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Fokus auf Deutschland Berenberg-Bank verkauft ihre Schweiz-Tochter

Die Schweiz-Tochter der Berenberg-Bank bekommt neue Besitzer: Ein Unternehmerkonsortium möchte das Institut zum Erfolg führen. Das wird nicht einfach.
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Die Privatbank ist das älteste deutsche Geldhaus. Quelle: PR
Berenberg-Bank in Hamburg

Die Privatbank ist das älteste deutsche Geldhaus.

(Foto: PR)

Zürich Die Berenberg-Bank gibt ihre schweizerische Tochter aus der Hand. Die 1590 gegründete Hamburger Privatbank verkauft die Mehrheit ihrer Landestochter an ein Unternehmerkonsortium. Das Institut soll künftig als „Bergos Berenberg“ firmieren. Der Kaufpreis wurde nicht publik gemacht.

Zu den neuen Aktionären zählen Adrian und Andreas Keller, die den Schweizer Dienstleistungs- und Handelskonzern DKSH kontrollieren, sowie Michael Pieper und Claus-G. Budelmann. Zusammen halten die neuen Aktionäre rund 80 Prozent der Aktien. Die Berenberg-Bank bleibt als Minderheitsaktionär mit knapp 20 Prozent an Bord.

Durch den Verkauf möchte Berenberg für weniger „administrative und regulatorische Komplexität“ sorgen, erklärte Berenberg-Chef Hans-Walter Peters, und damit auf dem Heimatmarkt schneller wachsen. „Wir wollen unsere Ressourcen auf den Ausbau unserer eigenen Kerngeschäftsfelder konzentrieren, in denen wir das starke Wachstum der letzten Jahre fortsetzen“.

Die neuen Besitzer wollen sich stärker auf den Schweizer Markt fokussieren – und dabei auf Unternehmer und wohlhabende Familien setzen. „Die Schweiz ist für unsere Privatbank der denkbar beste Platz“, heißt es.

Mit ihren rund 100 Mitarbeitern und einem verwalteten Vermögen von zuletzt knapp sieben Milliarden Franken zählt Berenberg in der Schweiz allerdings zu den Leichtgewichten auf dem hart umkämpften Private-Banking-Markt. Die neuen Eigentümer üben sich trotzdem in Optimismus: „Gerade in einem Umfeld globaler Universalbanken sehe ich große Chancen für eine kleinere, kundennahe Schweizer Privatbank“, sagt Michael Pieper, einer der Aktionäre.

In den vergangenen Jahren hatten sich zahlreiche ausländische Institute aus dem schweizerischen Markt zurückgezogen. Niedrige Zinsen, gestiegene Anforderungen der Aufsicht und nicht zuletzt der Wegfall des Bankgeheimnisses erhöhten den Druck auf die Branche. Die Zahl der Privatbanken in der Schweiz geht seit Jahren zurück: Gab es 2010 noch 163 Institute, zählte die Beratungsgesellschaft KPMG zuletzt nur noch 107 Privatbanken.

Fragwürdige Geschäfte hatten die schweizerische Berenberg-Tochter im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen gebracht: Die Kölner Staatsanwaltschaft hatte wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung gegen das Institut ermittelt. Gegen die Zahlung einer millionenschweren Strafe wurde das Verfahren eingestellt. Dabei wurde der Bank positiv angerechnet, dass sie seit 2011 verstärkt gegen illegale Geschäfte vorgeht.

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