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Fintechs Das Start-up Finanzguru will in Europa expandieren

Das junge Unternehmen Finanzguru hat rund vier Millionen Euro eingesammelt. Die Gründer bieten ihre Multibanking-App künftig auch außerhalb Deutschlands an.
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Benjamin und Alexander Michel, die Gründer von Finanzguru, haben neue Investoren gefunden. Quelle: RTL Group
Finanzguru

Benjamin und Alexander Michel, die Gründer von Finanzguru, haben neue Investoren gefunden.

(Foto: RTL Group)

Frankfurt Das Start-up-Unternehmen Finanzguru hat gut vier Millionen Euro an frischem Kapital eingesammelt und zwei neue Investoren gefunden. Der Versicherer HDI und der Wagniskapitalgeber Coparion, hinter dem unter anderem die Staatsbank KfW steht, beteiligen sich an dem Anbieter einer Multibanking-App. Das teilte Finanzguru am Mittwoch mit. Über die Finanzierungsrunde hatte zunächst der Newsletter „Finanz-Szene“ berichtet.

Damit steigt die Bewertung von Finanzguru auf rund 20 Millionen Euro, wie das Start-up, das eigentlich Dwins heißt, auf Anfrage bestätigte. Auch die Deutsche Bank, die bereits Anteile an Dwins hält, ist bei der Finanzierungsrunde dabei.

Bekannt wurde das Start-up, weil die Gründer, die Zwillinge Alexander und Benjamin Michel, im Herbst 2018 in der Vox-Gründershow „Höhle der Löwen“ auftraten – und Juror und Unternehmer Carsten Maschmeyer mit einer Million Euro bei Dwins einstieg. Ähnlich viel Geld hatte zuvor schon die Deutsche Bank in die Hand genommen.

Mit den frischen Mitteln will Finanzguru 2020 auch in anderen europäischen Ländern starten. „Wir schauen uns derzeit an, in welche Länder wir als Nächstes expandieren. Das Ziel ist, unsere Finanzplattform in ganz Europa aufzubauen“, sagte Benjamin Michel dem Handelsblatt. In Deutschland zählt die Firma rund 450.000 registrierte Nutzer.

Nutzer können – binnen Sekunden über die Login-Daten für das Onlinebanking – ein Konto oder mehrere Konten in der Finanzguru-App hinterlegen. Sie bietet Kunden als digitales Haushaltsbuch eine Übersicht über Ausgaben und Einnahmen sowie Alternativen für bestehende Verträge. Finanzguru erhält Provisionen bei neuen Vertragsabschlüssen.

Auch das wollen die Gründerzwillinge ausbauen: „Wir arbeiten an neuartigen und exklusiven Verträgen, unter anderem im Strom- und Gasbereich, die unsere Nutzer bequem über Finanzguru abschließen und anschließend in der App verwalten können. So spare unsere Nutzer Zeit und Geld“, so Benjamin Michel.

Gleichwohl ist die Konkurrenz durch ähnliche Angebote bereits groß. Es gibt mehrere andere Multibanking-Apps, beispielsweise Outbank, Finanzblick und Numbrs. Auch in den Apps etlicher Banken und Sparkassen lassen sich Konten anderer Banken hinterlegen und verwalten. Um Geld zu verdienen, muss Finanzguru Kunden verstärkt dazu bringen, auch neue Verträge über die App abzuschließen.

Finanzguru will von Richtlinie PSD2 profitieren

Bei der Expansion will Finanzguru – wie viele andere Fintechs auch – von der neuen EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 profitieren und verspricht sich davon einen „weiteren Schub für das Wachstum“. Sie gilt ab Mitte September und regelt unter anderem verbindlich, wie Fintechs mit Zustimmung der Kunden auf deren Bankkontodaten zugreifen dürfen.

Das funktioniert zwar heute auch schon, doch die Richtlinie PSD2 macht EU-weit eindeutige Vorgaben. Dabei strebt Finanzguru auch eine Erlaubnis als sogenannter Zahlungsauslösedienst an. Dann könnten Nutzer über die App auch Überweisungen auf ihren Bankkonten anstoßen. Als Kontoinformationsdienst nach der PSD2 ist das Start-up bereits registriert.

Die Vorgaben der PSD2 sorgen allerdings auch dafür, dass Finanzguru-Nutzer beim Einloggen in die App – was am Handy über Fingerabdruck funktioniert – immer dann zusätzlich ein weiteres Sicherheitsmerkmal angeben müssen, wenn die Bank, bei der man das hinterlegte Konto hat, das verlangt.

So schreibt die EU-Richtlinie vor, dass Kunden beim Einloggen ins Onlinebanking mindestens alle 90 Tage beispielsweise eine extra Sicherheitsnummer (TAN) eingeben oder sich über die jeweilige TAN-App legitimieren müssen.

Finanzguru hat derzeit 20 Mitarbeiter und will deren Anzahl nun aufstocken. Die vier Firmengründer halten zusammen gut 50 Prozent der Anteile, den Großteil davon Benjamin und Alexander Michel.

Mehr: Für das Start-up Comeco ist das Bankkonto Ausgangspunkt für weitere Produkte und Dienstleistungen.

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