Firmentelefone Keine SMS bei der Deutschen Bank

Deutschlands größtes Geldhaus verschärft die Vorgaben für Dienst-Smartphones. Textnachrichten sind künftig Tabu. Das soll dabei helfen, Rechtsnormen besser einzuhalten.
Update: 14.01.2017 - 17:44 Uhr Kommentieren
Die Deutsche Bank arbeitet grundsätzlich daran, die Compliance zu verbessern und den eigenen Ruf aufzupolieren. Quelle: Reuters
Deutsche Bank in Frankfurt

Die Deutsche Bank arbeitet grundsätzlich daran, die Compliance zu verbessern und den eigenen Ruf aufzupolieren.

(Foto: Reuters)

Die Deutsche Bank verbannt Kurznachrichten von Firmentelefonen. Damit soll die Einhaltung von Compliance-Vorgaben verbessert werden. Compliance umschreibt die Einhaltung rechtlicher und betrieblicher Vorschriften und Regeln.

Im laufenden Quartal werden solche Funktionen abgeschaltet, teilte die für Regulierung zuständige Spitzenmanagerin Sylvie Matherat und IT-Chefin Kim Hammonds am Freitag in einer Nachricht an die Beschäftigten mit, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete. Anders als E-Mails können Textnachrichten nicht von der Bank archiviert werden, erklärte eine Person mit Kenntnissen der Entscheidung.

Behörden schreiben Banken vor, die Kommunikation ihrer Mitarbeiter zu archivieren. Das ist eine der Lehren, die als Folge der Finanzkrise gezogen wurden. Vergehen von Beschäftigten sollen so leichter aufgeklärt werden können.

So viel mussten Banken für ihre Fehler hinblättern
Deutsche Bank – 202 Millionen Dollar
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Mai 2012: Die Deutsche Bank steht für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte einer Tochtergesellschaft in den USA gerade. Um eine Klage aus der Welt zu schaffen, zahlen die Frankfurter 202 Millionen US-Dollar. Der Bank drohte eine Strafzahlung und Wiedergutmachung von mehr als eine Milliarde Dollar. Die US-Justiz hatte der Tochter MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vorgeworfen.

Deutsche Bank – 725 Millionen Euro
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Dezember 2013: Im Skandal um Zinsmanipulationen hat die Deutsche Bank von der EU-Kommission die branchenweit höchste Strafe aufgebrummt bekommen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verhängte gegen sechs internationale Großbanken Rekord-Geldbußen von zusammen 1,71 Milliarden Euro. Allein der deutsche Branchenprimus muss im Rahmen des Vergleichs 725 Millionen Euro zahlen.

Rabobank – 774 Millionen Euro
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Oktober 2013: Der Libor-Skandal kostet die niederländische Rabobank 774 Millionen Euro. Es ist die höchste Strafe in der Geschichte der Genossenschaftsbank. Die Bank hatte mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden einen außergerichtlichen Vergleich getroffen. Drei Viertel der Summe fließen in die USA an das Justizministerium und die Finanzaufsicht CFTC.

Britische Banken – 1,3 Milliarden Pfund
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August 2013: Britische Banken müssen wegen falscher Beratung von Kunden erneut Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Die Aufsichtsbehörde FCA verdonnerte 13 Institute und Kreditkartenaussteller zu Kompensationsleistungen von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Mrd Euro). Zu den bestraften Unternehmen zählen Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland (RBS).

Commerzbank – 1,45 Milliarden Dollar
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März 2015: Die Commerzbank muss wegen des Streits mit US-Behörden um Sanktionsverstöße und Geldwäsche-Vorwürfe tief in die Tasche greifen. Im Rahmen eines lang erwarteten Vergleichs zahle das zweitgrößte deutsche Geldhaus 1,45 Milliarden Dollar. Die USA warfen der Commerzbank vor, gegen Wirtschafts-Sanktionen gegen den Iran verstoßen zu haben.

UBS – 1,5 Milliarden Dollar
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Dezember 2012: Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen ihrer Rolle bei der Manipulation des weltweit wichtigsten Referenzzinssatzes Libor Bußen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar. Wie die Bank mitteilte, leistete sie entsprechende freiwillige Strafzahlungen an amerikanische, britische und Schweizer Behörden.

Deutsche Bank – 2,5 Milliarden Dollar
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April 2015: Die Deutsche Bank muss im Libor-Skandal eine Strafzahlung in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar (2,33 Milliarden Euro) in Großbritannien zahlen.

„Uns ist vollkommen bewusst, dass diese Änderung ihren Arbeitsalltag verändern wird und wir bedauern die Unannehmlichkeiten, die das mit sich bringt“, so Matherat und Hammonds in der Mitteilung. „Jedoch ist der Schritt notwendig, um sicherzustellen, dass die Deutsche Bank weiterhin alle regulatorischen und rechtlichen Anforderungen erfüllt.“ Ein Sprecher der Bank bestätigten die Entscheidung, ohne weitere Details zu nennen.

Die Regel umfasst auch private Telefone, sofern sie von Mitarbeitern auch für die Arbeit genutzt werden.

Die Deutsche Bank arbeitet grundsätzlich daran, die Compliance zu verbessern und den eigenen Ruf aufzupolieren, nachdem gleich mehrere Ermittlungen und teure Rechtsstreitigkeiten etwa wegen der Manipulation von Zinssätzen, Geldwäsche oder umstrittenen Hypothekengeschäften das Institut belastet hatten. Vorstandschef John Cryan hat Kulturveränderungen bei der Bank zu einem Kernbestandteil der Erneuerung des Instituts erklärt.

Seit 2008 hat die Bank Strafen und außergerichtliche Einigungen erzielt, die sie mehr als 13,9 Milliarden Dollar gekostet haben, zeigen von Bloomberg zusammengestellte Daten. Darin eingeschlossen sind 3,1 Milliarden Dollar an Strafe im Zuge einer im vergangenen Monat mit dem US-Justizministerium erzielten Einigung wegen Hypothekengeschäften im Vorfeld der Finanzkrise. Hinzu kommen noch 4,1 Milliarden Dollar an Nachlässen für Schuldiger der Bank, die in den kommenden fünf Jahren geleistet werden müssen.

Im Juli 2012 hatte die Bank versehentlich 482 Bänder mit Telefonanrufen zerstört, deren Aufbewahrung die britische Finanzaufsicht FCA angeordnet hatte, so die Behörde. Die FCA hatte eine Strafe wegen Zinsmanipulationen um 101 Millionen Pfund erhöht, da die Bank die Ermittlungen erschwert habe.

Die FCA hatte bereits 2010 Regeln erlassen, wonach die Handy-Telefonate von Händlern für mindestens sechs Monate gespeichert werden müssen.

Anm. d. Red.: Die neue Regel der Deutschen Bank bezieht sich anders als zunächst von Bloomberg berichtet nicht auf Whatsapp, da nur Blackberry-Geräte genutzt würden. Andere Kurznachrichtendienste auf Blackberry-Geräten und SMS sind allerdings vom neuen Verbot betroffen.

  • Bloomberg
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