Fintech Smartphone-Bank N26 nimmt Schweiz ins Visier

Die Auslandsexpansion des Fintechs N26 führt offenbar im nächsten Schritt in die Schweiz. Experten hatten darüber bereits zuvor spekuliert.
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Das Fintech plant die Expansion in die Schweiz. Quelle: Reuters
N26

Das Fintech plant die Expansion in die Schweiz.

(Foto: Reuters)

BerlinJunge Fintech-Firmen mit Mobilfunk-Bezug haben den Schweizer Bankenmarkt entdeckt. So hat die deutsche Bank N26, die ihre Geschäfte vor allem über eine Smartphone-App abwickelt, das Land als ein mögliches neues Ziel für ihre rasante Auslandsexpansion ausgemacht. „Wir screenen regelmäßig potenzielle neue Märkte für N26“, sagte Alex Weber, Head of International Markets bei N26, der Nachrichtenagentur Reuters. „Dabei ist die Schweiz für uns ein sehr interessanter Markt, den wir uns gerade näher ansehen und in dem eine große Nachfrage nach unserem Service besteht.“ Marktexperten hatten zuvor spekuliert, dass N26 im Frühjahr in der Schweiz an den Start gehen könnte.

Zuerst will die Berliner Firma, an der auch der deutschstämmige Paypal-Mitgründer Peter Thiel beteiligt ist, aber in Großbritannien und den USA Fuß fassen, wie N26-Chef Valentin Stalf Reuters gesagt hatte. N26 hat mittlerweile 1,5 Millionen Kunden in 18 europäischen Ländern und will ab dem zweiten Quartal 2019 schwarze Zahlen schreiben.

Noch mehr Kunden zählt der ebenfalls vor allem über eine Mobiltelefon-App laufende, seit 2015 aktive digitale Finanzdienstleister Revolut. Die britische Firma hat sich vor allem mit günstigen Auslands-Zahlungsdienstleistungen einen Namen gemacht, will aber auch ins Anlage-Geschäft einsteigen und über die bestehende App gebührenfreien Aktien-, ETF- und Options-Handel anbieten. In der Schweiz hat Revolut trotz eines beschränkten Angebots bisher über 50.000 Kunden und will weiter wachsen, wie Mitgründer Vlad Yatsenko kürzlich der „Handelszeitung“ sagte. Die Schweiz gilt als attraktiver Markt für Finanzhäuser, weil die Margen im Massengeschäft hier höher sind als etwa in Deutschland.

Revolut, N26 und weitere Anbieter setzen auf durchgehend digitale Prozesse und können damit im Vergleich zu vielen etablierten Banken kräftig Kosten sparen. Auch Schweizer Jungfirmen sind auf dem Weg, den Banken im Kleinkundengeschäft Konkurrenz zu machen. So will die digitale Bank Yapeal im zweiten Halbjahr 2019 ins Rennen gehen. Längerfristig peilen die Zürcher auch einen Vorstoß in andere europäische Länder an. Verwaltungsratspräsident der Firma ist der frühere Chefjurist der Schweizerischen Nationalbank, Hans Kuhn, viele Mitarbeiter kommen von der Großbank UBS.

  • rtr
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