Franken-Hypotheken Banken hoffen auf Kompromiss in Polen

Der polnische Senat zeigt sich versöhnlich im Streit um den Zwangsumtausch von Hypothekendarlehen in Schweizer Franken von polnischen Kreditnehmern. Ein neuer Gesetzesentwurf soll die Banken weniger belasten.
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2007 und 2008 hatten eine halbe Million Polen Hypothekenkredite in Schweizer Franken aufgenommen, weil die Zinsen darauf deutlich günstiger waren. Doch der rasante Kursverlust des Zloty hat die Vorteile längst ins Gegenteil verkehrt. Quelle: Reuters
Streit um Kredite

2007 und 2008 hatten eine halbe Million Polen Hypothekenkredite in Schweizer Franken aufgenommen, weil die Zinsen darauf deutlich günstiger waren. Doch der rasante Kursverlust des Zloty hat die Vorteile längst ins Gegenteil verkehrt.

(Foto: Reuters)

WarschauIm Streit um den Zwangsumtausch von Fremdwährungskrediten in Polen kommen versöhnliche Töne aus dem Senat. Der zuständige Ausschuss für öffentliche Finanzen will sich dafür einsetzen, dass eine abgeschwächte Version der Pläne umgesetzt wird, die die Banken weniger belastet. Das sagte der Ausschuss-Vorsitzende Kazimierz Kleina am Donnerstag. Die Abstimmung soll bei der nächsten Sitzung des Senats Anfang September stattfinden. Dann geht das Gesetz wieder zurück in die erste Kammer des Parlaments, den Sejm, der bislang eine härtere Gangart an den Tag gelegt hat.

Denn mit den Stimmen der Opposition war hier ein deutlich strengeres Gesetz auf den Weg gebracht worden. Demnach können 47 Prozent der Kreditnehmer von Franken-Hypotheken diese in Zloty-Darlehen wandeln. Hintergrund: Vor allem in den Jahren 2007 und 2008 hatten eine halbe Million Polen Hypothekenkredite in Schweizer Franken aufgenommen, weil die Zinsen darauf deutlich günstiger waren. Doch der rasante Kursverlust des Zloty zu der Schweizer Währung hat die Vorteile längst ins Gegenteil verkehrt. Der Franken ist zum Zloty seit damals um mehr als 80 Prozent gestiegen, viele Kreditnehmer sind in Bedrängnis geraten. Das vom Sejm favorisierte Gesetz sieht vor, dass die Banken, zum Großteil internationale Geldhäuser, auf 90 Prozent der Kosten sitzen bleiben, die durch den Zwangsumtausch entstehen. Insgesamt geht es um Fremdwährungskredite in Schweizer Franken im Wert von umgerechnet 34 Milliarden Euro.

Die wertvollsten Namen der Bankenwelt
Platz 10: Banco Santander
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Die spanische Großbank Santander eröffnet das Ranking der wertvollsten Bankenmarken der Welt. Die Auswertung für das vergangene Jahr lieferte das Magazin „The Banker“. Bei der Bewertung der Marke spiele besonders der Geschäftsausblick (Gewinnprognose) und die Wahrnehmung von Risiken eine entscheidende Rolle. Viele Institute arbeiten an ihrem Markenwert, der sich nicht nur in Kundenvertrauen widerspiegelt, sondern auch in Eigenständigkeit und Innovation. Sprich: Eine starke Marke fällt im Wettbewerb auf. Die Spanier kommen auf einen Markenwert von 18,7 Milliarden US-Dollar, sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Das Markenrating ist AAA-.

Platz 9: Bank of China
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Die Bank of China zählt zu den vier riesigen Staatsbanken der Volksrepublik. Ihr Umsatz liegt bei über 300 Milliarden Yuan im Jahr. Das entspricht grob 40 Milliarden Euro. Im Boomland China haben die regulierten Institute reichlich zu tun. Die Bank of China wird zudem vom Finanzstabilitätsrat als systemrelevant überwacht und muss strenge Auflagen erfüllen. Der Markenwert beträgt rund 20,4 Milliarden Dollar, 22 Prozent mehr als zuletzt.

