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FMH-Auswertung Wo Kunden das beste Konto finden

Gebühren zahlen für die Nutzung eines Girokontos muss nicht sein. Ein Wechsel kann sich lohnen, zeigt eine Auswertung der FMH-Finanzberatung.
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Der Anteil am Kuchen, den die Banken einbehalten, fällt sehr unterschiedlich aus. Quelle: plainpicture/Lubitz + Dorner
Torten von oben

Der Anteil am Kuchen, den die Banken einbehalten, fällt sehr unterschiedlich aus.

(Foto: plainpicture/Lubitz + Dorner)

KölnWer für sein Bankkonto keine Gebühren zahlen will, muss mittlerweile genau hinschauen. Von den rund 1900 Banken in Deutschland bieten nur noch wenige Institute Gratiskonten an, und deren Konditionen variieren stark. Bankkunden sollten nicht nur auf die Kosten für die Kontoführung schauen. Auch die Höhe des Dispozinses ist wichtig für die Auswahl, damit es später keine bösen Überraschungen gibt.

Seit Oktober 2018 verpflichtet das Zahlungskontengesetz jedes EU-Land, ein unabhängiges Portal anzubieten, auf dem Verbraucher Konten vergleichen können. Das soll Bankkunden den Kontenvergleich vereinfachen. In Deutschland lässt eine solche Internetseite allerdings auf sich warten. „Das Vergleichsportal ist hierzulande längst überfällig“, kritisiert Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Das Bundesfinanzministerium will, dass ein privater Anbieter die Internetseite betreibt. Interessenten gibt es mehrere – sie können aber nicht loslegen, solange es an einer staatlichen Prüfstelle fehlt, die das Vergleichsportal untersuchen und ihm ein Prüfsiegel ausstellen kann. Die etablierten Prüfstellen wie der TÜV müssten erst von der Deutschen Akkreditierungsstelle als für diese Aufgabe geeignet erklärt werden.

Sie zeigen bisher aber wenig Interesse daran, ihre Kompetenz auf dem Gebiet der Girokonten unter Beweis zu stellen. Bis das Portal startet, müssen Bankkunden also selbst Angebote vergleichen.

Für das Handelsblatt hat die FMH-Finanzberatung 34 kostenlose Gehaltskonten unter die Lupe genommen. Gehaltskonten unterscheiden sich von Girokonten nur minimal: Kunden müssen dort einen regelmäßigen monatlichen Geldeingang vorweisen. Bei ihrem Ranking haben die Finanzexperten besonderen Wert auf die Kosten für eine Zusatz-Girocard sowie auf die Höhe des Dispozinses gelegt.

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Eine Zusatz-Girocard ist für alle interessant, die einem Dritten Zugriff auf ihr Konto gewähren wollen - ohne, dass dieser auch Kontoinhaber ist. Das kann für Paare interessant sein, die kein Gemeinschaftskonto eröffnen wollen. Die Zusatzkarte kann aber auch ein enger Vertrauter bekommen, der zum Beispiel regelmäßig für den Kontoinhaber Bargeld abhebt.

Bei Angeboten für Neukunden hat die FMH-Finanzberatung den Startbonus besonders stark gewichtet. Der liegt meist zwischen 50 und 150 Euro und wird nach Neueröffnung auf das Konto überwiesen. Das soll potenzielle Wechsler locken – denn Deutsche wechseln statistisch gesehen ungern ihr Bankkonto.

Bundesweit bietet die Commerzbank mit ihrem „0-Euro-Konto“ die attraktivsten Konditionen für Neukunden, mit 9,75 Prozent Dispozins und 100 Euro Startbonus. Es folgen das „Top-Girokonto“ der Norisbank mit ebenfalls 100 Euro Neukundenprämie, aber etwas höherem Dispozins, und das Girokonto der ING mit einem Dispozins von 6,99 Prozent, aber nur 75 Euro Startbonus.

Bestandskunden sind bei der DKB Deutsche Kreditbank besonders gut aufgehoben. Bei deren „DKB-Cash“-Konto werden bei Überziehung vergleichsweise geringe 6,90 Prozent Dispozins fällig. Das ING-Girokonto liegt mit 6,99 Prozent Dispozins knapp dahinter.

An dritter Stelle bei den bundesweiten Bestandskunden-Angeboten steht das „1, 2, 3 Girokonto“ von Santander, mit einem Dispozins von 8,05 bis 11,30 Prozent und einem monatlichen Bonus von einem Euro bei 1 200 Euro Mindestgeldeingang pro Monat.

Bei den Regionalangeboten im FMH-Ranking haben die PSD-Banken die Nase vorn. Besonders im Süden der Bundesrepublik finden sich bei diesen Instituten einige attraktive Gratis-Gehaltskonten. Für Bestandskunden stuften die FMH-Finanzberater die Nürnberger PSD-Bank als attraktivste Regionalbank ein. Hier zahlen Kunden für einen Dispokredit bis 500 Euro keine Zinsen. Danach werden 7,35 Prozent fällig.

Die PSD-Banken Koblenz und München teilen sich den zweiten Platz: Beide verlangen einen Dispozins von 7,50 Prozent. Neukunden können bei der PSD-Bank München den höchsten regionalen Neukundenbonus abstauben: 75 Euro. Bei der Nürnberger und der Koblenzer PSD-Bank, die an zweiter und dritter Stelle stehen, gibt es jeweils 50 Euro. Alle drei Institute setzen einen Dispozins von 7,35 bis 7,5 Prozent an.

Bei einigen der untersuchten Konten muss jeden Monat ein bestimmter Betrag fließen, damit es gratis bleibt. DKB-Kunden müssen zum Beispiel monatlich mindestens 770 Euro einzahlen. Erreichen sie diesen Betrag nicht, erhöht sich der Dispozins im zweiten Jahr von 6,90 auf 7,90 Prozent.

Die besten Gehaltskonten

Auch bei der PSD-Bank Nord ist das Gehaltskonto nur bedingt gratis. Fällt der monatliche Geldeingang einmal unter 1000 Euro, kostet das Konto in dem betreffenden Monat 4,90 Euro. Das „1, 2, 3 Girokonto“ von Santander wiederum ist nur für Kunden kostenlos, denen Arbeitgeber oder Rentenkasse mindestens 1.200 Euro pro Monat überweisen. Andernfalls wird eine Kontoführungsgebühr von 6,95 Euro pro Monat fällig.

Verbraucherschützer Nauhauser sieht Forderungen nach einem monatlichen Mindesteingang allerdings kritisch. Sie erschwerten es Verbrauchern mit ohnehin geringem Einkommen, am Zahlungsverkehr teilzunehmen, sagt er. Der Grund: „Das Gehaltskonto ist nur eine Eintrittskarte. Bei Kunden mit hohem Geldeingang haben die Banken bessere Chancen, mit weiteren Produkten Geld einzunehmen“, so Nauhauser.

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