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Firmenkunden im Visier Deutsche Bank startet Digitalbank „Fyrst“ und macht Fintechs Konkurrenz

Das Finanzinstitut hat still und leise eine eigene Smartphonebank gestartet. Zielgruppe: Gründer und Freiberufler. Damit greift das Geldhaus auch das Fintech N26 an.
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Die Deutsche Bank hat Montag über ihre Ex-Tochter ein Digitalangebot für Kleinunternehmer an den Markt gebracht. Quelle: imago stock&people
Postbank

Die Deutsche Bank hat Montag über ihre Ex-Tochter ein Digitalangebot für Kleinunternehmer an den Markt gebracht.

(Foto: imago stock&people)

Frankfurt Häufig trommeln die deutschen Banken ordentlich, wenn sie ein neues digitales Angebot an den Markt bringen. Die Deutsche Bank hat dagegen am Montag klammheimlich eine Digitalbank für Minifirmen gestartet. „Fyrst“ nennt sich der Neuling, der sich als „digitale Bank für Gründer, Selbstständige und Freiberufler“ sieht. Aufgehängt ist das Projekt bei der Ex-Tochter Postbank.

Ausschlaggebend für die Idee zu Fyrst sei gewesen, dass man Gründer, Selbstständige und Freiberufler mit einem speziellen Angebot ansprechen wolle, „um als großes Institut im stärker werdenden Wettbewerb mit kleineren Anbietern für diese potenziell digitalaffine Zielgruppe attraktiv zu sein“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bank auf Anfrage des Handelsblatts.

Deutschlands größtes Geldhaus wolle diese Kunden auch über soziale Netzwerke und andere Plattformen ansprechen. Seit Wochenbeginn ist die Internetseite Fyrst.de freigeschaltet. Ihr Design unterscheidet sich völlig von dem der Postbank und der Deutschen Bank. So ist bei Fyrst.de Hellgrün die dominierende Farbe, bei der Deutschen Bank ist es Blau, bei der Postbank Gelb.

Gleichwohl wirbt Fyrst damit, dass es sich um die erste digitale Bank speziell für Selbstständige handle – aber mit dem „Sicherheitsversprechen einer deutschen Großbank für Zahlungsverkehr und Bargeld“. Streng genommen ist Fyrst allerdings keine extra Digitalbank, sondern ein Angebot der DB Privat- und Firmenkundenbank.

Mit Fyrst greift die Deutsche Bank, die ihre frühere Tochter Postbank immer weiter in den Konzern eingliedert, mehrere Finanztechnologiefirmen (Fintechs) an, die sich bereits an Selbstständige und Freiberufler wenden. Dazu gehört die Berliner Smartphonebank N26, die mittlerweile europaweit rund 3,5 Millionen Kunden zählt.

Neben privaten Girokonten bietet N26 auch Geschäftskonten an. Auf wie viele solcher N26-Business-Konten die Bank inzwischen kommt, wollte das Institut auf Anfrage aber nicht verraten. Die Fintechs, die im Geschäft mit Selbstständigen, Freiberuflern und Kleinunternehmern unterwegs sind, vermelden bislang noch nicht so große Erfolge wie N26 bei Privatkunden.

Dabei ist ihre Zielgruppe nicht klein: In Deutschland gab es zuletzt etwa 2,3 Millionen Solo-Selbstständige und 3,1 Millionen Unternehmen mit maximal neun Mitarbeitern.

Traditionelle Banken haben solche Kunden bisher allerdings oft verschmäht, da das Geschäft mit ihnen als wenig lukrativ galt. Dass die Deutsche Bank hier nun aktiv wird, deutet auf ein Umdenken hin. Der Start von Fyrst fällt in eine Zeit, in der die Deutsche Bank vor großen Veränderungen steht. Sie arbeitet derzeit an einem umfangreichen Sanierungsplan, der vor allem Einschnitte im Investmentbanking und bei Zentralfunktionen vorsieht. Finanzkreisen zufolge stehen 15.000 bis 20.000 Stellen auf der Kippe.

Die Umbaupläne von Vorstandschef Christian Sewing sollen zeitnah vorgestellt werden. Sewing will sich künftig stärker auf stabilere Geschäftsbereiche konzentrieren, darunter die Vermögensverwaltung und das Geschäft mit Privat- und Firmenkunden.

Fyrst mit Gratiskonto

Auseinandersetzen muss sich Fyrst unter anderem mit Holvi. Das Fintech ist 2014 in Finnland gestartet und seit 2015 in Deutschland aktiv. Vor drei Jahren wurde es von der spanischen Großbank BBVA gekauft, arbeitet nach eigenen Angaben aber weiter unabhängig. Aktuell beziffert Holvi die Zahl seiner Kunden auf 150.000, etwa 40 Prozent davon seien aus Deutschland. Holvis Zielgruppe sind Solo-Selbstständige und Firmen mit maximal neun Mitarbeitern.

Auf solche Minifirmen hat es seit 2017 auch das Berliner Start-up Kontist abgesehen, bei dem im vergangenen Jahr das Softwareunternehmen Haufe als Minderheitsaktionär eingestiegen war. Zur Zahl seiner Kunden äußert sich Kontist nicht. Sowohl Holvi als auch Kontist werben damit, dass sie Unternehmer bei der Buchhaltung, etwa der Steuerberechnung, unterstützen.

Das Berliner Fintech Penta zielt auf etwas größere Unternehmen, in denen zwei bis 50 Personen beschäftigt sind. Penta wurde zwischenzeitlich von der Fintech-Plattform Finleap übernommen, und es gibt Pläne, das Unternehmen mit der Finleap-Tochter Beesy aus Italien zusammenzuführen. Penta verfügt derzeit über gut 6 000 Kunden und will die Zahl bis Jahresende auf 20.000 erhöhen.

Auch Fyrst will kleinen Firmen parallel zum Girokonto unter anderem die Buchhaltung sowie Auftragsmanagement erleichtern und passende Dienstleistungen anbieten. Das Fyrst-Basiskonto ist gratis, die zweite Variante kostet zehn Euro im Monat. Auch N26 hat, wie weitere Wettbewerber, ein Gratiskonto für Selbstständige – und eines für 9,90 Euro monatlich.

Mehr: Das Vorpreschen der Postbank zeigt: Die Konkurrenz bei Digitalbanken steigt. Nicht alle Anbieter werden den Wettbewerb überleben, prognostiziert Elisabeth Atzler.

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