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Französische Großbank Société Général kämpft gegen sinkende Einnahmen – Eigenhandelssparte auf dem Prüfstand

Die französischen Großbank trennt sich derzeit im großen Stil von Beteiligungen – das schlägt auf die Erträge. Die Dividende soll aber stabil bleiben.
Update: 17.01.2019 - 14:37 Uhr Kommentieren
Société Général kämpft gegen sinkende Einnahmen Quelle: AFP
Societe Generale

Verlustreichen Beteiligungsverkäufe haben laut der Bank zu Belastungen von insgesamt 240 Millionen Euro geführt.

(Foto: AFP)

ParisTurbulenzen auf den weltweiten Finanzmärkten und Einmaleffekte haben die französische Großbank Société Générale (SocGen) im Abschlussquartal durchgerüttelt.

Das Geldhaus meldete für das vierte Quartal des vergangenes Jahres einen Einbruch der Handelsumsätze der Gruppe um 20 Prozent. Offenbar waren viele Händler von der Volatilität am Markt überrascht worden.

Für das Gesamtjahr erwartet die Bank, die stark auf das Geschäft mit Aktien und Aktienderivaten ausgerichtet ist, einen Rückgang von zehn Prozent im Bereich Global Markets and Investor Services.

Allein die verlustreichen Beteiligungsverkäufe hätten zu Belastungen von insgesamt 240 Millionen Euro geführt, teilte das Institut am Donnerstag mit. Gleichwohl kündigte SocGen an, dass die Dividende für 2018 bei 2,20 Euro je Aktie stabil bleiben werde.

An der Börse quittierten die Anleger die Aussagen prompt mit Aktienverkäufen: Die Papiere der Societe Generale rutschten im Pariser Leitindex um zeitweise mehr als vier Prozent ab und zogen andere Bankwerte mit nach unten. BNP Paribas verloren gut zwei Prozent, Credit Agricole knapp 1,5 Prozent.

Rückzug aus zahlreichen Ländern

Analysten zeigten sich alarmiert. Sie werten die Zahlen des französischen Instituts als schlechtes Zeichen für die europäische Bankenbranche, die den großen US-Instituten hinterherhinkt.

„Wir haben nicht mit einem solchen Rückschlag bei Aktien gerechnet, ein Bereich, in dem sich die US-Banken relativ gut gehalten haben“, urteilten die Experten von CIC Securities. Im Aktienhandel hatten etwa sowohl JP Morgan als auch Goldman Sachs höhere Erlöse im Aktienhandel ausgewiesen.

Allerdings hatten viele US-Banken im Anleihenhandel Einbußen erlitten. „Ich gebe US-Instituten den Vorzug. SocGen zeigt, wie hart es für europäische Banken ist“, sagte Fondsmanager Jerome Schupp von Prime Partners.

Abgesehen vom mauen Aktienhandel schlugen auch Einmaleffekte bei Société Générale zu Buche: SocGen zieht sich aktuell aus Ländern zurück, in denen die Bank nicht über eine kritische Masse verfügt und will stattdessen ihre Position in Kernmärkten ausbauen.

So verkaufte sie in Serbien die dortige Tochter an die ungarische OTP Bank und warnte im vergangenen Jahr bereits vor Belastungen daraus in Höhe von 108 Millionen Euro.

Zudem wurden Töchter in Bulgarien und Albanien an OTP verkauft. Die Polen-Tochter Euro Bank wurde an die polnische Bank Millennium veräußert.

US-amerikanische Geldhäuser wie die Bank of America, Citigroup, JP Morgan und Wells Fargo hatten zuletzt teils Rekordergebnisse für das abgelaufene Quartal vermeldet.

Gerüchte über Schließung der Eigenhandelsparte

Wie die Nachrichtenagentur meldet, erwägt die französische Großbank unterrichteten Kreisen zufolge zudem, ihre 4,1 Milliarden Euro schwere Eigenhandelssparte zu schließen. In der vergangenen Woche hatte bereits der französische Konkurrent BNP Paribas beschlossen, den Bereich aufzugeben.

Die Führung von SocGen prüfe die Zukunft des Geschäftsbereichs Descartes Trading, der riskante Wetten mit den Geldern der Anteilseigner eingeht, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Bank könnte sich entscheiden, die Sparte zu schließen, da diese Schwierigkeiten hatte, Gewinne zu erzielen, sagten die Personen.

Das in Paris ansässige Kreditinstitut habe das Hongkong-Büro der Sparte gegen Ende 2018 geschlossen und sich aus einigen Handelsstrategien zurückgezogen, hieß es weiter. Eine Sprecherin von SocGen in Paris lehnte eine Stellungnahme ab.

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