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Fintech Solarisbank peilt 2020 schwarze Zahlen an

Die 2016 gegründete Solarisbank hat im vergangenen Jahr ihre Erträge verdreifacht – aber auch einen Fehlbetrag von 18 Millionen Euro verbucht.
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„Wir glauben an die Stärke unserer Plattform“, entgegnet Folz seinen Kritikern. Quelle: Max Threlfall / SolarisBank
Roland Folz, CEO von Solarisbank

„Wir glauben an die Stärke unserer Plattform“, entgegnet Folz seinen Kritikern.

(Foto: Max Threlfall / SolarisBank)

Frankfurt Deutschland gilt als „overbanked“. Es gehört also Mut dazu, in diesem Umfeld eine neue Bank zu gründen. 2016 wagte das Fintech Solarisbank diesen Schritt, jetzt soll der Sprung über die Gewinnschwelle gelingen.

„Wir konnten unsere Erträge im vergangenen Jahr auf 7,4 Millionen Euro mehr als verdreifachen. Im laufenden Jahr rechnen wir mit einer Verdoppelung der Erträge und streben im Laufe des Jahres 2020 den Break-even“ an, sagte der Vorstandsvorsitzende Roland Folz in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. Vor einem Jahr hatte die Solarisbank noch damit gerechnet, die Gewinnschwelle bis Ende 2019 zu erreichen.

Angesichts jährlicher Kosten von rund 25 Millionen Euro sei klar, „welches Ertragsniveau wir erreichen müssen“, erläuterte der ehemalige Deutschbanker. Als eines der wenigen Start-ups in Deutschland verfügt das Berliner Unternehmen über eine Vollbanklizenz. „Bankdienstleistungen unserer Plattform sind modulare Bausteine, die sich unsere Partner zusammenstellen können“, heißt es. „Das Beantragen einer neuen Banklizenz in Deutschland ist relativ arbeits- und zeitaufwendig.

Das alles passt häufig nicht zu dem Ansatz eines jungen Start-ups, welches erstmals möglichst schnell und mit begrenztem Budget ein Produkt im Markt ausprobieren will“, meint Nils Beier, Fintech-Experte bei Accenture Strategy. Das Institut, das zur Fintech-Plattform Finleap gehört, setzt sowohl auf Zins- als auch auf Provisionseinnahmen.

Es besteht kein Bedarf, neues Kapital einzuwerben

Derzeit entfallen 70 Prozent auf Provisionserträge, 30 Prozent auf Zinserträge. Kredite, die das Unternehmen an Firmen oder an Privatkunden vergibt, werden auf die eigene Bilanz genommen. Die Bilanzsumme lag Ende 2018 bei 120 Millionen Euro. Da Kredite mit Eigenkapital unterlegt werden müssen, setzt die Solarisbank nicht auf Bilanzsummenwachstum. Wird ein bestimmtes Volumen überschritten, sollen die Kredite verbrieft werden.

Investitionen in die Plattform und in den Ausbau der Produktportfolios haben zu einem höheren Fehlbetrag geführt. 2018 lag er bei 18 Millionen Euro und damit zwei Millionen Euro über dem Vorjahresniveau. Trotz des Kapitalverzehrs besteht kein Bedarf, neues Kapital einzuwerben. „Es ist alles im grünen Bereich“, betont Folz. In drei Finanzierungsrunden hat das Unternehmen bislang 98 Millionen Euro eingesammelt.

Neben der Kreditvergabe setzt die Solarisbank darauf, die Dienste der Partnerunternehmen zu erweitern. Weitere Features seien beispielsweise für die Smartphone-Bank Tomorrow, den Banking-Service für Firmenkunden, Penta, oder den Banking-Service für Freiberufler, Kontist, denkbar. „Wir wachsen mit unseren Kunden und sind gleichzeitig auf der Suche nach neuen großen Partnern“, sagt Folz. Mit dem asiatischen Payment-Riesen Alipay konnte die Solarisbank bereits einen gewinnen.

Doch Kunden können auch abspringen, wie das Beispiel Wirecard zeigt. Wirecard übernahm Bankfunktionen für die Smartphone-Bank N26, bis die sich eine eigene Banklizenz zulegte. „Wir glauben an die Stärke unserer Plattform“, entgegnet Folz. „Wenn beispielsweise Tomorrow seinen Kunden einen Überziehungs- oder Ratenkredit anbieten will, können wir das über Schnittstellen schnellstmöglich live schalten. Das kann keiner besser“, ist Folz überzeugt.

Mehr: Banken standen Fintechs zu Beginn eher kritisch gegenüber. Inzwischen arbeiten sie jedoch häufiger zusammen und schließen damit eine Lücke.

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