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Fintech Chefwechsel bei Finiata – auf den Motocross-Fahrer folgt ein Fallschirmspringer

Das Berliner Fintech Finiata hat einen neuen Geschäftsführer – der Banker hat Erfahrung mit digitalen Geschäftsmodellen und pflegt ein ungewöhnliches Hobby.
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„Um Nervenkitzel geht es nicht“

Frankfurt Eines haben Jan Enno Einfeld und Sebastian Diemer gemeinsam: Beide pflegen ein Hobby, das dem Durchschnittsbürger wohl viel zu riskant wäre. Der eine ist Fallschirmspringer, der andere fährt Motocross.

Die Lebensläufe der beiden sind dagegen sehr unterschiedlich. Der 41-jährige Einfeld blickt auf eine klassische Banker-Laufbahn zurück: Banklehre, Exkurs in die Beratung und dann zehn Jahre bei der Direktbank Comdirect, davon acht Jahre in einer Führungsposition. Der 31-jährige Diemer dagegen hat nach dem Management- und Wirtschaftsstudium erst den Kreditmarktplatz Kreditech gegründet und Anfang 2016 das Factoring-Fintech Finiata – und ist zudem in einem Dutzend Unternehmen investiert.

Seit Monatsanfang gibt es eine Verbindung zwischen Einfeld und Diemer, über die zuerst der Newsletter „Finanz-Szene“ berichtet hatte. Nachdem sich Diemer in das Aufsichtsgremium (Advisory Board) von Finiata zurückgezogen hat, ist Einfeld jetzt Geschäftsführer.

Bei der Comdirect hat er zuletzt den Bereich Investing geleitet und war in dieser Position auch für den Aufbau ihrer digitalen Vermögensverwaltung verantwortlich. Das Kreditgeschäft sei ebenfalls nicht neu für ihn. „Ich habe zwischenzeitlich die Baufinanzierung bei der Comdirect verantwortet und auch im Ratenkreditgeschäft mitgewirkt“, sagt Einfeld dem Handelsblatt.

Finiata bietet Vorfinanzierung von Rechnungen für kleine Unternehmen und Freelancer – sogenanntes stilles Factoring. Unterstützt wird das Fintech dabei von der Solarisbank. Der Finanzierungsrahmen liegt zwischen 1000 und 200.000 Euro. Im Factoring-Markt versuchen sich derzeit mehrere Start-ups, so etwa auch Billie und Decimo.

Nach seinem Ausscheiden bei der Comdirect hatte sich Einfeld zunächst eine Auszeit für seine Familie genommen und war dann kurzzeitig als selbständiger Berater tätig. „Der Job bei Finiata ist nun genau das, was ich gesucht habe: Bei einem Fintech herrscht eine ganz andere Kultur als bei etablierten Banken, hier kann man mehr Dinge ausprobieren und Innovationen schnell umsetzen“, so Einfeld.

Neue Geschäftsmodelle habe er auch schon bei der Comdirect mitentwickelt und bei seinem Engagement in der Start-up-Garage der Bank – einer Art Innovationsschmiede – viel Erfahrung mit Fintechs und digitalen Projekten gesammelt.

Manager statt Gründer an der Spitze

Diemer will zunächst eine sechsmonatige Auszeit nehmen, sich dabei aber weiter um seine derzeit zwölf Investments kümmern. Im neuen Jahr sei er für alles offen. Die Niederlegung des Chef-Jobs sei für ihn nur konsequent gewesen, sagt er im Gespräch mit dem Handelsblatt: „Die aufregende und riskante Start-up-Phase ist vorbei. Die Strategie steht und ist finanziert. Das ist die Zeit, in der das Unternehmen einen Manager und keinen Gründer mehr braucht – ähnlich wie seinerzeit bei Kreditech“, so Diemer.

Die Entscheidung sei sorgfältig vorbereitet worden, er sei bei der Suche nach einem Nachfolger eingebunden gewesen. Es wird also eine Frage der Zeit sein, bis Diemer Finiata komplett den Rücken kehrt. Aktuell denke er nicht darüber nach, seinen Anteil von rund 20 Prozent zu verkaufen. Diemer ist der größte Anteilseigner des Start-ups.

Sein Nachfolger Einfeld will zunächst die 50 Mitarbeiter kennenlernen und dann das Wachstum des Unternehmens vorantreiben. „Skalierung ist aktuell das Wichtigste, zudem werden wir unser Produktangebot weiterentwickeln und neue Märkte erschließen“, erklärt der neue CEO.

Den Großteil seiner Arbeitszeit will Einfeld vorerst im Berliner Büro verbringen, während seine Familie weiter in Hamburg wohne. Eine Bahncard und eine Zweitwohnung sollen es möglich machen.

Für sein Hobby dürfte jetzt nur noch wenig Zeit bleiben. Einfeld ist Mitglied im YUU-Skydive Fallschirmsport-Verein. Mal fliegt er das Flugzeug, das die Fallschirmspringer absetzt, macht mit seinem Team „Bodyflyers“ Formationssprünge oder bietet Tandemsprünge an. Dennoch: „Der eine oder andere Tandemsprung mit Freunden und Verwandten sollte weiterhin drin sein“, sagt er.

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