Platz 8: Agricultural Bank of China
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Die teilverstaatlichte chinesische Bank ist eine der größten ihrer Art. Die ABC hat schätzungsweise 320 Millionen Privatkunden und etwa 2,7 Millionen Geschäftskunden. Fast eine halbe Million Menschen arbeitet in knapp 24.000 Filialen. 2010 sammelte die Bank mit ihrem Börsengang 22,1 Milliarden Dollar ein. Ihr Markenwert beträgt 22,7 Milliarden Dollar, ein Plus von 28 Prozent.

Platz 7: JP Morgan Chase
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First, we take Manhattan: JP Morgan Chase sitzt in New York und ist nach Marktkapitalisierung die größte Bank der USA und nach Eigenkapital das zweitgrößte Finanzinstitut der Welt. Den Markenwert können da auch die hohen Handelsverluste – also Fehlspekulationen – aus dem Jahr 2012 nicht nachhaltig schmälern. Die Marke Chase ist rund 24,8 Milliarden Dollar schwer. Der Zuwachs beträgt sieben Prozent.

Platz 6: Bank of America
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25,7 Milliarden Dollar beträgt der Markenwert der Bank of America – noch, muss man sagen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Minus von vier Prozent. Das Fachmagazin „The Banker“, was die BoA 2008 noch als wertvollste Bankmarke führte, bescheinigt dem Finanzriesen, nach Eigenkapital das größte Institut seiner Art zu sein. Auch die Bank of America darf sich über das Prädikat „systemrelevant“ freuen – das stärkt natürlich das Markenvertrauen.

Platz 5: Citi
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Wie die BoA gehört auch die Citigroup zu den „Big Four“ der US-Banken. Zuletzt lag die Bilanzsumme des Riesen bei 1,88 Billionen Dollar, der Umsatz 76,4 Milliarden. Sie ahnen es – systemrelevant, streng kontrolliert. Der Markenwert beträgt 26,2 Milliarden Dollar, was einem Plus von sieben Prozent entspricht.

Platz 4: China Construction Bank
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China wächst buchstäblich in den Himmel. In den zahlreichen Millionenmetropolen kommen mit dem Industrie-Boom auch die Wolkenkratzer. Der Bauwirtschaft kommt das gelegen – und damit der China Construction Bank, die rund 27 Prozent aller Baukredite im Reich der Mitte vergibt. Der Markenwert liegt bei 26,4 Milliarden Dollar. Das sind stolze 39 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Finanzbranche ist seit Wochen in Aufruhr. Betroffen sind auch die Deutsche Bank sowie die Commerzbank, letzere über die polnische mBank. In Briefen an die polnische Regierung und die Institutionen hatten mehrere Häuser ihren Unmut geäußert. Sie argumentieren, das Gesetz widerspreche EU-Recht, sei ein unzulässiger Eingriff und belaste das Investmentklima in Polen. Ähnlich kritisch äußerte sich nun auch die heimische Finanzaufsicht KNF. Deren Vize-Chef Wojciech Kwasniak sagte, sollte das Gesetz in seiner jetzigen Form Wirklichkeit werden, dürfte es den gesamten polnischen Finanzsektor destabilisieren - "nicht nur Banken, auch den Kapitalmarkt, Investmentfonds und Pensionsfonds." Warnende Töne kamen auch von einem Zentralbanker.

Kritiker sagen, die Fremdwährungskredite seien längst zum Kollateralschaden im Wahlkampf zu den Parlamentswahlen im Oktober geworden. Die Parteien buhlen damit um Stimmen. Letztlich ist es Sache des neu gewählten Präsidenten Andrzej Duda, das Gesetz in Kraft zu setzen.

  • rtr
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2 Kommentare zu "Franken-Hypotheken: Banken hoffen auf Kompromiss in Polen"

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  • kann man mal sagen, wie hoch die durchschnittliiche und der Mean-Wert eines solchen Frankenkredites war?
    Kleinbauern haben solche Dinger sich sicher nicht aufschwatzen lassen.

  • Tja... die Frage ist doch wie die Beratungspflicht der Banken in Polen dazu geregelt ist, und inwieweit dagegen verstossen wurde... das Thema gabs ja auch hier

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