folz zufolge gewinnen die Geschäfte bei der Solarisbank an Fahrt. Das Kreditvolumen und die Anzahl der Konten hätten sich zwischen dem dritten und vierten Quartal 2017 verdoppelt. Zwischen dem vierten Quartal 2017 und dem ersten Quartal 2018 sei es bereits zu einer Verdreifachung der Zahlen gekommen.

Derzeit stammen rund ein Drittel der Erträge aus dem Zinsgeschäft und zwei Drittel aus dem Provisionsgeschäft, erklärte Folz. Mit Blick auf die Geschäftsstrategie kündigte er eine leichte Verschiebung an. „Im vergangenen Jahr ging es darum, in die Plattform zu investieren und zu zeigen, was wir alles können“, sagte er. „Dieses Jahr wollen wir vor allem in den Volumen-Kategorien wachsen.“

  • Bloomberg
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