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Die Commerzbank will mit niedrigen Zinssätzen neue Kunden anlocken.

(Foto: dpa)

Firmenkundengeschäft Commerzbank greift Sparkassen mit halbierten Zinssätzen an

Die Commerzbank nimmt den Kundenstamm der Sparkassen ins Visier – und will Unternehmen mit besonders niedrigen Zinssätzen anlocken.
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FrankfurtAngriff ist die beste Verteidigung. Mit dieser Strategie will die Commerzbank auf schrumpfende Gewinnmargen und sinkende Erträge im deutschen Firmenkundegeschäft reagieren. Um neue Kunden anzulocken, bietet das Geldhaus Unternehmen in ganz Deutschland seit Kurzem Kredite zum halbierten Zinssatz für die ersten sechs bis neun Monate an.

In dieser Zeit sollen die Firmen das Produktangebot der Commerzbank ausprobieren. Das Institut hofft, dass die Kunden im Anschluss daran auch zu normalen Konditionen an Bord bleiben. Außerdem schickt das Geldhaus Firmen unaufgefordert Kreditangebote ins Haus. Attacker-Produkte werden beide Angebote in der Bank genannt.

Firmenkundenchef Michael Reuther hat dabei vor allem Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 15 und 100 Millionen Euro im Visier. In diesem Segment haben die Sparkassen und in manchen Bereichen auch die Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland aktuell höhere Marktanteile als die Commerzbank.

Vielen kleinen Firmen ist die räumliche Nähe zu ihrer Bank wichtig. Deshalb ist es für Privatbanken, die nicht über ein so enges Filialnetz wie genossenschaftliche und öffentlich-rechtliche Institute verfügen, traditionell schwer, in diesem Segment zu reüssieren.

Reuther ist jedoch überzeugt, dass die Commerzbank bei diesem Unterfangen Erfolg haben wird. „Wir sind ziemlich aggressiv, wenn es um Neukunden geht“, sagte er kürzlich bei einer Investorenkonferenz in London. Die Commerzbank wirbt damit, ein umfangreicheres Produktangebot zu haben als Sparkassen und Volksbanken. Darüber kann sie Firmen auch mit Niederlassungen im Ausland unterstützen.

Seit Herbst 2016 hat die Commerzbank unter dem Strich 6500 neue Firmenkunden gewonnen. Bis 2020 sollen es mindestens 10.000 sein. Doch bis das Institut mit neuen Firmenkunden richtig Geld verdient, dauert es in der Regel länger als bei Privatkunden. Nach zwei Jahren erzielt das Institut mit Mittelständlern im Schnitt Erträge zwischen 10.000 und 23.000 Euro.

Kleinere Firmen sind für die Commerzbank vor allem interessant, weil sie dort im Kreditgeschäft höhere Zinssätze verlangen kann. Das ist im Geschäft mit Großunternehmen anders. Dort tobt wegen des harten Wettbewerbs mit ausländischen Banken und des EZB-Anleihekaufprogramms ein erbitterter Preiskampf.

Mit großen Unternehmen verdient die Commerzbank deshalb in der Regel nur Geld, wenn sie ihnen neben Krediten auch noch andere Produkte verkauft, beispielsweise Zahlungsverkehrslösungen oder Absicherungsgeschäfte.

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