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FinTech Finanz-Start-up Acatus sammelt 5,5 Millionen Euro ein – Plattform wandelt Kredite in Wertpapiere um

Die digitale Kapitalmarktplattform Acatus hat in einer A-Finanzierungsrunde 5,5 Millionen Euro eingesammelt. Das Fintech löst ein großes Problem.
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Die Gründer des Start-Ups. Quelle: Acatus
Dr. Marie Louise Seelig and Dr. Daniel Wigbers

Die Gründer des Start-Ups.

(Foto: Acatus)

Frankfurt Drei Jahre nach Gründung will das Berliner Finanztechnologie-Start-up (Fintech) Acatus stärker expandieren. Dabei konnten renommierte Investoren gewonnen werden. Angeführt wird die A-Finanzierungsrunde von den Investoren DIP Capital LLP und dem Venture Capital Fonds Coparion.

Auch die bislang engagierten Business Angels und die beiden Gründer Marie Louise Seelig und Daniel Wigbers beteiligten sich. Weiter an Bord bleiben auch Partech, die Berliner Effektengesellschaft und die Berliner Volksbank Ventures. Einschließlich der Seed-Finanzierung (Frühfinanzierung) sammelte das Start-up bislang über acht Millionen Euro ein, sagte Seelig in einem Gespräch mit dem Handelsblatt.

Im Fokus des Unternehmens steht die sogenannte Debt Capital Markets-Plattform, eine Kapitalmarktplattform, auf der Kredite in Wertpapiere umgewandelt werden.

„Auf diese Weise werden bislang illiquide Assets handelbar“, erläutert Seelig. Die Vorteile liegen auf der Hand. Banken können auf diese Weise ihre Bilanz entschlacken, da sie sich von Krediten, die mit Eigenkapital unterlegt werden müssen, trennen können und wieder neue Kreditengagements eingehen können. Die Bank-Beziehung zum Kreditkunden bleibt dabei bestehen. Auf der anderen Seite wird durch die Umwandlung von Krediten in Wertpapiere die Möglichkeit für Investoren geschaffen, in diese Wertpapiere zu investieren.

Im Grunde genommen handelt es dabei um Verbriefungen, die in Zeiten der Finanzmarktkrise in Verruf gerieten. Bei den damaligen Konstruktionen wurden minderwertige Hypothekenkredite („Subprime“) in Wertpapiere umgewandelt, die damals sogar noch ein gutes Rating hielten.

„Keiner kauft die Katze im Sack“

Mit dieser Praxis hat die Tätigkeit von Acatus nichts gemein: „Bei uns kauft keiner die Katze im Sack“, sagt Seelig. Investoren wie Versicherer, Pensionsfonds oder Family Offices können sich bei Acatus ein Portfolio an Wertpapieren, in diesem Fall Anleihen, zusammenstellen, das ihrem Risikoprofil und Renditeanspruch entspricht.

Für die Investoren sei es nachvollziehbar, welche Kredite sich hinter welchen Wertpapieren verbergen. Acatus transferiert das Wertpapier dann direkt in das Depot des Investors. „Die Verbriefungen in Anleihen werden digital in Echtzeit durchgeführt. Auf diese Weise lohnt es sich auch, kleinere Kredite auf Einzelbasis in Wertpapiere umzuwandeln“, so Seelig.

Keine Angaben werden dazu gemacht, mit welchen Banken bereits Kooperationen bestehen. Auf jeden Fall seien auch deutsche Institute darunter und derzeit seien Kredite in mittlerer dreistelliger Millionenhöhe auf der Plattform im Angebot. Konkrete Planungen will Seelig nicht verraten, aber „es ist doch klar, dass wir zügig die Milliardengrenze überschreiten wollen“.

Seelig gehört zu den Gründern von Crosslend, die als Kreditmarktplatz gestartet sind und jetzt einen ähnlichen Ansatz wie Acatus verfolgen. Kürzlich berichtete Crosslend über eine 35 Millionen Euro schwere Kapitalspritze. Zu den führenden Investoren zählte dabei die spanische Großbank Santander. Zu Konkurrenten möchte sich Seelig nicht äußern. Aber sie gibt schon zu verstehen, dass das nicht der Weg von Acatus ist. „Wir wollen eine unabhängige Plattform aufbauen und Interessenkonflikte vermeiden.“, so Seelig. Dazu gehöre auch, dass die beiden Gründer von Acatus nach wie vor die Mehrheit halten.

Genug zu tun gibt es für alle Anbieter. Der Kreditmarkt in der EU ist zwölf Billionen Euro groß.

Mehr: Europas Banken lassen den wichtigsten Tech-Kongress links liegen.

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