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Fintech-Zentrum der Deutschen Börse

Ein digitales Angebot ist auch für Banken von zunehmender Bedeutung. Doch manche Geldhäuser mit 200-jähriger Tradition müssen ihr Angebot zunächst noch aufbauen.

(Foto: dpa)

Fintech So macht ein Start-up deutsche Traditionsbanken digital

Deutsche Traditionsbanken tun sich schwer mit digitalen Angeboten. Zwei Ex-Banker der Deutschen Bank wollen das jetzt ändern.
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Ein Berliner Startup will deutsche Traditionsbanken fit für das digitale Zeitalter machen. Es heißt Elinvar. Das Fintech hat eine digitale Plattform geschaffen, mit der Banken ihre Dienste online und mobil anbieten und komplett digital abwickeln können. Zu den Kunden zählen Geldhäuser mit teilweise 200 Jahren Tradition. Zum Beispiel M.M.Warburg & CO, Donner & Reuschel AG oder die Fürstlich Castell’sche Bank. Denn bei ihnen ist das Digitalangebot häufig wenig entwickelt.

CEO und Mitgründer von Elinvar ist Chris Bartz. Er war fast 20 Jahre bei Banken beschäftigt, unter anderem bei der Deutschen Bank. Auch der COO Marco Neuhaus stand lange in den Diensten von Deutschlands größter Bank. „Viele Traditionshäuser erkennen, dass IT nicht unbedingt ihre Kernkompetenz ist“, sagt Bartz. „Wir sprechen mit weiteren Banken und unabhängigen Vermögensverwaltern, die ihr Geschäft digital neu ausrichten wollen“, sagte er. Namen nannte er nicht.

Ein Beispiel für die Arbeit von Elvinar liefert die Fürstlich Castell’sche Bank. Sie konnte Anfang Juni mit einer eigenen digitalen Vermögensverwaltung an den Start gehen. Und das liegt nicht zuletzt an Elinvar, das beim Aufbau des Digital-Angebots half. „Dies hat die Entwicklung merklich beschleunigt“, sagte Sebastian Klein, Vorstandsvorsitzender der ältesten Bank Bayerns.

Digitalisierung mit „brutaler Geschwindigkeit“

Auch M.M.Warburg & CO nutzt für ihren Robo-Berater im Internet die technische Plattform von Elinvar. „Die Digitalisierung ist nun mal da. Und sie geht mit brutaler Geschwindigkeit voran“, sagte Joachim Olearius, Sprecher der drei Partner der Hamburger Privatbank.

Das Hamburger Bankhaus Donner & Reuschel will die digitale Plattform von Elinvar sogar für das gesamte Wertpapiergeschäft mit Privatkunden nutzen. „Die Kooperation stützt sich auf unsere Überzeugung, dass die besten Lösungen durch effiziente Partnerschaften entstehen“, sagte Vorstandssprecher Marcus Vitt.

Für das Startup ist das ein rentables Geschäft. Denn Elinvar erhebt nicht etwa pauschale Lizenzgebühren für die Nutzung der Dienste, sondern erhält eine Beteiligung an den Umsätzen, die von den Banken über ihre Plattformen generiert werden. „Das war eine bewusste Entscheidung“, sagte Bartz. Er ist überzeugt, dass dieser Ansatz den Fokus auf die gemeinsamen Ziele am besten reflektiere und am Ende beide Seiten erfolgreicher seien.

Namenhafte Investoren an Bord

Für einen möglichen Erfolg sprechen jedenfalls die Investitionsabsichten deutscher Banken. Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Oliver Wyman wollen die 50 größten deutschen Privat- und Firmenkundenbanken bis 2020 bis zu sechs Milliarden Euro in Digitalisierungsinitiativen investieren. Der Wert entspreche rund zwölf Prozent des Gesamtertrags der Institute.

Derweil denkt CEO Bartz bereits über eine Ausweitung des Geschäfts nach. Da die vorhandene BaFin-Lizenzen sich auch ins europäische Ausland übertragen lassen, denkt das Unternehmen über eine Internationalisierung nach. Das könnte auch neue Investoren anlocken.

Aktuell schreibt Elinvar jedoch noch Verluste. „Doch das ist nicht schlimm.“, sagt Bartz. „Schließlich sind wir ja in der Wachstumsphase. Letztlich ist aber natürlich das Ziel, nachhaltig profitabel zu sein.“

  • Bloomberg
  • ks
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