Folgen der Finanzkrise Hypothekenstreit kostet Morgan Stanley Milliarden

Mit dubiosen Hypothekengeschäften sollen etliche Banken Anleger getäuscht und die Finanzkrise 2008 mitverursacht haben. Seit Jahren ermitteln die US-Behörden – nun muss auch Morgan Stanley zahlen.
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Weniger Gewinn für Morgan Stanley: Für Zahlungen im Hypothekenstreit legte die US-Bank bereits Milliarden zurück. Quelle: Reuters
Morgan Stanley in Manhattan

Weniger Gewinn für Morgan Stanley: Für Zahlungen im Hypothekenstreit legte die US-Bank bereits Milliarden zurück.

(Foto: Reuters)

New YorkIm Streit um windige Hypothekengeschäfte steht Morgan Stanley vor einem Vergleich mit den US-Behörden. Die Bank soll 2,6 Milliarden Dollar (2,3 Mrd Euro) zahlen, wie aus einer Mitteilung an die Börsenaufsicht SEC vom Mittwoch hervorgeht. Es sei eine grundsätzliche Übereinkunft erzielt worden. Das Geldhaus habe für den Fall 2,8 Milliarden Dollar zurückgelegt.

Mit dem Milliardenvergleich würden „bestimmte Beanstandungen“ des US-Justizministeriums gegenüber der Hypothekenabteilung von Morgan Stanley aus der Welt geschafft, teilte die Bank mit. Allerdings sei die Vereinbarung noch nicht unter Dach und Fach und könne noch platzen. Das Justizministerium wollte sich zunächst nicht dazu äußern.

Durch die Einigung reduziere sich der Gewinn des Kreditinstituts für 2014 um rund die Hälfte. Das Ergebnis aus den fortlaufenden Aktivitäten sinke um 2,7 Milliarden Dollar oder 1,35 Dollar je Aktie. Für das vergangene Jahr hatte die Bank einen Gewinn aus den fortlaufenden Aktivitäten von 5,83 Milliarden Dollar ausgewiesen.

Der Kompromiss erfolgt nach einem jahrelangen Konflikt mit dem US-Justizministerium. Morgan Stanley ist eine von etlichen Banken, die Anleger am Markt für mit Immobilien besicherte Wertpapiere hinters Licht geführt haben sollen. Diese Geschäfte gelten als Mitauslöser der Finanzkrise 2008.

Im letzten Juli war Morgan Stanley bereits einen Vergleich über 275 Millionen Dollar mit der SEC eingegangen, um solche Vorwürfe aus der Welt zu schaffen. Im Februar 2014 hatte die Investmentbank den beiden staatlichen Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac im Rahmen einer Einigung mit der zuständigen Aufsichtsbehörde FHFA insgesamt 1,25 Milliarden Dollar gezahlt.

Anleger nahmen den bevorstehenden Deal mit dem Regulierern zur Wochenmitte relativ teilnahmslos zur Kenntnis. Die Aktie von Morgan Stanley notierte nachbörslich etwas im Minus, reagierte aber kaum.

Banken wie Morgan Stanley sollen in großem Stil verschleiert haben, wie kritisch es um die Häuserkredite bestellt war, mit denen die Wertpapiere abgesichert wurden. Als die Immobilienpreise in den USA ab 2007 auf breiter Front sanken, konnten viele Eigenheimer ihre Raten nicht mehr zahlen und die Papiere verloren massiv an Wert.

  • dpa
  • rtr
  • ap
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