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Fintech-Gründer N26-Gründer Valentin Stalf – Banker einer neuen Generation

Die Smartphone-Bank N26 entwickelt sich zum Milliarden-Fintech – damit wächst auch das Selbstbewusstsein des Gründers Valentin Stalf.
Update: 11.01.2019 - 12:06 Uhr Kommentieren
Der gebürtige Wiener hat viel Bescheidenheit abgelegt. Quelle: picture-alliance
Valentin Stalf

Der gebürtige Wiener hat viel Bescheidenheit abgelegt.

(Foto: picture-alliance)

Es ist ein Satz, von dem man heute kaum glauben kann, dass er tatsächlich von Valentin Stalf stammt: „Eine mobile Bank zu gründen, dafür hat uns anfangs noch der Mut gefehlt.“ Doch genau so hat der Co-Gründer der Smartphone-Bank N26 Ende 2016 im Start-up-Magazin „Berlin Valley“ den Beginn seiner Karriere beschrieben. Wie ein Zauderer wirkt Stalf heute eigentlich gar nicht. Aber seit seinen Anfängen als Gründer ist auch einiges passiert.

Internationale Investoren stecken nun 260 Millionen Euro in Stalfs Finanz-Start-up, das inzwischen genau das ist, was er und Mitgründer Maximilian Tayenthal sich 2013 bei der Gründung ihres zunächst „Papaya“ genannten Unternehmens noch nicht zutrauten: eine ganze Bank im Smartphone. Noch nie hat ein deutsches Fintech in einer einzelnen Finanzierungsrunde so viel Geld erhalten. Den bisherigen Rekord von 130 Millionen Euro hielt seit dem vergangenen Jahr: N26.

Im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärte der 33-jährige Stalf nun: „Eigentlich hatten wir immer die Vision, eine Bank zu gründen, am Anfang erschien diese Idee ziemlich groß. Aber dann haben wir es einfach gemacht.“ Sowohl Stalfs Ziele als auch sein Selbstbewusstsein sind rasant gewachsen. Beschränkten sie sich zu Beginn noch auf eine Smartphone-App mit Taschengeldkarte, proklamierte er 2016 schon das Ziel einer paneuropäischen Bank, und inzwischen will er N26 zu einer globalen Marke machen.

Spätestens seit der jüngsten Rekordfinanzierungsrunde erscheint diese Ambition nicht mehr als Fantasterei. Mit dem neuen Kapital ist N26 jetzt auch als erstes deutsches Start-up in die Riege von nunmehr zehn europäischen Fintech-„Einhörnern“ aufgestiegen – so werden Unternehmen bezeichnet, die mit mindestens einer Milliarde Euro bewertet werden.

Mit einer Bewertung von 2,3 Milliarden Euro liegt es gleichauf mit der Investment-App Acorns und wird nur vom schwedischen Zahlungsdienstleister Klarna übertroffen. Der wurde nach Zahlen der Unternehmensberatung Barkow Consulting zuletzt mit 2,5 Milliarden Euro bewertet.

Für den Investor Frank Thelen ist Stalf „ein Leuchtturm der deutschen Gründerszene“ und „herausragend fokussiert“. Er habe „nicht nur ein sehr effizientes und gutes Produkt, sondern auch ein gut funktionierendes Unternehmen erschaffen“, schrieb er kürzlich im Handelsblatt, als Stalf zum Jungunternehmer des Jahres 2018 gekürt wurde.

Angesichts solchen Lobes ist es nicht verwunderlich, dass der gebürtige Wiener, der Accounting & Finance in St. Gallen, Tokio und Wien studierte, schon viel Bescheidenheit abgelegt hat. Bei seinen Auftritten vor deutschem wie internationalem Publikum referiert er siegessicher die Vorzüge seiner Smartphone-Bank gegenüber den traditionellen Geldinstituten. Mit hohem Bedienkomfort bei gleichzeitig niedrigen und transparenten Gebühren will er die digitalen Bemühungen der Traditionsbanken alt aussehen lassen.

Und Geld verdient seine Bank laut Stalf auch schon: „Im Vergleich zu klassischen Banken sind unsere Umsätze pro Kunde heute noch niedriger, dafür haben wir dank digitaler Prozesse aber auch nur etwa ein Sechstel der Kosten, unsere Profitabilität ist daher deutlich höher.“

Bei den Kunden kommt das digitale Angebot gut an. Im vergangenen Jahr verdreifachte N26 seine Kundenzahl auf 2,3 Millionen in 24 europäischem Ländern – das Ziel einer paneuropäischen Bank hat Stalf also schon erreicht.

Wie Kundenservice und Transparenz in der Praxis funktionieren, musste aber auch Stalf erst lernen. 2016 geriet er in die Kritik, als N26 Kundenkonten kündigte. Einige Nutzer hatten zu oft Geld am Automaten abgehoben und dem Unternehmen damit hohe Kosten verursacht. Seitdem gibt es für Abhebungen klare Regeln.

Wenn im ersten Halbjahr 2019 der Einstieg in den US-Markt gelingt, könnte N26 zu einer der wenigen globalen Digitalmarken aus Deutschland werden. Stalf fühlt sich in dem Plan insbesondere durch das Engagement der amerikanischen Investoren wie der New Yorker Risikokapitalgesellschaft Insight Venture Partners bestärkt. „Sie trauen uns den Markteintritt in den USA zu und werden uns auch operativ dabei unterstützen.“

Unternehmer wollte Stalf nach eigenen Worten schon sehr lange werden: „Ich schätze es sehr, wenn ich frei über meine Arbeit bestimmen kann, gehe gerne Risiken ein und freue mich, wenn wir neue Funktionen in unserer App veröffentlichen“, sagt er. Bei der Wahl seiner Freizeitbeschäftigung, die er zum Ausgleich braucht, ist der Wahl-Berliner ganz Österreicher geblieben: „Ich bin gerne in der Natur, insbesondere in den Alpen.“

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